KSC Stimmen zum KSC-Heimspiel gegen Dresden: „Sehr wertvoller Punkt für uns“
Der Karlsruher SC hat am Sonntagnachmittag, 08. März 2026, vor rund 33.200 Zuschauern mit 3:3 gegen Dynamo Dresden gewonnen. Die Tore der Badener haben Marvin Wanitzek mit zwei Elfmetern und Louey Ben Farhat erzielt. meinKA hat die Stimmen zum Spiel!
meinKA: Wie hast du das Spiel heute erlebt?
Timon Pauls, KSC-Sportdirektor: „Am Ende nehmen wir das 3:3 gerne mit, auch weil wir Dresden damit weiter auf Distanz halten. Klar, ganz am Ende hätten wir sogar noch das 4:3 machen können. Von außen konnte ich die Szene nicht genau sehen, aber es sah sehr knapp aus. Trotzdem muss man sagen, dass wir in der ersten Halbzeit wirklich richtig schwach waren. Wir waren nicht in den Duellen, waren sehr ungenau und haben viele Passfehler gemacht. Außerdem waren wir immer zwei oder drei Schritte zu spät und haben den Gegner dadurch immer wieder in Drucksituationen gebracht.
Teilweise hatte man in der ersten Hälfte fast das Gefühl, der Gegner sei uns überlegen. Ich glaube aber, dass die Ansprache des Trainers in der Halbzeit und der Hinweis darauf, worum es hier eigentlich geht, etwas ausgelöst haben. Man hat gesehen, dass diese Mannschaft Charakter hat. Das haben die Jungs in der zweiten Halbzeit gut gezeigt.
Deshalb denke ich, dass der Punkt am Ende in Ordnung geht. Trotzdem müssen wir natürlich darüber sprechen, dass die erste Halbzeit für ein Heimspiel deutlich zu wenig war. Wir hatten kaum Ballbesitz und waren eigentlich nur im Verteidigungsmodus.“
meinKA: Habt ihr beim 1:3 zur Halbzeit und dem Spielverlauf bis dahin noch daran geglaubt zurückzukommen?
Marcel Franke, KSC-Verteidiger: „Es wurde vorhin im Kreis gefragt, wer noch daran glaubt, und da haben tatsächlich ein paar die Hand gehoben. Natürlich hofft man immer, dass man das Spiel noch drehen kann. Den Glauben hat man immer. Aber klar: Wenn man die erste Halbzeit gesehen hat, waren wir sehr weit weg von einem Unentschieden oder sogar einem Sieg.
Ich bin jetzt im vierten Jahr hier und habe schon viele Spiele erlebt. Wenn der Wildpark einmal richtig mitgeht, wird es für jeden Gegner schwer. Wir haben es dann geschafft, die Fans wieder mitzunehmen. Wenn diese Lautstärke im Stadion entsteht, spielt der Gegner hier nicht mehr so gerne. Wenn wir dann auch noch vernünftig Fußball spielen und Druck machen, kann das den Gegner irgendwann erdrücken. Das haben wir in der zweiten Halbzeit geschafft und uns am Ende zumindest mit einem Punkt belohnt.“
meinKA: Hat die Halbzeitpause heute eure Mentalität aufgeweckt?
Marcel Franke, KSC-Verteidiger: „Wenn du so einer ersten Halbzeit hinterherläufst, ist eine Viertelstunde Pause manchmal ganz gut, um wieder runterzukommen. Natürlich hat der Trainer auch taktisch eingegriffen. Wir hatten dann mehr Spieler im zentralen Mittelfeld, haben mit einer Raute gespielt und dadurch mehr Präsenz im Zentrum gehabt. Außerdem hatten wir mehr fußballerische Qualität auf dem Platz. Wichtig war aber auch, dass wir uns mit dem Ball mehr zugetraut haben. In der ersten Halbzeit sind wir viel hinterhergelaufen, und wenn wir den Ball hatten, haben wir ihn schnell wieder verloren. Das ist so ein Spiel, aus dem man auch Energie ziehen kann – gerade für die nächsten Wochen.“
meinKA: Wie erklärst du dir die völlig unterschiedliche Leistung in den beiden Halbzeiten?
Christian Eichner, KSC-Cheftrainer: „Man muss aufpassen, dass man so etwas nicht nur auf Systeme schiebt. Im Fußball wird heute viel über Systeme gesprochen. Aber das Wichtigste im Fußball ist etwas anderes: Wie gehe ich in den Zweikampf? Wie gehe ich auf meinen Gegenspieler zu? Wie sehr will ich den Ball? Wie klar bin ich in meinen Aktionen? Wenn das nicht stimmt, dann gewinnst du kein Spiel – egal, welches System der Trainer mit den Magneten auf der Taktiktafel verschiebt. Genau das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gemacht. Wir haben den Gegner eher begleitet, statt richtig zu attackieren. Und wenn dann noch ein mutiger und ballsicherer Gegner dazukommt, funktioniert das einfach nicht.
Wenn du dann aber einmal in so eine Phase kommst, in der solche Dinge wieder funktionieren, dann wirst du mutiger. Der Gegner wird vielleicht etwas passiver, und plötzlich entstehen genau solche Spielverläufe. Unsere Jungs waren in der ersten Halbzeit einfach fahrig und träge. Das kann man ansprechen, aber manchmal findet man im Nachhinein auch keine klare Erklärung dafür. Das ist dann eben Fußball.“
meinKA: Wie war es für dich, nach zwei Jahren wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz zu stehen und früh ein Tor zu kassieren?
Robin Himmelmann, KSC-Torhüter: „Ja, das war, glaube ich, in der dritten Minute. Der Ball geht irgendwie zwischen Hand und Fuß durch. Ich glaube, ich bekomme ihn noch mit dem Unterarm, drücke ihn an mich und dann rutscht er mir doch wieder weg. Aber letztlich geht das Spiel ja weiter. Deshalb musste ich schnell einen Haken dahinter machen. Das Tor kann ich nicht mehr zurückholen. Beim zweiten Gegentor war das aus drei Metern Entfernung einfach extrem schwer zu verteidigen. In so einer Situation ist es sehr schwierig, noch etwas zu machen. Umso mehr freut es mich natürlich, dass wir noch zurückgekommen sind. Und der Treffer kurz vor Schluss hat dem Ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Ich glaube, insgesamt geht das Unentschieden aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung.“
meinKA: Hat es sich heute nach einem gerechtfertigten Unentschieden angefühlt und hast du gleich realisiert, dass dein vermeintliches 4:3 Abseits war?
Louey Ben Farhat, KSC-Stürmer: „Nein, tatsächlich nicht. Sonst hätte ich mir wahrscheinlich das Trikot ausgezogen, um ehrlich zu sein. Als ich hochgeschaut habe und gesehen habe, dass der Ball in der letzten Minute über die Linie geht, schaltet der Kopf einfach aus. Dass es am Ende Abseits war, ist natürlich schade.
Ich würde sagen, wir können den einen Punkt auf jeden Fall mitnehmen. Es sind aber gemischte Emotionen. Wir sind in der ersten Halbzeit erst einmal hingefallen, sind dann aber gemeinsam wieder aufgestanden – mit den Fans und der Kulisse im Rücken. Deshalb nehmen wir den Punkt am Ende mit.“