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Rekord bei Windenergie – doch ist der Ausbau in Gefahr?

News Rekord bei Windenergie – doch ist der Ausbau in Gefahr?

Quelle: Stefan Sauer/dpa
dpa

Bis 2040 will das Land klimaneutral werden. Dafür sind unter anderem Hunderte Windräder nötig. Wie realistisch ist das Ziel angesichts neuer Daten für das erste Halbjahr und Gesetzesänderungen?

Trotz Rekordwerten beim Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg wächst die Sorge vor einem Abflauen – zumal eigentlich mehr Tempo vonnöten wäre, um Klimaziele zu erreichen. Der Trend bei der Windenergie halte nur, solange Planungssicherheit gegeben sei, mahnte der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Andreas Schwarz. «Wir sehen aber, dass die Bundesregierung derzeit beim Ausbau der Windkraft vor allem im Süden Sand ins Getriebe schüttet.»

Durch eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes drohten Ausgleichszahlungen für Windkraft-Betreiber wegzufallen, erklärte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Das würde dem Ausbau der Windkraft spürbar den Wind aus den Segeln nehmen», so der Grünen-Politiker. «Diese Unsicherheiten können wir uns nicht leisten, wenn wir Unabhängigkeit wollen.»

Mit Waldbränden, Wasserknappheit und Stromrationierungen durchlebe Europa gerade spürbare Folgen des menschengemachten Klimawandels, sagte er. «Was wir jetzt brauchen, ist Klimaschutz und keine fossilen Fantasien.»

Ministerin sieht Baden-Württemberg auf Klimakurs

Im ersten Halbjahr sind nach Angaben des Umweltministeriums 33 Windkraftanlagen ans Netz gegangen. Zum Vergleich: im gesamten Vorjahr seien es 40 Anlagen gewesen, heißt es in einem Schreiben von Ministerin Thekla Walker (Grüne) an Schwarz. Mit 169 Megawatt (MW) erreiche die in Betrieb genommene Leistung Rekordwerte aus 2016 und 2017.

«Mit der bis zum Halbjahr genehmigten Leistung von 480 MW steuert Baden-Württemberg auf einen Allzeitrekord zu und wird schon bald die Ende 2025 erreichten 660 MW übertreffen», schreibt die Umweltministerin weiter. Die Halbjahresbilanz habe damals 175 MW betragen.

 

Gemäß einer Übersicht der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg sind mit Stand 1. Juli 1.771 Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 11.005 MW in unterschiedlichen Projektphasen geplant. Die meisten davon seien noch im Genehmigungsverfahren. Walker kommt zu dem Schluss, dass sich Baden-Württemberg mit der Realisierung der geplanten Vorhaben und den 850 Windenergieanlagen in Betrieb auf dem angestrebten Ausbaupfad befinde.

Aus Sicht von Experten müsste der Ausbau aber viel schneller gehen. Laut einem Gutachten werden bis 2030 rund 1.400 Windenergieanlagen benötigt, damit Baden-Württemberg seine Klimaschutzziele erreichen kann. Bis 2040 soll das Land klimaneutral werden. Dann dürfte nur noch so viel CO2 ausgestoßen werden, wie auch wieder gebunden werden kann.

Etwas anderer Trend bei Photovoltaikanlagen

Bei der Solarenergie ist der Ausbau im Vergleich zu früheren Jahren nicht so außergewöhnlich gewesen. Im ersten Halbjahr wurden den Angaben nach in Baden-Württemberg 851 Megawatt-Peak (MWp, die Maßeinheit für die Höchstleistung einer Anlage) an Photovoltaikleistung zugebaut. Walker bezieht sich dabei auf den Datenstand des Marktstammdatenregisters (Stand 20. Juli).

Anlagen mit insgesamt 600 MWp seien an Gebäuden installiert worden. Vergangenes Jahr seien das 1.479 MWp gewesen, ein Jahr zuvor 1.711 MWp. Bei Freiflächen-Photovoltaik seien im ersten Halbjahr Anlagen mit insgesamt 251 MWp in Betrieb genommen worden (2025: 705 MWp, 2024: 540 MWp).

 

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