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Supermärkte suchen Tausende Beschäftigte für Bedientheken

Nachrichten Supermärkte suchen Tausende Beschäftigte für Bedientheken

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

In den Supermärkten fehlt es an Personal für Servicetheken mit Fleisch oder Käse. Einige Händler wollen deshalb stärker auf Selbstbedienung setzen, andere holen Fachkräfte aus dem Ausland.

Die großen Supermarktketten in Deutschland suchen tausende neue Mitarbeiter für Bedientheken mit Fleisch, Wurst oder Käse. Im Stellenportal von Edeka sind zurzeit rund 4600 offene Stellen dafür eingestellt, bei Rewe mehr als 3400. «Vor allem Metzger und Fleischfachverkäufer werden händeringend gesucht», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Philipp Hennerkes. Der Bedarf steige seit Jahren, weil zu wenig Nachwuchs nachkomme.

Der Handel ist insgesamt stark betroffen von Fachkräftemangel. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) gibt es rund 120.000 offene Stellen. Die personellen Engpässe an den Servicetheken treffen vor allem Supermärkte wie Rewe, Edeka und Kaufland. «Die Theken und die Beratung sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Discount, da wollen die Unternehmen gut sein», sagte Hennerkes.

Mangels Personal setzen Edeka-Händler in einigen Regionen auch auf flexiblere Ladenbaukonzepte, wo Waren auch zur Selbstbedienung (SB) angeboten werden können, wie die «Lebensmittel Zeitung» jüngst berichtete. Die sogenannten hybriden Theken kommen in Randzeiten demnach auch ohne Personal aus. Der BVLH bestätigt, dass die Zahl solcher Mischformen zunimmt.

Edeka widersprach dabei Berichten, wonach den Frischetheken die Abschaffung drohen könnte. Die Theken seien «das Herzstück in den Edeka-Märkten» und blieben weiterhin wichtig, sie stünden nicht zur Diskussion, teilte das Unternehmen mit. Nahezu alle der rund 7000 Edeka-Märkte seien mit Theken für Fleisch, Wurst oder Käse ausgestattet.

Händler rekrutiert Personal aus Indien

«Keiner bei Edeka will seine Bedientheke schließen», sagte der Geschäftsführer von Edeka Hieber, Karsten Pabst. Das Unternehmen, dem 16 Märkte in Baden-Württemberg gehören, ist einer der größten selbstständigen Edeka-Händler in Deutschland. Man versuche die Bedientheken eher auszubauen, sagte Pabst, dennoch sei es sinnvoll, diese durch SB-Konzepte zu ergänzen. Auch Hieber spürt die Nachwuchsprobleme. Dafür wird nicht nur in Deutschland nach Personal gesucht. Die Supermarktkette rekrutiert Auszubildende, speziell für die Fleischtheke, aus Indien. Andere Edeka-Händler haben ähnliche Projekte.

Stärker auf Selbstbedienung setzen will der Edeka-Händler Stadler und Honner aus Bayern. «Wir tun uns heute immer schwerer, die Theken zu besetzen», sagte Geschäftsführer Daniel Honner der «Lebensmittel Zeitung». In einem Markt in München sei die Bedientheke von 24 auf 7,5 Meter verkürzt worden, auf den restlichen Metern werde SB-Fleisch und -Wurst angeboten. Honner begründet dies auch mit einem veränderten Kaufverhalten. «Wir passen uns damit im urbanen Raum der Nachfrage an. Der 20-jährige Student kauft in München anders ein als die 70-jährige Rentnerin auf dem Land.»

Bei Rewe haben die Bedientheken «weiterhin Zukunft», wie das Unternehmen mitteilt. Etwa 2000 der 3800 Rewe-Märkte verfügen demnach über Theken als Ergänzung zum SB-Angebot. Die zunehmende Digitalisierung in den Märkten schaffe Spielräume, Mitarbeitende verstärkt in den serviceorientierten Tätigkeiten einzusetzen, hieß es. Der Vollsortimenter Kaufland sucht im Internet ebenfalls nach Personal für die Bedientheken. «Unsere Kunden schätzen dieses Angebot sehr. Wir bieten deshalb im Großteil unserer Filialen Bedientheken an und werden dies auch weiterhin tun», sagte eine Sprecherin. Um den Kunden freie Wahl zu lassen, gebe es neben den Theken abgepackte Produkte zur Selbstbedienung.

 

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