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Ministerpräsident Özdemir wirbt: Trinkt mehr Wein aus Baden-Württemberg

News Ministerpräsident Özdemir wirbt: Trinkt mehr Wein aus Baden-Württemberg

Quelle: Andreas Arnold/dpa
dpa

Baden-Württembergs Ministerpräsident Özdemir ruft dazu auf, mehr Wein aus dem eigenen Land zu trinken. Mit dem Rückzug des Weinbaus stünden Kulturlandschaft und der Tourismus auf dem Spiel.

Baden-Württemberg ist auch für seine Weinberge bekannt. Damit das so bleibt, wirbt Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) für mehr heimischen Wein im Glas. Niemand müsse mehr trinken als bisher, sagte er in Stuttgart. «Aber ich werbe dafür, dass wir mehr einheimischen Wein trinken.»

Es gebe exzellenten Wein aus Baden und Württemberg. Wachse dessen Anteil im Glas, sei den Winzerinnen und Winzern und dem Erhalt der Kulturlandschaft schon viel geholfen.

Weinbau prägt Landschaft und Tourismus

Der aktuelle Rückzug des Weinbaus gefährde weit mehr als nur ein Produkt, sagte Özdemir. «Unsere Kulturlandschaft ist ohne Weinbau schlicht nicht vorstellbar.» Viele Menschen wüssten gar nicht, was im Land alles wegbreche, wenn der Weinbau weiter zurückgehe. «Mit jedem Wein, mit jeder Winzergenossenschaft, die wir verlieren, geht ein Teil Weinkultur und ein Teil Kulturlandschaft möglicherweise unwiederbringlich verloren», warnte der Regierungschef.

Auch mit Blick auf den Tourismus im ländlichen Raum sei eine brachliegende Landschaft ein Problem. «Wer will schon Urlaub machen in einer brachliegenden Landschaft?», sagte Özdemir. Den Kauf heimischen Weins bezeichnete er auch als einen «Akt des Patriotismus».

Auch Baden-Württembergs Agrarministerin Marion Gentges (CDU) appellierte: «Wenn man den Weinbau im Land erhalten will, dann geht das nicht, ohne dass der Wein auch einen entsprechenden Absatz findet.»

Anbaufläche schrumpft weiter

Die Werbung scheint bitter nötig. Denn die Winzer in Baden-Württemberg bauen auf immer weniger Fläche Wein an. Sie sank laut Statistik im Jahr 2025 um drei Prozent auf 25.822 Hektar. Oftmals würden Flächen nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohne, teilte das Statistische Landesamt mit.

Die Marktlage im Weinsektor ist angespannt, und der Weinkonsum geht europaweit zurück. Als Ursachen gelten die Inflation, die alternde Gesellschaft, veränderte Konsumgewohnheiten sowie ein stärkerer Preisfokus der Verbraucher. Die Folge: Das aktuelle Angebot an Rebflächen übersteigt laut Ministerium deutlich die Nachfrage.

Die wichtigsten Rebsorten

Die in Baden am häufigsten angebaute rote Rebsorte ist der Blaue Spätburgunder, bei den weißen Sorten liegen Ruländer und Müller-Thurgau vorn. In Württemberg dominieren weiterhin rote Rebsorten, darunter Trollinger und Lemberger. Die wichtigste weiße Rebsorte in Württemberg ist der Riesling.

 

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