News aus Baden-Württemberg
Umleitungsstrecken: Bahn-Gewerkschaft fürchtet Busfahrermangel

News aus Baden-Württemberg Umleitungsstrecken: Bahn-Gewerkschaft fürchtet Busfahrermangel

Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
dpa

Mit der Generalsanierung wichtiger Schienenkorridore kommen in den nächsten Jahren weitreichende Einschränkungen auf Fahrgäste zu. Sie müssen dann auf Hunderte Ersatzbusse umsteigen. Die Bahn-Gewerkschaft EVG befürchtet dabei einen entscheidenden Engpass.

Der Mangel an Busfahrerinnen und Busfahrern ist aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) das zentrale Problem bei der Generalsanierung wichtiger Schienenkorridore ab dem kommenden Jahr. «Für den Ersatzverkehr sind ausreichend Fahrzeuge bestellt», sagte EVG-Chef Martin Burkert der Deutschen Presse-Agentur. «Doch was das Personal angeht, ist die Situation ungemein schwieriger.»

Los geht es im kommenden Sommer auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Der wichtige Fernverkehrskorridor wird für rund fünf Monate vollständig gesperrt und rundum saniert. Damit die Fahrgäste trotzdem in die angrenzenden Regionen kommen, hat die Bahn rund 400 Ersatzbusse bestellt. Die EVG bezweifelt, dass dafür ausreichend Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung stehen. «Da geht es nicht nur um Gehaltsfragen, sondern auch um die Arbeitsbedingungen», betonte Burkert. «Das ist eine enorme Herausforderung, die bewältigt werden muss, nicht nur für ein Jahr, sondern jedes Jahr bis mindestens 2030.»

Bis dahin will die Bahn knapp 40 weitere Schienenkorridore generalsanieren. Nach der Riedbahn sind im Jahr 2025 die Strecken Berlin-Hamburg und Emmerich-Oberhausen dran. Der Bund hat zugesagt, die Sanierungsvorhaben bis 2027 mit zusätzlich rund 40 Milliarden Euro zu finanzieren.

Ab dem kommenden Jahr soll die Bahninfrastruktur, die derzeit von der Bahn-Tochter DB Netz betrieben wird, in eine neue, dem Gemeinwohl verpflichtete Infrastrukturgesellschaft überführt werden. Das Infrago genannte Unternehmen bleibt dabei unter dem Dach der Deutschen Bahn. Der Bund soll indes weiterreichende Aufsichts- und Kontrollmöglichkeiten erhalten. Damit soll das neue Unternehmen vom Gewinndruck befreit werden. Kritikern geht dieser Schritt nicht weit genug. Insbesondere die Grünen und auch die Union haben eine Zerschlagung des Konzerns und eine vollständige Trennung zwischen der Infrastruktur und dem Betrieb gefordert.

Die EVG hatte sich stets gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. «Die Infrago ist der Kompromiss, um die Zerschlagung der Deutschen Bahn zu verhindern», sagte Burkert. «Für uns ist entscheidend, dass die Arbeitnehmerinteressen gewahrt werden und die zugesicherte Finanzierung für die Generalsanierung auch kommt.» Über die endgültige Aufstellung und Struktur der Infrago soll an diesem Mittwoch der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn abstimmen.

 

Weitere Nachrichten

Explosionsgefahr nach Brand in Ettlingen – Gebiet evakuiert

Mehrere Gasflaschen heizen sich nach einem Brand im Kreis Karlsruhe gefährlich auf – die Feuerwehr kühlt die Flaschen, aber Anlieger in einem 200-Meter-Radius müssen ihre Häuser verlassen.

Warum Baden im Rhein auch bei Niedrigwasser gefährlich ist

Fachleute warnen eindringlich davor. Was das Baden im Rhein lebensgefährlich macht.

Krankenkassen informieren: Mehr Behandlungsfehler in Baden-Württemberg gemeldet

Mehr Menschen in Baden-Württemberg beanstanden Behandlungsfehler – doch eine Expertin befürchtet: Die Dunkelziffer könnte noch deutlich höher sein.

Agrarministerin Gentges warnt: Ernteausfälle betreffen alle Verbraucher

Weniger Mehl, teureres Brot? Warum die Trockenheit in Baden-Württemberg nicht nur Bauern trifft – und was Agrarministerin Gentges jetzt schon Sorgen macht.

Neue Fußfessel-Regeln: Was sie leisten kann - und was nicht

Mit der elektronischen Fußfessel will Baden-Württemberg Opfer von Gewalt besser schützen. Was das neue Gesetz vorsieht – und wo die Grenzen der Technik liegen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.