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Umfrage: So trifft der Iran-Krieg die Südwest-Wirtschaft

News Umfrage: So trifft der Iran-Krieg die Südwest-Wirtschaft

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Der Iran-Krieg dauert bereits mehr als sieben Wochen. Viele Verbraucher bekommen die Folge gerade vor allem an der Zapfsäule zu spüren. Doch auch vielen Unternehmen macht der Konflikt zu schaffen.

Die Folgen des Iran-Kriegs sind für die Unternehmen in Baden-Württemberg zunehmend spürbar. In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) gaben 85 Prozent der befragten Betriebe im Land an, branchenübergreifend durch den Konflikt beeinträchtigt zu sein. Zwischen dem 13. und 15. April 2026 beteiligten sich 372 Südwest-Firmen an der Erhebung.

Am deutlichsten schlagen demnach steigende Fracht- und Transportkosten zu Buche. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen berichteten von Belastungen – vor allem in der Industrie (75 Prozent) und im Handel (78 Prozent).

Als Beispiel nennt die IHK Region Stuttgart, die im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) für die Volkswirtschaft zuständig ist, die Kosten für einen 20-Fuß-Container von China nach Deutschland: Der koste aktuell 2.100 Euro, vor dem Konflikt seien es 1.800 Euro gewesen. Zwar verlaufe die zentrale Handelsroute zwischen China und Europa nicht durch die Straße von Hormus – die Spannungen in der Region erhöhten aber die Kosten für Energie, verknappten Kapazitäten und trieben damit die Transportpreise.

Lieferketten: Engpässe noch begrenzt

Geopolitische Krisen wirken nach Angaben von BWIHK-Vizepräsident Claus Paal direkt und indirekt in die Lieferketten und Kostenstrukturen der Unternehmen hinein. «Gerade für eine exportorientierte Wirtschaft wie Baden-Württemberg sind stabile Handelswege essenziell.»

Lieferengpässe sind der Erhebung zufolge derzeit zwar noch weniger stark ausgeprägt. Die Risiken blieben aber hoch. In der Industrie berichteten den Angaben nach 43 Prozent der befragten Unternehmen von Einschränkungen. Ähnlich viele Unternehmen (46 Prozent) registrierten auch Preiserhöhungen. Viele Betriebe könnten diese Kosten nicht ohne Weiteres weitergeben.

Unternehmen reagieren auf Iran-Krieg

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten prägt aktuell das wirtschaftliche Handeln. 34 Prozent der befragten Industrieunternehmen bauen demzufolge vorsorglich ihre Lagerbestände aus, 63 Prozent intensivieren ihr Risikomanagement. Zugleich stellten 35 Prozent Projekte oder Investitionen vorerst zurück. «Die Unternehmen fahren auf Sicht», teilte Paal mit. «Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, drohen weitere Belastungen für Produktion, Preise und Beschäftigung – das können wir uns wirtschaftlich derzeit nicht leisten.»

Am 28. Februar hatten die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen. Dieser reagierte mit Raketenbeschuss und attackierte Ziele in Israel und der ganzen Golfregion. Für die Erhebung haben die Deutsche Industrie- und Handelskammer und die IHKs bundesweit rund 2.400 Betriebe befragt. Der BWIHK ist der Dachverband der Industrie- und Handelskammern im Land und vertritt nach eigenen Angaben mehr als 650.000 Unternehmen.

 

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