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Autofahrer aufgepasst: Junge Biber sind aktuell vermehrt auf Straßen unterwegs

News Autofahrer aufgepasst: Junge Biber sind aktuell vermehrt auf Straßen unterwegs

Quelle: Thomas Warnack/dpa

Sie suchen nicht nur in diesen Tag das kühle Nass: Junge Biber sind aktuell verstärkt auf Wanderschaft und kreuzen dabei auch Straßen. Warum das so ist. Und wo Autofahrer besonders aufpassen müssen.

Einen Moment am Steuer nicht aufgepasst und schon kann es zum Wildunfall kommen: Autofahrer müssen derzeit besonders auf Biber achten, die verstärkt auf Wanderung sind und dabei Straßen kreuzen. Warum das so ist, und wo Autofahrer besonders aufpassen müssen – ein Überblick:

 

Warum sind derzeit Biber verstärkt auf Wanderschaft?

Biber leben in Familienverbänden mit zwei Elterntieren und zwei Generationen von Jungtieren, wie das Umweltministerium schreibt. Sobald in einem Jahr Jungtiere geboren werden – meist im Mai oder Juni – werden die zweijährigen Biber aus dem Revier vertrieben. «Insofern ist jetzt die Zeit, in der die Jungbiber abwandern, um sich ein eigenes Revier zu suchen.» Laut dem Naturschutzbund Nabu unterstützen die Jungbiber bis dahin die Eltern bei der Fürsorge für den jüngeren Wurf.

 

In welchem Umkreis sind die Jungbiber unterwegs?

Die Jungbiber wandern auf der Suche nach ihrem eigenen Revier bis zu 100 Kilometer weit, schreibt der Nabu. Dabei bewegen sich die Biber demnach entlang von Gewässern und sind eher langsam. Obwohl sie gute Nasen und Ohren hätten, sei ihr Sehsinn vergleichsweise schwach ausgeprägt.

«Auch wenn sie nur etwa 2 bis 3 Stunden am Tag tatsächlich im Wasser verbringen und den Rest der Zeit an Land oder im Bau verbringen, halten sie sich überwiegend in Wassernähe auf, wo sie bei Gefahr Schutz suchen», schreibt der Nabu. «Die Hauptaktivität findet daher in einem etwa 20-Meter-Streifen entlang des Gewässers statt.» Wie der Naturschutzbund BUND schreibt, sind die eigentlich dämmerungs- und nachtaktiven Tiere dann auch tagsüber unterwegs.

 

Wie viele Biber gibt es im Land – und wo kommen sie vor?

Die Zahl der Biber im Land schätzt das Umweltministerium auf 11.500 Tiere. Jungtiere würden dabei nicht gesondert gelistet. Biber sind demnach in Baden-Württemberg fast flächendeckend verbreitet. Hauptsächlich kommen sie laut Ministerium im Osten und Südosten des Landes vor, auf der Baar und entlang des Hochrheins. So hat etwa die Stadt Heidelberg erst kürzlich Autofahrer vor mehr Bibern auf den Straßen gewarnt.

Mit einer Verordnung wollte die alte grün-schwarze Landesregierung den Abschuss von Problem-Bibern im Südwesten einfacher und unbürokratischer machen. Diese Regelungen hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg vor kurzem allerdings vorläufig außer Vollzug gesetzt und damit einem Eilantrag eines Naturschutzverbands stattgegeben.

 

Worauf sollten Autofahrer achten?

Autofahrer sollen laut dem Ministerium und dem Nabu in der Nähe von Gewässern insbesondere nachts und in der Dämmerung auf querende Tiere achten und die Geschwindigkeit anpassen. Verkehrsteilnehmer sollten zudem auf Verkehrszeichen wie «Wildwechsel» und Geschwindigkeitsbegrenzungen achten, schreibt der BUND.

Der Nabu warnt, dass häufig den zuerst querenden Tieren zeitversetzt weitere Tiere folgen, so auch Jungtiere ihren Elterntieren. Bei Wildwechsel gilt demnach generell: das Fernlicht ausschalten, um die Tiere nicht zu blenden oder zu irritieren. Andernfalls könnten zum Beispiel Rehe regungslos auf der Fahrbahn verharren.

 

Bis wann wandern die Biber noch verstärkt?

Jungbiber können noch bis in den Juli verstärkt abwandern, wie das Ministerium sagt. Generell sei allerdings das ganze Jahr mit wandernden und Straßen querenden Bibern zu rechnen. Diese liefen auch über Straßen, um beispielsweise an besonders attraktive Nahrungsquellen wie Fallobst zu gelangen.

 

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