News
Debatte über KI an Schulen: Was gegen ein Pauschalverbot spricht

News Debatte über KI an Schulen: Was gegen ein Pauschalverbot spricht

Quelle: Soeren Stache/dpa
dpa

Einige Schüler nutzen inzwischen KI bei Prüfungen zum Schummeln. Ein baden-württembergischer Bildungsverband warnt dennoch vor pauschalen Verboten – und plädiert für andere Lösungen.

Die Klagen in den Lehrerzimmern wegen KI-gestützter Schummeleien mit Smartphones, Smartwatches oder Scan-Stiften werden lauter. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hält technische Sperren – vor allem bei Abschlussprüfungen – jedoch für zu kurz gegriffen.

Die Frage sei nicht, wie Künstliche Intelligenz (KI) aus dem Unterricht verbannt werden könne, sagte Landeschef Gerhard Brand. Vielmehr müsse geklärt werden, wie Schule unter anderem in Prüfungen mit einer derart prägenden Technologie umgehen könnten.

Forderung nach technischen Maßnahmen

Zuvor hatte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in einem offenen Brief einfache technische Regelungen gefordert. Verwendet würden inzwischen etwa Smart Glasses, KI-Pins oder Scan-Stifte, mit denen sich während Prüfungen unbemerkt recherchieren lasse.

KI-gestütztes Spicken unterminiere die Chancengerechtigkeit, schrieb BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann an das Kultusministerium in München. Sie fordert technische Maßnahmen, etwa zur Blockade des Datenverkehrs.

Bildungsverband setzt auf neue Prüfungsformate

Aus Sicht des VBE greift die Diskussion über Störsender, Sperren und Kontrollinstrumente zu kurz. Es müsse zunächst geklärt werden, welche Rolle KI künftig in Bildung, Gesellschaft und Arbeitswelt spielen solle. Statt sie pauschal auszuschließen, plädiert der Verband dafür, Prüfungsformate weiterzuentwickeln.

«Mündliche Prüfungen, projektorientierte Aufgabenstellungen und andere Formate können dazu beitragen, individuelle Leistungen auch in einer von KI geprägten Welt verlässlich zu erfassen», sagte Brand der Deutschen Presse-Agentur. Die Risiken der rasanten technologischen Entwicklung dürften aber auch nicht ausgeblendet werden.

Schulen sollen auf KI-Alltag vorbereiten

Der Einsatz von KI sei Teil einer Entwicklung, auf die Schülerinnen und Schüler in den Schulen vorbereitet werden. Entscheidend sei daher nicht nur, wie KI in Prüfungen verhindert werden könne, sagte Brand. Vielmehr müsse Schule auf eine Zukunft vorbereiten, in der KI selbstverständlich zum Alltag gehört.

 

Weitere Nachrichten

Infektion in Baden-Württemberg: Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Nachweise in Mücken hierzulande gab es schon länger. Nun gibt es einen bestätigten Sindbis-Fall bei einem Mann in Baden-Württemberg. Ärzte sollen auf entsprechende Symptome achten.

Laut Verband: Aufschwung im Handwerk lässt auf sich warten

Im Handwerk kommt weiter keine Partystimmung auf. Der Aufschwung bleibt laut Verband im Südwesten weiter aus. Wie blicken die Betriebe in die Zukunft?

Karlsruher Basketballerin Wilke nach Heim-WM: Was bleibt vom Hype?

Zur WM in Berlin kamen über 200.000 Fans in die Hallen. Nun wartet wieder der harte Alltag. Was die deutsche Eliteliga der Frauen macht, damit der Bundestrainer künftig nicht mehr zur Flucht aufruft.

Nach Hitzesommer: Wieder verheerendes Jahr für Alpengletscher

Hitzewellen und wenig Schnee setzen den Gletschern in der Schweiz, Österreich und Deutschland massiv zu. Warum kleine Gletscher bereits verschwinden und der Nachschub an Trinkwasser zurückgeht.

Letztes Bier bei Eichbaum: Nach fast 350 Jahren ist Schluss -181 Jobs betroffen

Nach fast 350 Jahren ist Schluss: Was bedeutet das Aus für die 181 Mitarbeiter – und wie geht es mit der Marke Eichbaum weiter?

Konkurrenz für SpaceX und Co.: Deutscher Raketenhersteller HyImpulse erhält Startlizenz

Das Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Heilbronn plant seinen ersten Start von europäischem Boden im Frühjahr. In der Zukunft will HyImpulse auch kommerzielle Satelliten in die Umlaufbahn bringen.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.