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Top-Manager im Südwesten: Wer verdient wie viel?

News Top-Manager im Südwesten: Wer verdient wie viel?

Quelle: Jens Wolf
dpa

Die Millionen-Gehälter der Top-Manager im Südwesten unterscheiden sich stark. Wer musste 2025 Federn lassen? Und wer verdiente mehr? Ein Überblick.

Ob Autobauer, Softwarekonzern oder Baustoffhersteller – die Chefs großer börsennotierter Unternehmen im Südwesten verdienen in den meisten Fällen mehrere Millionen Euro im Jahr. Doch nicht bei allen entwickelte sich die Vergütung zuletzt nach oben.

Zum Verständnis: Vorstände von großen Börsenunternehmen werden nach komplexen Systemen bezahlt. Im Wesentlichen setzen sich ihre Bezüge aus einem Festgehalt sowie kurz- und langfristigen Vergütungen zusammen. Die Boni machen dabei oftmals einen großen Teil des Gehalts aus. Sie sind unter anderem vom Erreichen von bestimmten Ziele abhängig – zum Beispiel bei wichtigen Finanzkennzahlen oder der Entwicklung des Aktienkurses.

Das haben die Top-Manager in Baden-Württemberg 2025 verdient:

 

Christian Klein (SAP)

Insbesondere die langfristig gute Entwicklung des Aktienkurses hat Christian Klein ein sattes Gehalt eingebracht. Der Chef des Softwarekonzerns SAP verdiente im vergangenen Jahr gut 16,2 Millionen Euro. Rund 90 Prozent der Summe geht auf erfolgsabhängige Boni zurück. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Vergütung des Top-Managers aber geringer aus. 2024 hatte Klein fast 19 Millionen Euro verdient – und war dadurch zum Spitzenverdiener unter den Dax-Vorstandschefs aufgestiegen.

2025 stieg der Umsatz des Konzerns dank des starken Plus bei Cloudsoftware um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn auf 7,5 Milliarden Euro. Dennoch litt die SAP-Aktie zuletzt unter der Sorge, dass das Geschäftsmodell der Walldorfer durch KI zunehmend gefährdet sein könnte. Seit seinem Hoch vor einem Jahr hat das Papier deutlich an Wert verloren. Auf längere Sicht ist die Entwicklung jedoch weiterhin positiv.

 

Ola Källenius (Mercedes-Benz)

Das durchwachsene Geschäftsjahr 2025 bei Mercedes-Benz hatte auch Folgen für Vorstandschef Ola Källenius. Dessen Gesamtvergütung ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der Chef des Stuttgarter Autobauers erhielt 2025 rund 8,8 Millionen Euro – nach rund 12,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Minus von etwa 30 Prozent.

Der Rückgang lässt sich hauptsächlich mit der niedrigeren variablen Vergütung erklären, die an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt ist. Bei Mercedes war der Gewinn 2025 um knapp die Hälfte eingebrochen. Auch Umsatz und Absatz gingen zurück. Bereits 2024 hatte der Dax-Konzern ein deutliches Minus beim Gewinn verzeichnet. Der Autobauer reagierte darauf mit einem Sparprogramm.

 

Dominik von Achten (Heidelberg Materials)

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat sich 2025 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gut behauptet. Das gilt auch für das Gehalt vom Vorstandschef Dominik von Achten. Der Manager verdiente 8,7 Millionen Euro – und damit etwa genauso viel wie ein Jahr zuvor.

Heidelberg Materials ist eines der größten Baustoffunternehmen der Welt. Trotz teilweise rückläufiger Absatzmengen legte der Umsatz um gut ein Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro zu. Der Jahresüberschuss stieg um gut ein Zehntel auf 2,13 Milliarden Euro. Das Management führte das auf «konsequentes Kostenmanagement» zurück.

