News
Eingewanderte Ameisenart: «Keine Tabuzonen» – Bürger kämpfen gegen Ameisen

News Eingewanderte Ameisenart: «Keine Tabuzonen» – Bürger kämpfen gegen Ameisen

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

In einer badischen Gemeinde sind Hausbesitzer verzweifelt – eine Ameiseninvasion ist nicht zu stoppen. Hilft das Spritzen von heißem Wasser gegen die krabbelnden Tiere?

Der Kampf gegen die als invasiv geltende Ameisenart «Tapinoma magnum» wird am Oberrhein ausgeweitet. Schutterwald westlich von Offenburg will ein Spezialgerät anschaffen, um mit heißem Wasser gegen die krabbelnden Tiere vorzugehen, wie die Gemeinde im Ortenaukreis bestätigte.

Bürgerinnen und Bürger eines betroffenen Wohngebiets setzen bisher Ameisenspray und andere Mittel ein – weitgehend ohne Erfolg. «Sie kehrt immer wieder zurück, die Ameise», sagte Anwohner Eberhard Walter der Deutschen Presse-Agentur.

Anwohner: «Es gibt keine Tabuzonen»

Bei Hans Martin Ludäscher drangen die Insekten sogar in die Küche, das Schlafzimmer und in den Keller ein. «Es gibt keine Tabuzonen.» Die Probleme hat er nach eigenem Bekunden seit rund einem dreiviertel Jahr.

 

Die gut 20 Kilometer entfernte Grenzstadt Kehl, die als ein Hotspot der Ameisenplage im Südwesten gilt, setzt mit Beginn der warmen Jahreszeit die Bekämpfung mit heißem Wasser fort. Kehl hat seit knapp zwei Jahren mit der Tapinoma zu tun, mittlerweile sind drei Gebiete betroffen. Ein Kinderspielplatz ist weiter gesperrt.

Eingewanderte Ameisenart ist in mehreren Kommunen nachgewiesen

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart ist im Südwesten seit mehreren Jahren an verschiedenen Orten dokumentiert. Nachweise gab es etwa in Karlsruhe, Heidelberg, Eggenstein-Leopoldshafen und Schallstadt südlich von Freiburg.

Wissenschaftler: Ameisen bedrohen Häuser

Wissenschaftler von den Staatlichen Naturkundemuseen in Stuttgart und Karlsruhe erforschen die ungewöhnliche Invasion. Die «Tapinoma magnum» sei in der Lage, riesige Superkolonien zu bilden. Sie stelle eine «zunehmende Bedrohung für Gebäude und technische Infrastruktur in Baden-Württemberg und anderen Regionen in Deutschland dar», heißt es warnend in einer Einladung von Experten zu einer Fachtagung. In Kehl drangen sie bereits in Häuser ein und lösten Ausfälle von Strom und Internet aus.

Der Kampf gilt auch deshalb als schwierig, weil die «Tapinoma magnum» aussieht wie eine normale heimische Ameise. Die Insekten können Fachleuten zufolge zwar keine Krankheiten übertragen. Es ist aber demnach nicht ausgeschlossen, dass sie bei Menschen kurzfristige Allergien auslösen.

 

Weitere Nachrichten

Studie: So viele Wohnungen fehlen in Baden-Württemberg

Im Südwesten wird seit Jahren weniger gebaut. Die Suche nach einer neuen Wohnung wird für viele Menschen oft zur Geduldsprobe. Die Krise hat aber auch Folgen für Wirtschaft und Staatseinnahmen.

Bombenfund in Karlsruher Südstadt: Entwarnung - Weltkriegsbombe entschärft

Der Blindgänger lag nur ein paar Dutzend Meter vom ICE-Gleis entfernt: Eine Weltkriegsbombe hat in Karlsruhe für Aufregung gesorgt. Am Ende gab es gute Nachrichten für die Anwohner und Reisenden.

Zahl der Handwerksbetriebe legt erstmals wieder leicht zu

Während es mehr Gebäudereiniger und Kosmetiker gibt, sinkt die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe weiter. Doch es gibt auch positive Ausnahmen.

Zeugen gesucht: 250.000 Euro teures Luxus-Auto gestohlen

Der Schock saß sicher tief: Ein 72-Jähriger kommt zu seinem Auto - doch der 250.000 Euro teure Wagen ist plötzlich verschwunden. Nun ermittelt die Polizei.

Begünstigt der heiße Sommer Ausbreitung des Ochsenfrosches?

Fast 7.000 Ochsenfrösche wurden im vergangenen Jahr erlegt. Mit welchen Maßnahmen die Behörden die Ausbreitung der invasiven Art eindämmen wollen. Und warum diese womöglich vom Klimawandel profitiert.

Technik zum Fledermaus-Schutz bremst Hesse-Bahn aus

Technische Probleme bei der Fledermaus-Vertreibung bremsen derzeit die Hermann-Hesse-Bahn aus. Wann es wieder läuft wie gewohnt, steht noch nicht fest.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.