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Erfundene Sexualdelikte: Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung – Zahlen und Mythen

News Erfundene Sexualdelikte: Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung – Zahlen und Mythen

Quelle: Marijan Murat
dpa

Es gibt nicht viele Fälle von Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung oder anderen Sexualdelikten. Das Thema polarisiert dennoch. Was die Zahlen sagen und welche Mythen sich hartnäckig halten.

Das Phänomen der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung ist real, kommt aber selten vor. Die Datenlage jedoch ist komplex. Statistische Erhebungen dazu existierten in Deutschland nicht, sagt ein Sprecher des Bundeskriminalamtes (BKA). Es würden jedoch alle vorgetäuschten Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung insgesamt erfasst. Demnach gab es im vergangenen Jahr 334 solcher Fälle bundesweit, im Jahr davor waren es 321. Demgegenüber hatte die PKS für das vergangene Jahr allein fast 14.000 Vergewaltigungen erfasst, wie es weiter hieß.

Die Berichterstattung zu vorgetäuschten Sexualdelikten sei heikel und müsse ausgewogen geschehen, betont daher die Kölner Kriminologin Nicole Bögelein. «Eine aktuelle Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes ergab, dass weniger als eine von zehn Vergewaltigungen angezeigt werden», sagt sie. «Tatsächlich bleiben Menschen oft eher mit der Gewalterfahrung allein und zeigen sie nicht an.»

Es sei zwar wichtig, Menschen vor falschen Beschuldigungen zu schützen. Genauso wichtig aber sei, Menschen, die sexualisierte Gewalt anzeigten, nicht von vornherein falsche Beschuldigungen zu unterstellen. «Man würde niemanden, der sein Auto gestohlen melden will, erst mal fragen: Hast du da nicht vielleicht was falsch verstanden? Vielleicht hast du es der Person ja ausgeliehen.» Bei diesem schweren Gewaltdelikt gebe es aber eine Tendenz, erst einmal zu fragen, ob die Tat wirklich stattfand.

Tatsächlich gebe es in der Gesellschaft verbreitet sogenannte Vergewaltigungsmythen. Implizit unterstellten Menschen Betroffenen sexualisierter Gewalt oft eine Mitschuld. Zudem gebe es eine Art Stereotyp, wie eine «typische» Vergewaltigung ablaufe – «und wenn jemand aus dem Raster fällt, wird ihr oder ihm eher unterstellt, kein echtes Opfer zu sein».

 

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