 

Oliver Blume (Volkswagen und Porsche)

Für seine zwei Jobs an der Spitze von Volkswagen und Porsche erhielt Oliver Blume im vergangenen Jahr insgesamt gut 7,4 Millionen Euro. Davon kamen etwa 1,9 Millionen Euro von Porsche. Die Summe umfasst neben dem Grundgehalt auch die Altersvorsorge und langfristige Zahlungen, unter anderem für den Porsche-Börsengang. 2024 hatte Blume noch rund drei Millionen Euro mehr verdient. Seit Jahresbeginn konzentriert er sich auf den Chefposten bei Volkswagen, in Stuttgart-Zuffenhausen hat Michael Leiters übernommen.

Blume hat daher vor seinem Abgang noch die Strategie bei Porsche umgekrempelt – mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben. Die Milliardenkosten für den Kurswechsel haben den Gewinn des Sport- und Geländewagenbauers 2025 größtenteils aufgezehrt. Das Ergebnis nach Steuern brach im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden gewesen. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro. Das hatte für alle Vorstände – auch Blume – Folgen: Einen Jahresbonus gab es für sie nicht.

 

Daniel Grieder (Hugo Boss)

Auch beim Vorstandschef des Modekonzerns Hugo Boss blieb im vergangenen Jahr etwas weniger hängen. Daniel Grieder verdiente 5,27 Millionen Euro – ein Zehntel weniger als ein Jahr zuvor. Erklären lässt sich das insbesondere mit einem niedrigeren Langfristbonus, dessen Höhe sich unter anderem an der Aktienkursentwicklung bemisst.

Der MDax-Konzern aus Metzingen bei Tübingen hatte im vergangenen Jahr die schwache Wirtschaftsentwicklung zu spüren bekommen. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 4,27 Milliarden Euro. Den Gewinn hat der Modekonzern aber dank Einsparungen steigern können. Für 2026 gibt sich das Management weiterhin vorsichtig und rechnet mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang.

 

Thomas Olemotz (Bechtle)

Bechtle rüstet Behörden und Gewerbekunden vor allem aus dem Mittelstand mit Computern und Netzwerkgeräten und der dazugehörigen Software aus. Die Vergütung von Konzernchef Thomas Olemotz stieg im vergangenen Jahr um rund 18 Prozent auf 5,87 Millionen Euro. Grund dafür sind höhere Boni.

Nach einer längeren Durststrecke hatte Bechtle 2025 wieder etwas Wind unter die Flügel bekommen – vor allem im vierten Quartal. Der Gesamtjahresumsatz legte um rund zwei Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zu. Das Geschäftsvolumen – das auch Softwareverkäufe vollständig erfasst – kletterte um gut acht Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Der Vorsteuerergebnis lag bei 324,2 Millionen Euro und damit etwa sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Der MDax-Konzern hatte wegen der schwachen Konjunktur lange unter der Zurückhaltung der Kunden aus dem Mittelstand und von Behörden gelitten.

 

Karin Rådström (Daimler Truck)

Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström hat im vergangenen Jahr mehr verdient – und das trotz eines Gewinneinbruchs. Rådström erzielte 2025 eine Gesamtvergütung von 3,2 Millionen Euro. 2024 hatte sie noch 2,85 Millionen Euro verdient. Das entspricht einem Plus von rund 13 Prozent. Der Anstieg lässt sich vor allem mit einem deutlichen Plus beim Grundgehalt erklären. Es stieg von rund 813.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro. Die variable Vergütung sank hingegen leicht.

Rådström ist erst seit Oktober 2024 Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Sie war 2024 also nur wenige Monate auf dem Top-Posten, der mit einer entsprechenden Bezahlung einhergeht. Der Gewinn des Nutzfahrzeugherstellers ist 2025 um 34 Prozent eingebrochen. Das Konzernergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr von rund 3,1 Milliarden Euro auf zwei Milliarden Euro. Auch der Umsatz und der Absatz gingen zurück. Vor allem US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft belastet.

 

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