Nachrichten
Warum die Temperaturen sinken und die Waldbrandgefahr steigt

Nachrichten Warum die Temperaturen sinken und die Waldbrandgefahr steigt

Quelle: Sebastian Willnow
dpa

Sinkende Temperaturen, aber steigendes Waldbrandrisiko: Warum trockene Luft im Südwesten zur Gefahr wird und Ausflügler in Baden-Württemberg plötzlich um ihre Wochenendpläne bangen müssen.

Nach den schweißtreibenden Hitzetagen legt die Gefahr von Waldbränden in Baden-Württemberg landesweit zu – und das, obwohl die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eher zurückgehen werden. Bis zum Samstag steigt der fünfstufige Waldbrandgefahrenindex regional bei wenigen Ausnahmen auf die zweithöchste Stufe. Es besteht also eine hohe Gefahr, dass ein Brand ausbrechen kann.

«Die Forstbehörden und Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft, arbeiten eng zusammen und können im Ernstfall schnell reagieren», sagte ein Sprecher des Forstministeriums zur aktuellen Lage. Besonders betroffen ist der Südosten des Landes. Ähnliche Gefahren herrschen in Deutschland nur noch in Bayern und Brandenburg.

Luft zieht Feuchtigkeit aus dem Boden

Laut DWD wird es in den kommenden Tagen zwar eher etwas kühler. «Aber es kommt trockene Luftmasse rein», sagt DWD-Meteorologe Thomas Schuster. Dadurch werde weitere Feuchtigkeit aus dem Boden gezogen, ohne dass die Temperaturen rekordverdächtige Werte erreichen müssen.

Die Sonne und die teils hochsommerlichen Temperaturen hatten die Lage schon in den vergangenen Tagen verschärft. Behörden rufen Ausflügler und Grillende auf, im Freien besonders vorsichtig zu sein.

Viele Waldbrände werden von Menschen ausgelöst

«Die meisten Brände sind menschengemacht», sagte der Sprecher des Ministeriums. «Weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillplätze in Waldnähe sind die häufigsten Ursachen für Waldbrände.» Auch heiße Katalysatoren von Autos auf trockenem Gras können Brände auslösen. Funkenflug durch Maschinen spielt ebenfalls eine Rolle, sagte er weiter.

Spätestens am Sonntag soll es zwar wieder etwas mehr regnen. Das Risiko dürfte damit aber nur wenig sinken, schätzt das Ministerium. «Kurze Schauer bringen höchstens kurzfristige Entlastung. Die Oberfläche wird nass, das Regenwasser verdunstet aber schnell wieder», sagte der Sprecher. «Was wir brauchen, sind kühlere Temperaturen und flächendeckender Regen über mehrere Tage.» Nur so erreiche die Feuchtigkeit tiefere Bodenschichten und entschärfe die Lage bei hohen Waldbrandgefahren nachhaltig.

Freiburger Forstamt entscheidet über Grillverbot

In einigen Kommunen könnte die aktuelle Entwicklung auch Folgen für die Wochenendausflüge vieler Menschen haben. Ob Kommunen angesichts der steigenden Gefahr Grillplätze in Wäldern sperren, ist noch offen.

Oft ist ein Grillverbot auch an den Index gekoppelt: In Mannheim und Heidelberg etwa ist öffentliches Grillen – selbst auf ausgewiesenen Plätzen – ab Waldbrandgefahrenstufe 4 verboten. In Freiburg kann das Forstamt bei hoher Waldbrandgefahr gezielt Grill- und Feuerstellen sperren.

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD reicht von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis Stufe 5 (sehr hohe Gefahr). In die Bewertung fließen unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag ein. Typischerweise geht der Index zwischen März und Oktober eher nach oben.

 

Weitere Nachrichten

Unfall im Baden-Airpark: Kaputte Triebwerke – Pilot muss Notlandung einleiten

Glück im Unglück: Ein Pilot setzt zur Notlandung an, nachdem die Triebwerke ausfallen. Der Mann bleibt unverletzt.

Unruhe in grenznahen Freibädern: So handeln die Bäder

In Freibädern nahe der französischen Grenze kommt es immer wieder zu Vorfällen - häufig sind Badegäste aus dem Elsass beteiligt. Wie gehen die Bäder mit der Situation um?

Mechanic teaching an intern the best practice. Learning on the job during a practical internship in a garage

Um fast 10 Prozent: Arbeitsagentur meldet Rückgang bei Berufsausbildungsstellen

Die Krise der Wirtschaft schlägt laut Arbeitsagentur auf den Ausbildungsmarkt im Südwesten durch. Deutlich weniger Ausbildungsstellen wurden zuletzt gemeldet. Was bedeutet das für junge Menschen?

Vandalismus im Naturschutzgebiet: KSC-Graffiti verärgert Schwarzwaldverein

Ein blaues Graffiti am Karlsruher Grat im Nordschwarzwald sorgt für Ärger beim Schwarzwaldverein Hornisgrinde. Der vermutet die Urheber in der Fanszene des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC.

Fahrer eingeklemmt: Lkw kracht auf A5 in Karlsruhe auf Abschlepper

Auf den Auffahrunfall auf der Autobahn folgt eine Vollsperrung - und ein kilometerlanger Stau. Was ist zur Unfallursache bekannt?

Öffentlichkeitsarbeit: Polizei in Baden-Württemberg nennt künftig die Täter-Nationalität

In Baden-Württemberg will die Polizei künftig immer die Nationalität von Verdächtigen nennen. Warum Innenminister Hagel auf eine bundesweit einheitliche Regelung drängt.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.