News
Laut Studie: Jeder abgezogene US-Soldat kostet einen halben Job

News Laut Studie: Jeder abgezogene US-Soldat kostet einen halben Job

Quelle: Frank May/dpa
dpa

Die wirtschaftlichen Effekte halten auch Jahre danach an, wie eine Auswertung von ZEW und Uni Köln ergibt.

Sollte US-Präsident Donald Trump wie angekündigt 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, könnte das in den betroffenen Regionen Tausende Jobs kosten. Eine Studie des ZEW in Mannheim und der Universität zu Köln kommt auf den Verlust einer halben Vollzeitstelle pro abgezogenem Soldat im Umkreis der betroffenen Stützpunkte. Mit langanhaltenden Folgen.

Basis der Studie ist der Truppenabzug in den 1990er-Jahren, als nach dem Ende des Kalten Krieges etwa 200.000 US-Soldaten Deutschland verließen. Dies habe zu lokalen Wirtschaftsschocks geführt, sagt Co-Autor Jakob Schmidhäuser vom ZEW. «Die Effekte durch den Truppenabzug gingen weit über direkte Entlassungen an US-Militärbasen hinaus. Rund 61 Prozent der abgebauten Arbeitsplätze betrafen regionale Unternehmen. Wegen der weggefallenen Konsumausgaben der Truppe und ihrer Familien kam es zu starken Umsatzeinbußen.» Besonders hart habe dieser Effekt Regionen mit bereits schwächeren Arbeitsmärkten getroffen.

Und auch die öffentlichen Finanzen litten: «Die betroffenen Standorte und deren Nachbargemeinden reagierten auf die Einnahmeausfälle von rund neun Prozent ihrer Haushalte mit Konsolidierungen», sagt Co-Autor Johannes Kochems von der Universität zu Köln. «Die Gemeinden kürzten ihre öffentlichen Ausgaben und erhöhten die kommunalen Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer. Langfristig pendelten sich die Einnahmerückgänge auf drei Prozent ein.»

Die negativen Folgen hielten lange an, heißt es vom ZEW: Wer im Zuge einer Kasernenschließung seinen Arbeitsplatz verlor, hatte auch 15 Jahre später noch niedrigere Beschäftigungschancen und verdiente langfristig um rund 9 Prozent weniger.

 

Weitere Nachrichten

Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen

Warum alte Karten und späte Tourenstartzeiten in den Alpen jetzt besonders gefährlich werden – Experten geben wichtige Tipps für sichere Bergtouren.

Diese Frau will in Karlsruhe Pionierarbeit am Quantencomputer leisten

Mathematikerin Ada Lovelace war im 19. Jahrhundert eine Pionierin im Programmieren. Beim Quantencomputing-Studium in Karlsruhe kann man in ihre Fußstapfen treten. Erste Einschreibung: von einer Frau.

Karlsruher Hochschule will Diamanten kaufen - und sammelt Spenden

Der Edelstein soll Herzstück eines Quantencomputers sein: Was die Hochschule Karlsruhe damit vorhat, warum es um Pioniergeist geht und was ein früherer Absolvent verspricht.

Niedriger Wasserstand an der Donau: Ungarn stoppt Atomkraftwerk – Stromversorgung unter Druck

Die Donau führt so wenig Wasser wie nie: Ungarn schaltet erstmals sein Atomkraftwerk komplett ab. Was das für Stromverbraucher jetzt bedeutet.

Viel Stau zur Ferienzeit: Autofahrer brauchen Geduld

Der Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg bringt viele Staus auf die Autobahnen. Der ADAC meldet bis zu 600 Kilometer Stau zur Mittagszeit.

Runter vom Gas: Was Autofahrer zur Speedweek im Südwesten wissen müssen

Unfallträchtige Strecken, Schulen, Baustellen – bei der Blitzerwoche wird an vielen Stellen kontrolliert. Bei der Aktion im April wurden in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Verstöße festgestellt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.