News
Dürre begünstigt Plage – so steht es um den Borkenkäfer

News Dürre begünstigt Plage – so steht es um den Borkenkäfer

Quelle: Armin Weigel/dpa
dpa

Auch der Regen hilft nicht mehr: Der heiße und trockene Sommer begünstigt den schädlichen Borkenkäfer. Eine Expertin ordnet die aktuelle Lage ein.

Die Borkenkäfer-Situation in Baden-Württemberg könnte sich wieder zuspitzen. Noch im Mai hatte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) vorläufig berichtet: nach mehreren Jahren mit hohen Befallszahlen schien demnach die akute Massenvermehrungsphase überstanden. Doch die Experten hatten auch gewarnt: Ein trockener und warmer Sommer könnte die Lage rasch wieder verschlechtern. Genau das ist eingetreten.

Die dokumentierten Schadholzmengen liegen zwar demnach aktuell noch etwa halb so hoch wie im Vorjahr. Doch das trügt, warnt Felicitas Sander von der FVA. Derzeit zeigten sich Fichten mit noch grüner Krone, die plötzlich ihre Rinde verlieren – darunter wimmelt es von Borkenkäfern – genauer gesagt dem sogenannten Buchdrucker. «Dieses Bild wird gerade aus der Fläche berichtet – spiegelt sich aber noch nicht in den Daten nieder.»

Ein Vergleich mit 2018 zeigt, wie schnell sich die Lage drehen kann. Damals waren die Schadholzmengen zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls noch niedrig – ab Mitte August stiegen die Schäden dann deutlich an. Es könne in diesem Jahr also durchaus noch zu großen Schäden kommen, die bislang nicht dokumentiert sind. Die Ausgangssituation mit der Trockenheit sei sehr kritisch.

Gestresste Bäume können sich kaum noch wehren

Besonders tückisch: Durch den anhaltenden Trockenstress können sich geschwächte Fichten kaum noch durch Harzfluss gegen den Schädling wehren. «Die Fichten sind derzeit schon ohne Buchdrucker stark gestresst», so Sander. Der Käfer bohrt sich unter die Rinde und legt dort seine Eier ab – befallene Bäume sterben in der Regel innerhalb weniger Wochen.

Beispielsweise im Landkreis Tuttlingen werden weiterhin erhöhte Schadholzmengen gemeldet, im Südschwarzwald könnte sich die Lage ebenfalls verschärfen. Mit einer dritten Käfergeneration rechnet Sander noch in diesem Jahr, zumindest bis in Höhenlagen von etwa 800 Metern. Waldbesitzern rät die FVA zu erhöhter Wachsamkeit und zügiger Sanierung. «Dran bleiben und auf der Hut bleiben», empfiehlt Sander. «Im Moment gibt es die ein oder andere Überraschung und übersehene Käferlöcher von eventuell nicht allzu geringem Ausmaß.»

 

Weitere Nachrichten

Besondere Löwenfreundschaft: Der Mann vom Bodensee und das Raubtier

Der Baden-Württemberger Valentin Grüner aus Horn am Bodensee rettet ein Löwenbaby in der Kalahari. Daraus wächst eine ungewöhnliche Beziehung, die Millionen Menschen online bewegt.

Karlsruher Lehrerin bei Basketball-WM statt bei Schulkonferenz

Alexandra Wilke erlebt gerade besondere Tage bei der Basketball-WM in Berlin. Andere Termine müssen dafür weichen.

Ukraine und Baden-Württemberg wollen Polizei vernetzen

Drohnen, Cyberangriffe und Sabotage: Für die Sicherheitsbehörden in der Ukraine gehört das zum Alltag. Von den Erfahrungen will Baden-Württemberg profitieren - und bei neuen Technologien unterstützen.

Ferienende: Diese Dinge haben Reisende am Stuttgarter Flughafen vergessen

Die Sommerferien neigen sich dem Ende – und damit kehren viele aus dem Urlaub zurück. Bei zahlreichen Reisenden bleibt auch einiges liegen, darunter ist das eine oder andere kuriose Fundstück.

Hefte, Füllhalter, Schulranzen: Diese Schulsachen sind 2026 teurer - und diese günstiger

Am Montag geht die Schule im Südwesten wieder los. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Preise für typische Schulmaterialien ganz unterschiedlich entwickelt. Wo wird es teurer?

Influencer in Baden-Württemberg unter Druck – Steuerfahndung wertet Daten aus

Influencer in Baden-Württemberg geraten ins Visier der Steuerfahndung: Nachzahlungen von mehr als 438.000 Euro wurden fällig. Was haben die Social-Media-Stars versäumt?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.