News aus Baden-Württemberg
Webcams gewähren Einblicke in Wanderfalken-Kitas

News aus Baden-Württemberg Webcams gewähren Einblicke in Wanderfalken-Kitas

Quelle: Friedemann Tewald/falcommunity (NABU Fellbach)/dp
dpa

1971 kürte der Nabu den Wanderfalken zum ersten «Vogel des Jahres», um auf den dramatischen Bestandsrückgang in Deutschland hinzuweisen. Inzwischen steigen die Zahlen, aber es drohen neue Gefahren.

Übertragen von Webcams können Interessierte das Aufwachsen mehrerer Wanderfalken-Küken im Südwesten verfolgen. Auf einem 107 Meter hohen Turm in Fellbach bei Stuttgart schlüpften um Ostern vier Junge, wie Friedemann Tewald vom Naturschutzbund Nabu mitteilte. «Alvar» und «Alizée» versorgen sie seither. In Heidelberg hätten die vier Jungvögel von «Zephyr» und seiner neuen Partnerin «Lieselotte» im Nistkasten an einem Kirchturm erst vor kurzem die Eierschalen durchbrochen und bettelten lautstark um Futter, sagte eine Sprecherin vom Nabu Baden-Württemberg.

In den kommenden Wochen sollen sie beringt werden, um die Falkenpopulation und ihre Bewegungen nachvollziehen zu können. Fliegt der Nachwuchs davon, lasse er sich in der Regel in einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern nieder, sagte Tewald. «Wir sehen die normalerweise nie wieder.» Es sei denn, sie nisten sich selbst mal in einer kameraüberwachten Brutbox ein oder werden tot gefunden.

Heutzutage leben laut Nabu zwischen 250 und 270 Wanderfalkenpaare im Südwesten. Bis 1975 war der Bestand allerdings auf 33 geschrumpft. Im Schnitt überlebe aber auch heute nicht einmal jeder zweite Jungfalke das erste Jahr. Das liegt Tewald zufolge unter anderem daran, dass viele der Greifvögel an Gebäuden brüten. Wenn die Jungtiere noch nicht richtig fliegen können, könnten sie zum Beispiel abstürzen.

Zudem komme der Uhu in Deutschland zurück, der einzige natürliche Feind. «Der räumt in einer Nacht ganze Nester leer», sagte Tewald. Ein weiteres Thema könnte die grassierende Vogelgrippe werden. Die Nahrung der Wanderfalken (Falco peregrinus) bestehe ausschließlich aus Vögeln. Da sei die Gefahr für eine Infektion hoch.

Sind die Küken geschlüpft, füttert sie nach Tewalds Angaben zunächst das Weibchen. Das Männchen schaffe Beute herbei. Das seien anfangs kleinere Vögel bis zur Größe von Amseln. Nach ein paar Wochen würden Tauben serviert. Dann flögen meist die Weibchen auf Jagd, weil männliche Falken etwa ein Drittel kleiner seien. «Für die ist eine Taube schon eine große Nummer», sagte der Experte.

Der Wanderfalke ist laut Nabu an langen, spitzen Flügeln, einem relativ kurzen Schwanz und schnellen, kraftvollen Flügelschlägen zu erkennen. Er macht Beute im Flug. «Im Sturzflug ist er dabei extrem schnell, manchmal so schnell wie ein ICE mit Tempo 300.»

Hier geht’s zu den Webcams.

 

Weitere Nachrichten

Schwan auf Straße, Esel grast in Garten – tierische Einsätze

Esel «Emil» büxt aus und landet im Garten einer Anwohnerin. Zudem macht ein Schwan den Straßenverkehr unsicher.

Drahtesel im Rhein: Frau angelt nach Fahrrad und löst so Polizeieinsatz aus

Mit einer ungewöhnlichen Bergungsaktion löst eine Frau einen Polizeieinsatz aus. Mehrere Notrufe gehen ein.

Nach Todesfällen: Droht Flughafen-Malaria auch im Südwesten?

Die jüngsten Todesfälle nach Flughafen-Malaria in Frankfurt sorgen für Unsicherheit. Wie Experten die Lage in Baden-Württemberg einschätzen und was es mit den eingeschleppten Mücken auf sich hat.

Personalabbau beim Land: Weniger Beamte - Wo und wie die CDU Stellen streichen will

Grün-Schwarz will bei der Landesverwaltung Stellen einsparen. Wie und wo genau künftig weniger Beamten und Angestellte arbeiten sollen, hat nun die CDU vorgeschlagen.

Medienkompetenz: Was im Klassenchat landet und warum das Probleme macht

Pornos, Dickpics und KI-manipulierte Bilder zirkulieren längst auch in Schulchats. Experten erklären, warum solche Inhalte weitergeleitet werden.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.