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Besondere Ausstellung: „Nackt ist Pflicht“ im Stuttgarter Haus der Geschichte

Nachrichten Besondere Ausstellung: „Nackt ist Pflicht“ im Stuttgarter Haus der Geschichte

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Stuttgarts Haus der Geschichte öffnet seine Türen bald nur für Besucher, die splitterfasernackt sind. Zumindest an zwei Abenden gilt dann «Nackt ist Pflicht». Was will das Museum damit erreichen?

Ins Stuttgarter Haus der Geschichte kommt demnächst nur rein, wer die Hüllen fallen lässt und blankzieht – abgesehen von den Schuhen. An zwei Abenden bietet das Ausstellungshaus an, die aktuelle Schau «Frei Schwimmen – Gemeinsam?!» hüllenlos zu besuchen.

«Unterschiedliche Einstellungen und Moralvorstellungen, Körperlichkeit und Toleranz sind Themen, die in der Ausstellung behandelt werden, dazu gehört auch Nacktbaden und FKK», sagt Joachim Rüeck, der Sprecher des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg. Zuvor hatten die «Stuttgarter Nachrichten» und die «Stuttgarter Zeitung» über die Aktion berichtet.

Nacktsein sei der natürliche Zustand des Menschen, wirbt der Verein Get Naked Deutschland, der den ungewöhnlichen Museumsbesuch mitorganisiert. «Es ist an der Zeit, dass das einfache Nacktsein als nichts Besonderes angesehen und in der Gesellschaft nicht länger intuitiv mit sexuellen Handlungen verbunden wird.»

 

Ausstellung über Ausgrenzung und Vorurteile

«Frei Schwimmen» beschäftigt sich nach Angaben des Museums mit öffentlichen Bädern als Spiegel der Gesellschaft. Mit mehr als 200 Objekten und Fotos wird bis zum 14. September gezeigt, wie neben Gleichberechtigung und Demokratie auch Sexismus und Rassismus, Moralvorstellungen, Ausgrenzung und Vorurteile das öffentliche Baden geprägt haben.

Geplant sind eine bereits ausgebuchte Führung am 30. August und eine ebenfalls schon voll besetzte Wortkunst-Aktion zwei Wochen später. «Die Karten waren innerhalb weniger Wochen weg. Wegen der hohen Nachfrage ist an den Abenden der Nacktbesuch zudem ohne Programm möglich», sagte Museumssprecher Rüeck.

Ganz neu ist die Idee nicht. In Paris und Marseille, in Brüssel und Hannover gab es bereits ähnliche Angebote, die zu Publikumserfolgen wurden.

 

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