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Tarifkonflikt: Das bedeuten die Warnstreiks an Unikliniken für Patienten

News Tarifkonflikt: Das bedeuten die Warnstreiks an Unikliniken für Patienten

Quelle: Stefan Puchner/dpa
dpa

Wegen Warnstreiks müssen sich Patienten an den Unikliniken im Land auf Einschränkungen einstellen. Wo und wie lange gestreikt werden soll und was genau droht.

Patientinnen und Patienten an vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg müssen sich in den nächsten Tagen auf Einschränkungen und längere Wartezeiten einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten an den Kliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen von Montag an zu mehrtägigen Warnstreiks auf.

Im Freiburg und Ulm sollen die Kliniken Montag, Dienstag und Mittwoch komplett bestreikt werden, in Heidelberg und Tübingen wird einem Gewerkschaftssprecher zufolge Montag und Dienstag komplett gestreikt und am Mittwoch nur teilweise. Am Mittwoch treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber demnach zur dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde. Dort will die Gewerkschaft dann auch vor Ort mit einer Protestaktion auf die Arbeitgeber Druck machen.

Verdi: «Die Leute sind sauer»

Patientinnen und Patienten müssen sich wegen des Warnstreiks wohl auf Einschränkungen einstellen. Die Notfallversorgung ist nach Angaben der Gewerkschaft immer gewährleistet. Man rechne aber damit, dass an den Kliniken zahlreiche OP-Säle geschlossen bleiben müssten. Auch sei damit zu rechnen, dass nicht alle Betten belegt werden könnten.

Die Gewerkschaft rechnet mit einer starken Beteiligung an der Streikaktion. «Die Arbeitgeber haben alles getan, damit die Leute sauer sind. Wir gehen davon aus, dass wir mehr Streikende haben werden als bei den Streiktagen davor», sagte Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker. Die Arbeitgeber wollten Reallohnverluste für fast drei Jahre festschreiben, eine Option auf eine 45-Stunden-Woche, eine Jahressonderzahlung an Krankentage koppeln und den Schutz bei drohendem Personalabbau verschlechtern, so die Kritik des Gewerkschafters.

Arbeitgeber verweisen auf schlechte Finanzlage

Hintergrund des Ausstands sind die Tarifverhandlungen für rund 26.000 Beschäftigte der vier Unikliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das unter anderem eine Einmalzahlung von 400 Euro und eine Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten vorsieht. Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige Finanzlage der Kliniken und auf erwartete Auswirkungen der Gesundheitsreform der Bundesregierung.

 

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