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So sehr boomen Balkonkraftwerke in Baden-Württemberg

News So sehr boomen Balkonkraftwerke in Baden-Württemberg

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Balkonsolaranlagen sind so gefragt wie nie: Leistungsstärkere Module und einfache Installation sorgen für einen Boom in Baden-Württemberg.

Mehr Leistung, gefallene Preise sowie Verfügbarkeit bei Discountern, Baumärkten oder Möbelhäusern: Immer mehr Steckersolargeräte sind an den Balkonen und Terrassen in Baden-Württemberg installiert. Im Jahr 2025 kamen 59.234 der Mini-Photovoltaik-Anlagen von Privatpersonen hinzu, die sie an ihrem Balkon oder auf ihrer Terrasse anbrachten, wie die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) und das Solar Cluster Baden-Württemberg in Karlsruhe mitteilten. Die neu installierte Leistung liege bei 71 Megawatt – das sind 3,5 Prozent des gesamten Zubaus im Land im vergangenen Jahr.

Insgesamt sind in Baden-Württemberg nun 161.141 Steckersolaranlagen im Marktstammdatenregister angemeldet, die gesamte installierte Leistung beträgt 160 Megawatt. Im Jahr 2024 hatten Privatleute rund 500 Balkonsolaranlagen mehr in das Marktstammdatenregister eingetragen als 2025. Die gesamte neu installierte Leistung (57 Megawatt) lag jedoch deutlich darunter, bei nur 80 Prozent von 2025. Die Geschäftsführerin der Landesenergieagentur, Martina Hofmann, sagte, ein Grund sei die zunehmende Leistung neuer Module. Hauseigentümer und Mieter installierten zudem inzwischen im Durchschnitt eher drei statt zwei Module, wenn sie sich eine Balkonsolaranlage zulegten. Entsprechend steige die Leistung trotz der gleichen Anzahl an neuen Balkonsolaranlagen.

Energieministerin Thekla Walker (Grüne) sagte, der Südwesten stehe bundesweit auf Platz 2 beim Ausbau der Solarenergie. «Damit setzen wir ein starkes Zeichen und zeigen, welches Potenzial in der Photovoltaik steckt.»

Der Weg zum eigenen Balkonkraftwerk

Ein solches Balkonkraftwerk zu installieren, ist inzwischen relativ leicht. Mieter und Wohnungseigentümer müssen ihren Vermieter beziehungsweise ihre Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) vor dem Anbringen des Geräts weiterhin um Erlaubnis bitten. Diese können den Wunsch aber nur noch in Ausnahmefällen ablehnen.

Sind die Solarmodule mit einem Wechselrichter versehen, kann die Anlage in der Regel über eine handelsübliche Steckdose in Betrieb genommen werden. Seit Ende 2025 geht das bei einer Leistung der Module von bis 960 Watt mit einem haushaltsüblichen Schuko-Stecker. Bei einer höheren Leistung der Module sei der Wieland-Stecker Pflicht, teilten KEA-BW und das Solarcluster Baden-Württemberg weiter mit. Dafür braucht es eine spezielle Steckdose, die in der Regel der Elektriker installiert.

Die Anlage muss nicht mehr beim Netzbetreiber angemeldet werden. Es reicht laut Mitteilung die Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aus. Die Behörde reicht die Anmeldung dann an den Netzbetreiber weiter.

 

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