Karlsruher SC KSC-Schlussmann Hans-Christian Bernat über Druck, Fehler und seine Position im Tor
In der aktuellen Spielzeit tat sich der Karlsruher SC bislang schwer die Null zu halten. Zwischen den Pfosten steht beim KSC Torhüter Hans-Christian Bernat. Wir haben uns mit dem dänischen Schlussmann über Druck und seine Position im Tor gesprochen.
meinKA: Gegen Darmstadt zu Null gespielt und dann gegen Magdeburg sechs Gegentore kassiert – wie gehst du mit Druck und Fehlern um?
Hans-Christian Bernat: „Fehler gehören zum Fußball. Manchmal mache ich einen Fehler, manchmal unterläuft einem anderen Spieler ein Fehler, der zu einem Gegentor führt. Das ist nichts, worauf ich mich im Alltag oder während der Spiele besonders fokussiere. Fehler passieren im Fußball ständig. Man sieht es jede Woche, in nahezu jedem Spiel: Ein Fehler kann dazu führen, dass eine Mannschaft ein Gegentor kassiert. Das gehört zum Fußball dazu. Wenn man damit nicht umgehen kann, wird es schwierig, sich in einer der besten Ligen Deutschlands zu behaupten. Für mich ist es deshalb sehr wichtig, nach einem Fehler schnell wieder nach vorne zu schauen, in jedem Spiel alles zu geben und mein Bestes zu leisten.“
meinKA: Wie besonders ist in diesem Zusammenhang die Position als Torhüter?
Hans-Christian Bernat: „Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass das Torwartspiel die anspruchsvollste Position auf dem Platz ist. Als Torhüter kannst du ein sehr gutes Spiel machen und dann einen einzigen, unnötigen Fehler begehen, der dann in der externen Betrachtung über der guten Leistung steht. Es kann sogar sein, dass ein unglücklicher Rückpass eines Verteidigers dazu führt, dass ich als Torwart in eine schwierige Situation gerate. Plötzlich sehe ich schlecht aus, und das Spiel geht verloren – vielleicht mit 0:1, obwohl ich als Torwart zuvor die beste Leistung meines Lebens gezeigt habe. Das ist schon verrückt.
Denn am Ende sehen viele Menschen nur diesen einen Fehler. Deshalb ist das Torwartspiel eine ganz besondere Position. Es ist sehr interessant, weil es viele Details gibt, über die man sprechen kann. Außerdem gibt es ganz unterschiedliche Torwartstile.
Wenn man als Torhüter auf höchstem Niveau spielen möchte, muss man mental unglaublich stark sein. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Menschen verstehen, dass gute Leistungen zwar der wesentliche Bestandteil des Fußballs sind, Fehler aber genauso dazugehören. Fehler können und werden passieren – das ist Teil unseres Sports.“
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