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Auswertung der Zahlen: Baden-Württemberg Vorletzter bei Versorgung mit Hausärzten

News Auswertung der Zahlen: Baden-Württemberg Vorletzter bei Versorgung mit Hausärzten

Quelle: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild
dpa

In Baden-Württemberg gibt es pro Einwohner deutlich weniger Hausärzte als in anderen Teilen Deutschlands. Und die Versorgung könnte sich in Zukunft weiter verschlechtern.

Fast nirgendwo in Deutschland ist die Versorgungsdichte mit Hausärzten schlechter als in Baden-Württemberg. Ende vergangenen Jahres kamen auf 100.000 Menschen im Südwesten 63,7 Hausärzte. Das geht aus Daten des Bundesarztregisters hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Weniger Hausärzte gibt es demnach nur im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung in Westfalen-Lippe. Spitzenreiter bei der Abdeckung mit Hausärzten ist der Auswertung zufolge Mecklenburg-Vorpommern, wo auf 100.000 Einwohner 76,8 Hausärzte kommen.

Und auch mit Blick auf die Zukunft sieht die Lage bei der hausärztlichen Versorgung im Südwesten nicht rosig aus. Der Auswertung zufolge sind 17,7 Prozent aller Hausärzte bereits über 65 Jahre alt. «Die Abgangsraten durch die Babyboomer werden zukünftig noch weiter steigen. Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem etwa weniger Bürokratie und eine bessere Patientensteuerung», sagte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stephan Hofmeister.

Rund 1.000 Hausärzte im Land fehlen

Schon jetzt fehlen in Baden-Württemberg nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung rund 1.000 Hausärztinnen und Hausärzte. Die Landesregierung hat das Problem erkannt. Sie setzt daher seit einigen Jahren auf eine sogenannte Landarztquote, bei der 75 Medizinstudienplätze pro Jahr an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach dem Studium einige Zeit in einem Mangelgebiet zu arbeiten.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) betonte, entscheidend sei nicht nur die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, sondern auch deren für Patienten zur Verfügung stehende Zeit. Diese könne durch gezielte Patientensteuerung, die Abgabe bestimmter Aufgaben an neue Berufsbilder sowie den Abbau von Bürokratie gesteigert werden. Zudem setze man sich seit längerem für eine Reform der Bedarfsplanung auf Bundesebene ein.

In Baden-Württemberg liegen aber auch die beiden Städte, in denen es bundesweit mit Abstand am meisten niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten gibt. Bundesweiter Spitzenreiter bei der Arztdichte je 100.000 Einwohner ist demnach der Stadtkreis Heidelberg mit 434,7 niedergelassenen Medizinern, gefolgt von Freiburg mit 420,7 Ärzten je 100.000 Einwohner.

 

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