News aus Baden-Württemberg
Städtetag besteht auf Landesmitteln für Lehrer-Laptops

News aus Baden-Württemberg Städtetag besteht auf Landesmitteln für Lehrer-Laptops

Quelle: Felix Kästle
dpa

Zwischen Land und kommunalen Schulträgern wird nicht selten über die mit Schulen verbundenen Kosten gestritten. Die Debatte um die digitale Ausstattung von Gebäuden, Lehrern und Schülern ist ein Dauerbrenner. Die Städte pochen auf Klarheit bei der Finanzierung.

Der Städtetag sieht das Land in der Pflicht, ab 2023 die Kosten für die Ausstattung neuer Lehrkräfte mit Laptops zu übernehmen. «Die Kommunen können sich zwar weiter um Beschaffung und Administration der Geräte kümmern, aber ab 2023 muss das Land als Arbeitgeber für neue Computer seiner Bediensteten aufkommen», sagte Bildungsdezernent Norbert Brugger der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit sei der Kommunalverband in Verhandlungen mit dem Land, wie es mit der Digitalisierung der Schulen im nächsten Jahr weitergehe. Das 650 Millionen Euro starke Bundesprogramm und das 65 Millionen Euro Zusatzprogramm für Leihgeräte für Lehrkräfte seien in Baden-Württemberg fast ausgeschöpft. Der Kommunalverband verlangt vom Land eine dauerhafte und vollständige Finanzierung von Lehrergeräten ab 2023. «Milliarden für digitale Schulen auszugeben und nichts für digitale Lehrergeräte macht absolut keinen Sinn», betonte Brugger.

Auch für den bis Jahresende geregelten Support und die Wartung sowohl der Lehrer- als auch der Schülergeräte müsse eine dauerhafte und faire Lösung gefunden und gesetzlich verankert werden. Aus Sicht des Städtetags ist das Fernziel eine Ausstattung der landesweit 133 000 Lehrkräfte und 1,5 Millionen Schüler mit einem persönlichen Gerät. 280 000 Schüler aus bedürftigen Familien hätten diese für 130 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm von Land und Bund für Onlineunterricht während der Pandemie bekommen.

Ansonsten sei die Datenlage miserabel, kritisierte Brugger. Seit 2006 sei der Stand der Digitalisierung an den Schulen im Land nicht mehr erhoben worden. Damals kamen auf ein Gerät zehn Schüler. Das heutige Verhältnis sei unbekannt. Ebenso unklar sei, wie viele Lehrkräfte und Schüler bereits eigene Geräte nutzten und welche digitale Infrastruktur an den Schulen vorhanden sei.

«Wir wissen da nicht, wo wir landesweit stehen», bemängelte Brugger. «Wer die Gegenwart nicht kennt, kann die Zukunft nicht seriös planen.» Benötigt werde ein Ausbauplan für die nächsten Jahre. Der Kommunalvertreter schlug vor, das Statistische Landesamt mit regelmäßigen Erhebungen zur digitalen Ausstattung der Schulen im Land zu beauftragen.

Brugger warnte davor, dass mit dem Abflauen der Pandemie die Digitalisierung wieder an Bedeutung verliere. Manche Lehrer seien einfach froh, wieder im Klassenzimmer zu unterrichten, und legten digitale Lernformen ad acta. «Auch beim Ministerium vermisse ich die Ermutigung für Lehren und Lernen per Computer – einen Ruck für die Digitalisierung sehe ich nicht.»

 

Weitere Nachrichten

Linienbus rollt in Heidelberg führerlos in Wohnhaus: 18 Verletzte

Folgenreicher Bus-Check: Ein Linienbus rollt auf abschüssiger Straße führerlos in ein Haus. Der Fahrer hatte nach einem Türdefekt geschaut. Die Polizei notiert 18 Verletzte.

Karlsruher Storchenexpertin: Population könnte schrumpfen

Die Zahl der Störche in Baden-Württemberg könnte nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren wieder sinken.

Polizei-Studie: Baden-Württemberg lehnt Teilnahme ab

Rechte Umtriebe und Rassismus bei der Polizei? Dieser Verdacht nach einigen Vorfällen empörte viele Beschäftigte. Eine breiter angelegte Studie über den Alltag der Polizisten sollte trotzdem den Problemen auf den Grund gehen. Doch im Südwesten wird daraus wohl nichts.

Sigmaringen: Betrunkener schmeißt seinen Hund auf Bahngleise

Ein Betrunkener hat in Sigmaringen seinen Hund auf die Bahngleise geworfen. Der Pitbull-Terrier-Mischling verletzte sich an den Beinen, wie die Polizei mitteilte.

Fachkräftemangel für Ganztagsbetreuung in Schulen ist massiv

Eine Betreuung für Grundschulkinder nach Schulschluss? In Baden-Württemberg ist das längst nicht flächendeckend der Fall. Hier herrscht oft das traditionelle Bild: Ab Mittag ist das Schulkind wieder zu Hause. Für den Rechtsanspruch fehlt vor allem Personal.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.