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Unwetterwarnung im Südwesten – Orkanböen und Starkregen

News Unwetterwarnung im Südwesten – Orkanböen und Starkregen

Quelle: Thomas Warnack/dpa
dpa

Ein Sturmtief fegt über den Südwesten. Der Wetterdienst misst extreme Windgeschwindigkeiten und die Feuerwehr rückt Dutzende Male aus. In den nächsten Tagen bleibt es ungemütlich – und es wird kühler.

Sturmtief «Joshua» sorgt in Baden-Württemberg für einen ungemütlichen Wetterumschwung mit Orkanböen auf den Schwarzwald-Gipfeln, Starkregen und baldigem Schnee in höheren Lagen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet im Südwesten mit teils kräftigem Regen durch eine markante Kaltfront. Zudem sinken die Temperaturen deutlich. Wer draußen unterwegs ist, sollte sich also auf echtes Herbstwetter einstellen – und den Regenschirm besser gut festhalten. «Am liebsten daheim bleiben», fasste es ein Meteorologe des DWD zusammen.

Für Lagen oberhalb von 1.000 Metern gelten Unwetterwarnungen der Stufe 3 von 4. Gewarnt wird vor orkanartigen Böen – bis voraussichtlich Freitagmorgen. Vor allem in Lagen oberhalb von 1.000 Metern sind laut DWD verbreitet Windgeschwindigkeiten um die 130 Kilometer pro Stunde möglich, aber auch in tieferen Lagen wird es stürmisch.

Orkanböen auf dem Feldberg gemessen

Auf dem Feldberg hatte der DWD bis zum Mittag extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 157 Stundenkilometer gemessen. «Das sind wirklich hohe Orkanböen», sagte ein Meteorologe. Aber auch anderswo stürmte es: In Bierbronnen (Kreis Waldshut) wurden 109 Stundenkilometer gemessen, auf der Schweizer Seite – in Basel – sogar 102. Obwohl die Stadt den Angaben zufolge gerade mal 300 Meter hoch liegt.

Die Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen gelten laut Deutschem Wetterdienst für die Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe. Ein Meteorologe des DWD riet zur Vorsicht und empfahl, wegen eines höheren Risikos für Baumschäden bei diesen Sturmlagen nicht in den Wald zu gehen. Lose Gegenstände im Garten sollten festgebunden werden.

Baum fällt auf fahrendes Auto

Aber auch auf den Straßen gilt es vorsichtig zu sein. Das Freiburger Polizeipräsidium berichtete bis zum Donnerstagmittag von mehr als zwei Dutzend Einsätzen wegen Ästen und umgestürzten Bäumen auf Fahrbahnen. Bislang gab es keine Verletzten. Betroffen seien unter anderem die Landkreise Waldshut, Emmendingen, Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald.

Glück im Unglück hatte der Fahrer oder die Fahrerin eines Autos, das während der Fahrt bei Hohentengen am Hochrhein (Kreis Waldshut) von einem Baum getroffen wurde. Er oder sie blieb unverletzt. In Bad Säckingen fielen Stangen von einem Hausdach auf einen anderen Wagen. Schätzungen zum entstandenen Schaden gab es bislang nicht.

Rund 100 Kilometer weiter hatte die Feuerwehr in Baden-Baden ebenfalls alle Hände voll zu tun: Bis zum Mittag rückten sie 41 Mal aus. Bei den meisten der Einsätze mussten umgestürzte Bäume weggeräumt werden, wie es hieß. Mehrmals seien jedoch auch Teile von Dächern abgedeckt worden. Darunter die von zwei Supermärkten, die sich aber ohne Hilfe der Feuerwehr um das Problem gekümmert hätten. Keller und Straßen wurden überflutet.

Mehrere Straßen wurden zudem zeitweise gesperrt, so auch die B500 bei Baden-Baden wegen abgestürzter Baumkronen. Der Einsatz war den Aussagen eines Feuerwehrsprechers zufolge fast in Rekordzeit zu Ende – ganze drei Minuten hat die Sperre gedauert.

Schnee auf dem Feldberg

Zum stürmischen Wetter kommt laut DWD auch in Teilen Baden-Württembergs Starkregen hinzu: Bis Donnerstagmittag werden im Schwarzwald, am Hochrhein und im Norden gebietsweise Mengen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von etwa sechs Stunden erwartet. Bei Tageshöchstwerten von bis zu 19 Grad in der Ortenau und 12 Grad im Bergland bleibt es noch vergleichsweise mild.

In der Nacht zum Freitag kühlt es deutlich ab, im höheren Bergland auf bis zu 2 Grad. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 800 Meter. Dort sind Schneeflocken möglich. Auf dem Feldberg könnte es erstmals leicht schneien – von winterlichem Wetter sei laut DWD aber nicht auszugehen. Autofahrer sollten dennoch vorsichtig sein, denn durch den Schneematsch kann es glatt werden.

Auch in den Folgetagen bleibt es herbstlich und unbeständig. Dichte Wolken, wiederholte Schauer und örtlich Gewitter bestimmen das Wetter. «Die Sonne macht sich rar», sagte ein DWD-Meteorologe. Die Tageshöchstwerte liegen bei deutlich kühleren 8 und 13 Grad am Freitag und 9 bis 14 Grad am Samstag, im Bergland ist es noch kühler. Dazu bleibt der Wind, in höheren Lagen weiterhin mit schweren Sturmböen.

 

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