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Niedrigwasser: Bodensee fällt auf historischen Tiefstand im Juli

News Niedrigwasser: Bodensee fällt auf historischen Tiefstand im Juli

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Anhaltende Trockenheit lässt den Wasserstand des Bodensees auf ein Rekordtief für Juli sinken. Vor der Insel Reichenau ist der Seegrund schon zu sehen. Hat das Niedrigwasser schon Folgen?

Der Bodensee-Pegelstand ist so niedrig wie noch nie zu dieser Jahreszeit – und er dürfte noch weiter sinken. Am Pegel Konstanz liegt der Wasserstand aktuell bei 318 Zentimeter. Am 7. Juli lag er bei 321 Zentimetern – so wenig wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 an einem 7. Juli noch nie gemessen, wie die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) mitteilte.

Der Wasserstand lag damit 81 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel für diesen Kalendertag. Zugleich wurde der bisherige Tiefstwert vom 7. Juli aus dem Dürrejahr 1976 um zwei Zentimeter unterschritten. Damals waren 323 Zentimeter gemessen worden.

Darum ist der Rekord bemerkenswert

Dieser Negativ-Rekord ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Bodensee Anfang Juli eigentlich vergleichsweise viel Wasser führt. Seine höchsten Wasserstände erreicht der See laut LUBW See normalerweise Ende Juni, wenn Schmelzwasser aus den Alpen zufließt.

Das Niedrigwasser ist Folge der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Monate. Nach Angaben der LUBW fiel insbesondere im Mai und Juni deutlich weniger Niederschlag als üblich. Ohne länger anhaltende und flächendeckende Regenfälle dürfte der Wasserstand in den kommenden Tagen weiter sinken. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist in den kommenden Tagen nicht mit Regen zu rechnen.

Die Folgen sind jetzt schon sichtbar. Vor der Insel Reichenau ist der Seegrund an einigen Stellen freigelegt. Außerdem können die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte die Landestelle Mannenbach auf der Schweizer Seeseite gegenüber der Insel derzeit nicht mehr anfahren. Weitere Einschränkungen für die Schifffahrt gibt es nach Angaben der Bodensee-Schiffsbetriebe bislang nicht.

Wasserstand im Winter niedriger

Ein Allzeitrekord ist der aktuelle Pegel nämlich nicht: Die niedrigsten Wasserstände erreicht der Bodensee üblicherweise erst im Winter. Mit 276 Zentimetern wurde der bislang niedrigste Pegelstand des Jahres laut LUBW am 9. Februar gemessen.

Der Bodensee folgt demnach einem natürlichen Jahresrhythmus. Seine höchsten Wasserstände erreicht er meist im Frühsommer und Sommer, wenn Schmelzwasser aus den Alpen sowie Regen den See speisen. Ab dem Spätsommer gehen diese Zuflüsse zurück.

Im Herbst und Winter fällt in den Alpen ein großer Teil des Niederschlags zudem als Schnee und wird zunächst gespeichert, statt in den Bodensee zu fließen. Deshalb sinkt der Pegelstand im Laufe des Jahres kontinuierlich und erreicht seine niedrigsten Werte meist im Winter.

 

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