News aus Baden-Württemberg
Baden-Württemberg dringt auf Neuanlauf für Impfpflicht ab 60

News aus Baden-Württemberg Baden-Württemberg dringt auf Neuanlauf für Impfpflicht ab 60

Quelle: Sebastian Gollnow

Er will nicht locker lassen. Sozialminister Lucha appelliert mit seinen Kollegen aus Hessen und Bayern an die Ampel in Berlin, einen neuen Versuch für die Impfpflicht ab 60 Jahren zu wagen. Die FDP im Südwesten ist schon mal nicht dabei.

Baden-Württemberg dringt angesichts einer drohenden Corona-Welle im Herbst auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren. Bei der digitalen Gesundheitsministerkonferenz am Montag stellte Sozialminister Manne Lucha gemeinsam mit seinem hessischen Amtskollege Kai Klose (beide Grüne) einen entsprechenden Antrag, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) schloss sich dem Vorschlag an.

Lucha sagte am Dienstag, man dürfe die Debatte zu diesem Thema nicht aufgeben. «Ich habe noch Hoffnung, dass zumindest bei der Impfpflicht ab 60 Jahren das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.» Zu den saisonalen Erkältungserkrankungen kämen im Herbst wieder vermehrt Covid-Fälle mit schweren Krankheitsverläufen hinzu.

Ein fraktionsübergreifender Entwurf für eine allgemeine Impfpflicht zunächst ab 60 Jahren war Anfang April im Bundestag klar gescheitert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte daraufhin deutlich gemacht, dass er keine Basis für einen erneuten Anlauf sieht.

Nun soll am 23./24. Juni im Kreise der Gesundheitsminister erneut darüber beraten werden und ein Beschluss fallen. Die drei Südländer sind der Meinung, dass mit der Impfpflicht ab 60 eine Überlastung des Gesundheitssystems und damit auch Einschränkungen für die Gesamtbevölkerung vermieden werden könnten.

Die FDP im Südwesten lehnte Luchas Vorstoß ab. «Wenn es im April keine Mehrheit für eine Impfpflicht gab, wird es im Mai nicht anders sein», sagte Jochen Haußmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Auch eine Impfpflicht ab 60 Jahren würde an der Umsetzung scheitern. «Oder will er alle über 60-jährigen, die sich nicht impfen lassen wollen, in Verwahrung nehmen?» Es sei gut, Vorkehrungen für den Herbst zu treffen. «Dazu gehört beispielsweise auch die engmaschige Überwachung möglicher Virusvarianten durch ein Monitoringsystem, das Minister Lucha seit Wochen ankündigt.»

Unterstützung bekam Lucha von der SPD. «Nur das Impfen verhindert im kommenden Winter neue Lockdowns, Homeschooling, viele Tote in Pflegeheimen, eine Überlastungen des Gesundheitssystems oder ein Kontrollsystem für 3G-Regelungen», erklärte Florian Wahl für die SPD-Fraktion. Lucha müsse aber dafür sorgen, dass im Herbst genug Kapazitäten für Impfungen sowie ein ordentliches Terminbuchungssystem zur Verfügung stünden.

 

Weitere Nachrichten

Neue Verbote für Raucher: Das gilt ab Juni in Baden-Württemberg

Spielplatz, Freibad oder Haltestelle: Ab Juni wird Rauchen an vielen Orten im Südwesten richtig teuer. Auch Vapes und Shishas sind betroffen. Wo gelten die neuen Regeln?

Städte in Baden-Württemberg kämpfen mit immer mehr Müll

Immer mehr Müll landet auf Straßen, Spielplätzen und rund um Container. Städte melden einen deutlichen Anstieg – und suchen nach wirksamen Lösungen gegen das Problem.

Dritter Brand in kurzer Zeit – Bewohner und Katze in Karlsruhe gerettet

Das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses ist komplett verraucht. Einige Menschen können ihre Wohnungen nicht mehr verlassen und müssen gerettet werden. Es ist nicht der erste Vorfall in dem Wohnhaus.

Sommerliche Hitze hält an - kommt die nächste Höchstmarke?

Vorerst ist beim sommerlichen Trend in Baden-Württemberg kein Ende in Sicht. Womöglich klettert das Thermometer sogar noch etwas weiter nach oben.

Schatzsuche? Illegale Sondengänger plündern Kulturgüter im Südwesten

Immer mehr Sondengänger suchen im Südwesten illegal nach Kulturgütern. Archäologen warnen vor Schäden – und einem wachsenden Schwarzmarkt für historische Funde.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.