News Balkonsolaranlagen: Preise sinken, Leistung steigt rasant
Mehr als 28.000 neue Balkonsolaranlagen wurden in Baden-Württemberg gemeldet – doch Experten vermuten eine Dunkelziffer. Wie groß ist das echte Solarpotenzial?
In Baden-Württemberg sind Tausende «Balkonkraftwerke» neu in Betrieb genommen worden: Privatpersonen haben im ersten Halbjahr 2026 Balkonsolaranlagen mit einer installierten Leistung von 38 Megawatt angemeldet – im gesamten Vorjahr lag der Wert bei 74 Megawatt, wie die Klimaschutz- und Energieagentur (KEA-BW) und das Solar Cluster Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilten. Im ersten Halbjahr 2026 machten die Balkonsolaranlagen 4,6 Prozent der insgesamt neu zugebauten Leistung aus.
Im Marktstammdatenregister wurden der Mitteilung zufolge 28.037 Balkonsolaranlagen neu angemeldet. Das sei etwas weniger als die Hälfte der 60.075 im Gesamtjahr 2025 angemeldeten Anlagen. Ein Grund für die höhere Gesamtleistung ist die zunehmende Leistung neuer Module. Auch werden inzwischen oft mehr als zwei Module angebracht. Entsprechend steigt die Gesamtleistung trotz der etwas geringeren Anzahl an neuen Anlagen. Insgesamt seien in Baden-Württemberg nun 188.569 Steckersolaranlagen registriert, ihre gesamte installierte Leistung betrage 197 Megawatt.
Anlagen werden immer billiger
Die tatsächliche Zahl der Balkonsolaranlagen dürfte laut Mitteilung noch weitaus größer sein. Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da nicht alle ihre Anlage auch tatsächlich anmelden. Nach Schätzungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) kommen auf eine angemeldete Balkonsolaranlage insgesamt rund zwei nicht angemeldete Anlagen.
ZSW-Experte Tobias Kelm nannte mehrere Gründe für den Boom der «Balkonkraftwerke»: Die Preise für die Geräte sind deutlich gesunken, zugleich wurden die Anlagen leistungsfähiger. Auch die größere Verfügbarkeit im Handel und die Strompreise hätten den Trend sicherlich befördert. Hinzu kommen den Angaben zufolge regulatorische Klarheit und der Abbau bürokratischer Hürden. Seit 2024 müssten Steckersolargeräte lediglich im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur in einem vereinfachten Verfahren registriert werden. Das sei mit wenigen Mausklicks erledigt.