News
Baden-Württemberg erwartet mehr freiwillige Ausreisen

News Baden-Württemberg erwartet mehr freiwillige Ausreisen

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
dpa

Nach der Ablehnung des Asylantrages Baden-Württemberg wieder verlassen – das wollen einige Ausreisepflichtige sogar freiwillig. Dafür gibt es Unterstützung.

Baden-Württemberg bietet Asylbewerbern ohne Bleiberecht an, freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückzukehren – und offeriert dazu kostenlose Flüge und eine kleine Starthilfe. Bis Ende Juni reisten 1.533 Menschen freiwillig aus, wie der Staatssekretär im Migrationsministerium, Siegfried Lorek (CDU), in Stuttgart mitteilte. Im Jahr 2023 waren es 2.327 Menschen. Das Migrationsministerium geht für das laufende Jahr davon aus, dass die Zahlen in diesem Jahr die des Vorjahres übertreffen, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht verändern.

Die meisten Ausreisen, die auch die anderen Bundesländer anbieten, gab es im laufenden Jahr vom Südwesten nach Nordmazedonien, in die Türkei und nach Georgien. Lorek sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir setzen bewusst auf eine Förderung der freiwilligen Ausreise, weil wir überzeugt sind, dass dies ein effektiver Weg ist, um die Menschen, die bei uns kein Bleiberecht haben, außer Landes zu bringen.» Ausländer, die kein Bleiberecht in Deutschland haben, sollen ihrer Ausreisepflicht vorrangig durch eine freiwillige Ausreise nachkommen. Dazu wird Betroffenen mit der Abschiebungsandrohung grundsätzlich eine Frist von sieben bis 30 Tagen eingeräumt.

Lorek sagte, im Gegensatz dazu sei die zwangsweise Abschiebung mit erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwänden verbunden. Die Kosten für das Land seien bei einer Abschiebung deutlich höher, da hier oft zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, Begleitpersonal und eine aufwendige Logistik notwendig seien.

Kritik vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

Lorek sagte weiter: «Zu einer geregelten Migrationspolitik gehört es dazu, dass wir diese Ausreisepflichten durchsetzen. Die freiwillige Ausreise bleibt aber der kostengünstigere Ansatz, daher fördern wir diese, wo immer dies möglich ist.» Die Reisekosten werden vom Land getragen. Außerdem erhalten die Rückkehrer eine Beihilfe für Ausgaben während der Reise in Höhe von grundsätzlich 200 Euro. Minderjährige erhalten 100 Euro. Zusätzlich könne abhängig von der Staatsangehörigkeit des Rückkehrers eine Starthilfe in Höhe von 1.000 Euro gewährt werden. Beispielsweise für Nigeria, Pakistan oder Armenien.

Der Begriff «freiwillige Ausreise» sei irreführend, sagte Anja Bartel vom Flüchtlingsrat Baden-Württemberg. Die Menschen stünden praktisch mit dem Rücken zur Wand. Es gebe keine andere Möglichkeit, als Deutschland verlassen zu müssen. «Die Freiwilligkeit der Ausreise ist sehr anzuzweifeln.»

 

Weitere Nachrichten

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?

EnBW setzt Windpark-Projekt in Irischer See nicht fort

Zu unberechenbar die Risiken und keine staatliche Förderung durch Großbritannien. Die EnBW kehrt einem Windpark-Großprojekt in der Irischen See den Rücken.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.