Nachrichten
Neues Projekt: KI soll Richtern durch den Aktendschungel helfen

Nachrichten Neues Projekt: KI soll Richtern durch den Aktendschungel helfen

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Richter müssen in Verfahren oftmals unzählige Seiten an Gerichtsakten lesen. Künstliche Intelligenz soll Ihnen künftig dabei unter die Arme greifen.

Richterinnen und Richter sollen künftig bundesweit beim Sichten von Akten Hilfe von Künstlicher Intelligenz erhalten. Das Landesjustizministerium erforscht derzeit nach eigenen Angaben, wie man Verfahrensstoff, der sich häufig über viele Ordner erstreckt, mittels KI inhaltlich zusammenfassen und vorstrukturieren kann.

Daran sind auch Partner aus der IT-Branche beteiligt. «Durch digitale Vorarbeit sollen die Richterinnen und Richter in die Lage versetzt werden, Akteninhalte schneller korrekt und vollständig zu erfassen», heißt es aus dem Haus von Justizministerin Marion Gentges (CDU). «Sie können sich so stärker auf die Verfahrensleitung, die rechtliche Würdigung der Akteninhalte und die persönliche Interaktion mit den Parteien konzentrieren.»

Richter müssen sehr viel lesen

Das Assistenzprogramm zur Aktenstrukturierung läuft unter dem Namen Akira. Hintergrund: Gerichtsakten umfassen heutzutage nicht selten mehrere hundert oder sogar tausend Seiten. Richterinnen und Richter müssen den Inhalt der Dokumente inhaltlich vollständig erfassen. Sie investierten viel Zeit in das Lesen und Aufbereiten der Verfahrensakten, teilt das Ministerium mit. Die geplante KI soll dabei auch hochkomplexe Inhalte aufbereiten können. Richterinnen und Richter aller Gerichtsbarkeiten in ganz Deutschland sollen die digitale Assistenz nutzen können. «Dies ermöglicht Justizangehörigen einen schnellen und präzisen Erstzugriff auf den Sach- und Streitstand», teilte Ministerialdirektor Elmar Steinbacher mit.

Künstliche Intelligenz in der Justiz schreitet voran

Auch das Heidelberger KI-Start-up Aleph Alpha ist an dem Projekt beteiligt. Zunächst soll es um die Sozialgerichtsbarkeit gehen – Richter des Sozialgerichts Ulm sollen Erfahrungen aus der Praxis einbringen.

Die Nutzung von KI schreitet auch in der Justiz voran. Der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe, Jörg Müller, etwa sprach zu Jahresbeginn davon, dass man «an der Schwelle zu disruptiven Veränderungen» stehe. Fachkräftemangel und eine zunehmende Komplexität des Rechts machen aus seiner Sicht den Einsatz von KI unumgänglich.

 

Weitere Nachrichten

Erste Hürde genommen – Europa-Park will siebtes Hotel bauen

Bis zu 350 Zimmer mehr: Es gibt grünes Licht für die Planung rund um Deutschlands größten Freizeitpark. Warum Besucher aber noch Geduld brauchen.

Laut Studie: Männer hören Frauen im Landtag weniger aufmerksam zu

Dass Abgeordnete häufig mal aufs Handy schauen, kennen Beobachter des Landtags. Offenbar mache es aber einen gewissen Unterschied, ob vorne eine Frau oder ein Mann redet, wie eine Studie nun nahelegt.

Karlsruher Schloss wird saniert: Wie das Badische Landesmuseum umzieht

Das Badische Landesmuseum muss ins Depot, weil das Karlsruher Schloss saniert wird. Das ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Ein Blick hinter die seit Ende September verschlossene Kulisse.

BBBank in Karlsruhe meldet Rekordergebnis nach Fusion mit PSD Bank

Die BBBank gewinnt 36.000 neue Kunden und steigert ihren Gewinn deutlich. Für das laufende Jahr ist bereits die nächste Fusion geplant.

Schaufenster durch Brand zerstört – 150.000 Euro Schaden in Karlsruhe

Unbekannte setzen in Karlsruhe Plastiksäcke vor einem Modegeschäft in Brand. Die Flammen verursachen einen Schaden von 150.000 Euro – die Polizei bittet um Hinweise.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.