News aus Baden-Württemberg
Verkehrsminister Hermann kritisiert Sparpläne bei Bahn

News aus Baden-Württemberg Verkehrsminister Hermann kritisiert Sparpläne bei Bahn

Quelle: Jens Büttner/dpa
dpa

Von den Sparzwängen der Bundesregierung wird auch die Bahn nicht verschont. Nun sollen Neubauprojekte im Netz auf den Prüfstand. Doch das halten nicht alle für eine gute Idee.

In der Haushaltskrise muss auch die Bahn mit weniger Geld auskommen: Sparpläne beim bundeseigenen Konzern stoßen auf deutliche Kritik. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) warnte davor, den Rotstift an der falschen Stelle anzusetzen. «Sollte der DB-Vorstand beschließen, die dringend notwendigen Mittel für die Digitalisierung des Schienenknotens Stuttgart zu blockieren, wäre das ein Schildbürgerstreich», sagte Hermann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. «Im Kern hätte man den Knoten dann modernisiert, ohne digital nach außen verbunden zu sein.» Man könne als Land nicht akzeptieren, dass Bund und Bahn sich aus ihrer Verantwortung zögen.

Zuvor war bekannt geworden, an welcher Stelle der Konzern wohl sparen muss, nachdem er durch das Chaos um den Bundeshaushalt deutlich weniger Geld bekommt als zunächst vorgesehen. Die neue Infrastruktur-Gesellschaft DB InfraGo hat sich laut einem Schreiben an den Aufsichtsrat dazu entschieden, zunächst vor allem die Sanierung des bestehenden Netzes anzugehen. Zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen wurden dagegen in der Priorität zurückgestellt. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte der «Spiegel» darüber berichtet.

Projekte könnten sich deutlich verzögern

Die Ampel-Koalition hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, deutlich mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte, dass sich aus der Liste keine Streichungen einzelner Projekte ableiten ließen. «Wir halten grundsätzlich unverändert an unseren Neu- und Ausbauvorhaben fest», betonte auch die Bahn. Es bestehe aber zumindest die Gefahr einer großen zeitlichen Verschiebung von Projekten. «Der Fokus bei der Umsetzung liegt, wie mit dem Bund vereinbart, zunächst auf der Modernisierung und Erneuerung des Bestandsnetzes und auf den Projekten, die bereits im Bau sind», teilte die Bahn mit.«Wir fordern ein Ende des politischen Vandalismus bei der Entwicklung der Schieneninfrastruktur», sagte der Geschäftsführer des Verbands der Güterbahnen, Peter Westenberger einer Mitteilung zufolge.

«Deutschland muss sowohl sein Schienennetz sanieren als auch viele zusätzliche Schienen bauen», sagte Westenberger weiter. «Wenn DB und die zuständigen Ministerien für Finanzen und Verkehr schon im Dezember den Neu- und Ausbau ins Tiefkühlfach gelegt haben, verkennen sie offensichtlich ihre gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl.»

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, ⁠ Isabel Cademartori, sagte am Samstag, der Bundestag habe trotz schwieriger Haushaltslage einen «enormen Anstieg der Mittel für die Schiene beschlossen» und forderte die Bahn auf, Klarheit zu schaffen.

 

Weitere Nachrichten

Neue Verbote für Raucher: Das gilt ab Juni in Baden-Württemberg

Spielplatz, Freibad oder Haltestelle: Ab Juni wird Rauchen an vielen Orten im Südwesten richtig teuer. Auch Vapes und Shishas sind betroffen. Wo gelten die neuen Regeln?

Städte in Baden-Württemberg kämpfen mit immer mehr Müll

Immer mehr Müll landet auf Straßen, Spielplätzen und rund um Container. Städte melden einen deutlichen Anstieg – und suchen nach wirksamen Lösungen gegen das Problem.

Dritter Brand in kurzer Zeit – Bewohner und Katze in Karlsruhe gerettet

Das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses ist komplett verraucht. Einige Menschen können ihre Wohnungen nicht mehr verlassen und müssen gerettet werden. Es ist nicht der erste Vorfall in dem Wohnhaus.

Sommerliche Hitze hält an - kommt die nächste Höchstmarke?

Vorerst ist beim sommerlichen Trend in Baden-Württemberg kein Ende in Sicht. Womöglich klettert das Thermometer sogar noch etwas weiter nach oben.

Schatzsuche? Illegale Sondengänger plündern Kulturgüter im Südwesten

Immer mehr Sondengänger suchen im Südwesten illegal nach Kulturgütern. Archäologen warnen vor Schäden – und einem wachsenden Schwarzmarkt für historische Funde.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.