News aus Baden-Württemberg
Bruchsaler Volocopter: Passagier- und Lastdrohnen für Saudi-Arabien

News aus Baden-Württemberg Bruchsaler Volocopter: Passagier- und Lastdrohnen für Saudi-Arabien

Quelle: Christoph Schmidt

Der baden-württembergische Flugtaxi-Hersteller Volocopter soll für die neue Stadt Neom in Saudi-Arabien Fluggeräte liefern.

Neom habe zehn Passagier- und fünf Schwerlastdrohnen bestellt, die in der Stadt am Roten Meer in den nächsten zwei bis drei Jahren Menschen und Güter befördern sollen. Das teilten beide Seiten am Mittwoch mit. Ein Gemeinschaftsunternehmen solle in Neom «das erste maßgeschneiderte System für öffentliche vertikale Mobilität» entstehen lassen, also für den Verkehr durch die Luft.

Saudi-Arabien hatte 2017 den Bau der Megastadt Neom angekündigt, die mit 26.500 Quadratkilometern Fläche größer werden soll als Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt entsteht im äußersten Nordwesten des Landes an den Grenzen zu Ägypten und Israel. Die erste Bauphase soll 2025 abgeschlossen sein. Bei Fragen zu Mobilität aber etwa auch bei der Versorgung mit Energie, Wasser und Lebensmitteln will Neom auf modernste und nachhaltige Technologien setzen.

Ziel sei, in Neom mit Hilfe von Volocopter neben der Logistik etwa auch Notfalleinsätze und Tourismus mit vertikalen Starts und Landungen möglich zu machen. Dort solle ein «Reallabor für Mobilität der Zukunft» entstehen, sagte Neom-Geschäftsführer Nadhmi al-Nasr. Es sei die einmalige Chance, ein System für urbanen Lufttransport ohne «Einschränkungen herkömmlicher Infrastruktur oder Regulierung» zu schaffen, sagte Volocopter-Vertriebsleiter Christian Bauer.

Volocopter gilt als einer der führenden Hersteller in dem Bereich. Die Bruchsaler Entwickler hatten im Oktober in Hamburg erstmals eine selbst entwickelte Schwerlastdrohne öffentlich fliegen lassen. Volocopter will solche Drohnen gemeinsam mit dem Logistikriesen DB Schenker als Teil der Logistikkette etablieren.

Innerhalb der Megacity Neom ist auch eine komplett autofreie Stadt namens «The Line» geplant. In dem Ort, der sich über eine Länge von 170 Kilometern erstrecken soll, sind nach Ankündigung der Entwickler keine Autos, Straßen und kein CO2-Ausstoß vorgesehen. Orte des täglichen Lebens – etwa Schulen, Gesundheitszentren, Freizeit-Anlagen und Grünflächen – sollen in höchsten fünf Minuten zu Fuß erreichbar sein. Für längere Strecken soll ein komplett automatisiertes Verkehrsnetz entstehen.

 

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