News
Rauschgiftbilanz: Tödliche Mischung – mehr junge Tote durch Drogencocktails

News Rauschgiftbilanz: Tödliche Mischung – mehr junge Tote durch Drogencocktails

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Kokain, Benzodiazepine und andere Substanzen: Der Mischkonsum sorgt für ein hohes Risiko. Wen es vor allem trifft und was besonders tödlich wirken kann.

Gefährliche Designerdrogen haben in Baden-Württemberg ihren festen Platz unter den Rauschmitteln erobert. Die sogenannten Legal Highs, oft per Mausklick zu bestellen und als vermeintliches Badesalz oder Kräutermischung verschickt, gelten als überaus riskant. Nach Angaben des Innenministeriums kosteten die synthetischen Drogen im vergangenen Jahr 20 Menschen das Leben. Das sind zwar sechs weniger als im Jahr zuvor, aber zehnmal so viele wie im Jahr 2023.

Die sogenannten Neuen psychoaktiven Stoffe (NPS) ahmen die Wirkung bekannter Drogen nach, sind aber chemisch leicht verändert. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sieht einen Grund für die Zunahme der Toten im Anbauverbot von Schlafmohn in Afghanistan: «Die Verfügbarkeit von Heroin sank, was ein Ausweichen auf Neue psychoaktive Stoffe und synthetische Opioide oder opioidhaltige Medikamente zur Folge hatte», sagte er.

 

Nur etwas weniger Drogentote

Auch wegen solcher stark süchtig machender Drogen im Cocktail mit anderen Substanzen ist die Zahl der Todesfälle durch Rauschgift in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr auf hohem Niveau geblieben. Insgesamt starben 191 Menschen – 4 weniger als im Vorjahr. Laut Ministerium führte allein der Mischkonsum verschiedener Betäubungsmittel oder Ersatz- und Ausweichstoffe in 129 Fällen (2024: 126) zum Tode.

«Dieser Mischkonsum ist ein unkalkulierbares Gesundheitsrisiko», sagte Strobl. Besonders tragisch sei, dass immer mehr junge Menschen unter 30 Jahren betroffen seien. Unter den Drogentoten des vergangenen Jahres waren 159 (2024: 171) Männer und 32 (2024: 24) Frauen. 15 der Verstorbenen waren Heranwachsende, vier mehr als im Vorjahr. Wie schon 2024 zählten 2 zur Altersgruppe der Jugendlichen.

 

Schnell unberechenbar

Ein tödliches Risiko gehen Süchtige vor allem ein, weil sie solche Mischungen kaufen, ohne zu wissen, was darin ist. Ein Beispiel: Laut Bericht der Polizei starben im Südwesten 54 (2024: 50) Menschen durch eine Mischung aus Benzodiazepinen (kurz «Benzos» genannt) mit sonstigen Drogen.

Das legal verschriebene starke Beruhigungs- und Schmerzmittel wird immer stärker als Partydroge missbraucht, weil es die eigene Wahrnehmung und unangenehme Empfindungen dämpft, Ängste blockiert und entspannend wirkt. Doch mit Alkohol, Antidepressiva oder anderen Substanzen konsumiert, sind Wechselwirkungen schnell unberechenbar.

Auffällig zudem: Oft ist Kokain Teil der tödlichen Mischung. Der Anteil der tödlichen Mischintoxikationen mit Kokain stieg laut Bilanz auf 48 (2024: 36) Fälle. Andere Konsumenten kombinierten vor ihrem Tod Substitutionsmittel wie Methadon, Diamorphin oder Morphin mit Drogen. Heroin verliert hingegen sein tödliches Risiko trotz des florierenden Handels, wie es weiter hieß.

 

Weitere Nachrichten

Unbekannte Flüssigkeit auf Passanten in Karlsruhe gekippt – Zeugen gesucht

Was steckt hinter dem Vorfall in der Nacht auf Donnerstag? Nach dem Angriff mit einer unbekannten Flüssigkeit auf Passanten sucht die Polizei Zeugen.

Kein Aufschlag auf dem Wasen: Bierpreis soll dieses Jahr stabil bleiben

Das Stuttgarter Frühlingsfest naht – und wer aufs Geld achten muss, kann zumindest beim Bierpreis etwas durchatmen. Es soll keine Überraschungen geben, sagen die Wirte.

Leiche nahe dem Hauptbahnhof in Karlsruhe entdeckt

Unweit des Karlsruher Hauptbahnhofes wird ein toter Mann gefunden. Wer er ist und was zu seinem Tod führte, bleibt zunächst ein Rätsel. Die Polizei steht vor vielen offenen Fragen.

Update: Seeadler wieder da - Romeo hat Ausflug gut überstanden

Aufregung mit Happy End: Seit Ostermontag war der junge Seeadler Romeo auf Abwegen, doch dann klingelt das Telefon in der Greifenwarte. Wo hat sich Romeo herumgetrieben?

Osterbauarbeiten enden: ICE und Regionalzüge rollen wieder in Baden

Endlich wieder - fast - freie Fahrt: Nach dem Ende der Osterbauarbeiten rollen ICE und Regionalzüge bald wieder auf der Rheintalbahn. Aber noch nicht überall läuft schon alles wie gewohnt.

Seltener als Große Pandas: Goldkatzen-Nachwuchs im Zoo Heidelberg

Im Heidelberger Zoo gibt es seltenen Nachwuchs: Zwei Asiatische Goldkatzen wurden geboren. Europaweit leben jetzt acht dieser Tiere in Zoos.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.