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Aktueller Tatort mit Gruselfaktor: „Das jüngste Geißlein“

News Aktueller Tatort mit Gruselfaktor: „Das jüngste Geißlein“

Quelle: Benoît Linder/SWR /dpa
dpa

Ein bisschen märchenfest sollte man sein, zumindest was den bösen Wolf angeht. Der neue «Tatort» aus dem Schwarzwald spielt mit Spuk und Angst – und gipfelt in einem verstörenden Ende.

Eine Tür knarzt, eine Standuhr tickt, Blutspuren kleben an Treppenstufen und der Wand. Dann das Schluchzen eines Mädchens: blasser Teint, hellblonde Haare, ein weißes Gewand. Gruseliger könnte die Entdeckung wohl kaum inszeniert werden, die Kommissar Friedemann Berg macht.

Dabei ist der in der neuen «Tatort»-Folge aus dem Schwarzwald gar nicht offiziell im Dienst. Nachdem das Publikum in der vorherigen Episode miterleben konnte, wie Bergs Bruder erschossen wurde und dass auf seinem Hof die Leiche des Vaters der beiden Brüder verbuddelt und einbetoniert war, ermittelt die Interne. So tun sich zwei Stränge auf, die den Film «Das jüngste Geißlein» bestimmen. Das Erste zeigt ihn heute um 20.15 Uhr.

 

Kopfhörer und Kassetten

Es geht schon spukig los: Als es an einer Tür poltert, schwenkt die Kamera auf sieben kleine Mädchen in weißen Nachthemden. Die laufen in alle Richtungen und suchen im dunklen Haus nach Verstecken. Aus dem Off erzählt eine Stimme dazu das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein.

In dem Haus findet Berg auch Eliza, zusammengekauert in der hölzernen Standuhr. Sie hat Kopfhörer auf. Ein Walkman spielt eine Märchen-Kassette ab.

Der Kommissar hatte auf Geheiß einer Bäckerin vorbeischauen wollen. Denn die Mutter des Kindes war nicht zur Arbeit erschienen. Von ihr fehlt ebenso jede Spur wie vom Vater. Dessen Leiche wird allerdings kurz darauf gefunden: in einem Waldsee. Beschwert mit Steinen in den Jackentaschen.

 

Kind spricht kaum

Kommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) beißt sich allerdings die Zähne aus: Denn das Mädchen spricht nicht außerhalb der Familie, nickt höchstens mal. Deswegen ist Eliza auch in psychologischer Betreuung.

Erst als sie Berg wiedersieht, flüstert die Kleine: «Die Mama ist in den Wald gegangen.» Aber ist das eine Aussage? Oder gibt das Kind nur wieder, was es von der Märchenerzählerin auf der Kassette gehört hat?

Wirklich weiter kommt Tobler jedenfalls nicht. Die Psychologin verfolgt dabei eine eigene Mission und will das Kind beschützen – auch vor der Polizei. «Die müssen nicht alles wissen», sagt die Frau ihrem Schützling.

Was wiederum Eliza antreibt, bleibt zunächst vage. Nur Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen einen Eindruck davon, wie das Mädchen in einer Art Fantasiewelt zu leben scheint. Bloß im Kontakt mit Berg öffnet es sich immer wieder. Als er Eliza erzählt, dass ihm Märchen früher Angst gemacht hätten, lacht sie sogar: «Die gehen doch gut aus», sagt sie. «Der Wolf stirbt. Immer.»

 

Schauriges Finale

Kommissarin Tobler stellt anhand Elizas Reaktionen auf Berg fest: «Friedemann, du bist ihr Retter!» Sie bindet ihn daher stärker in die Ermittlungen ein, als es den Kolleginnen und Kollegen im Präsidium lieb ist.

Und auch Berg beharrt darauf, außer Dienst zu sein: «Wir sind kein Team mehr.» Er wisse auch überhaupt nicht, ob er nochmal zurückkehren wolle.

Der erfahrene «Tatort»-Regisseur Rudi Gaul inszeniert diese Folge im teils verschneiten Schwarzwald mit speziellem Gruselfaktor. Nicht nur die spukige Gedankenwelt rund um Eliza trägt dazu bei.

Auch stapft Berg mal bei Gewitter durch den nächtlichen Wald. Dann wieder sucht die Polizei im Nebel das Mädchen. Immer wieder wird das entsprechend musikalisch begleitet. Gewissermaßen in logischer Folge gipfelt der Fall dann in einer Auflösung, die schwer vorstellbar ist – aber zumindest schaudern lässt.

 

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