Hilfe für Apotheken
Brauereien liefern Alkohol für Desinfektionsmittel

Hilfe für Apotheken Brauereien liefern Alkohol für Desinfektionsmittel

Quelle: dpa/Marijan Murat

Alkohol ist der wichtigste Inhaltsstoff vieler Desinfektionsmittel. Weil er bei den Herstellern knapp geworden ist, helfen Unternehmen, die ihn im Überfluss haben.

Weil der Bedarf an hochprozentigem Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln wegen der Coronavirus-Pandemie sehr hoch ist, beteiligen sich zahlreiche Brauereien an der Zulieferung. Bei der Lammbrauerei Hilsenbeck in Gruibingen (Kreis Göppingen) kommt der begehrte Rohstoff direkt aus dem Sudkessel, bei anderen ist er ein Abfallprodukt der Herstellung von alkoholfreiem Bier.

In den vergangen Tagen hat Lammbrauerei-Chef Hans-Dieter Hilsenbeck mehrfach Maische mit Turbohefe angesetzt, um gezielt Ethanol für die Apotheken in der Region herzustellen. Zwischengeschaltet ist eine Brennerei, um den Alkohol von gut 13 auf etwa 80 Prozent zu konzentrieren. „Wir haben schon einige Hundert Liter verteilt“, sagte Hilsenbeck. Weitere Bestellungen seien eingegangen.

Die Apotheken zahlen für den Alkohol, es gehe aber nicht darum, Geld zu verdienen, betonte Hilsenbeck. Es sei gut für beide Seiten. „Wir helfen den regionalen Apotheken, und es hilft uns, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Das Unternehmen sei von der Pandemie stark betroffen, weil Veranstaltungen und Gastronomie im Moment wegfallen.

Die Alpirsbacher Klosterbrauerei im Kreis Freudenstadt hat eine ähnliche Unterstützung gestartet. Dort wird Ethanol aus der Herstellung von alkoholfreiem Bier für Desinfektionsmittel verwendet.

In ganz Deutschland gibt es ähnliche Beispiele. Brauereien in Bremen, Stralsund, Freising, Kreuztal und vielen anderen Städten beteiligen sich. Auch Schnapsbrenner geben Ethanol an die Hersteller von Desinfektionsmitteln weiter. Um das Verfahren einfach zu machen, hat das Bundesfinanzministerium per Erlass geregelt, dass Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln für Apotheken vorläufig steuerfrei bleibt.

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