News aus Baden-Württemberg
Expertin sagt: „Europas Skigebiete nicht mehr schneesicher“

News aus Baden-Württemberg Expertin sagt: „Europas Skigebiete nicht mehr schneesicher“

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild
dpa

Im Schwarzwald und in den Alpen mangelt es an Schnee. Die Straßburger Geografieprofessorin de Jong macht auf Folgen des Ausbaus von Skigebieten aufmerksam. Ist ganzjähriger Tourismus die Lösung?

Der Wintertourismus muss sich nach Ansicht der Straßburger Geografieprofessorin Carmen de Jong mehr auf die Folgen des Klimawandels einstellen. «Es gibt in Europa keine Skigebiete mehr, die schneesicher sind», sagte de Jong der Deutschen Presse-Agentur Straßburg. Das gelte auch für die Hochlagen der Alpen.

Schneesicher bedeute für sie, dass man zwischen dem 1. Dezember und Ende März jederzeit Skifahren könne. Die Gegend dürfe dabei weder von Kunstschnee noch von Schnee abhängig sein, der per Lastwagen oder Hubschrauber transportiert werde. De Jong sagte, dass ungeachtet des Klimawandels versucht werde, die Skisaison noch zu verlängern.

Im Schwarzwald und in den Alpen prägen Wärme und Schneemangel die laufende Wintersportsaison. Oft ist es auch zu warm, um Kunstschnee zu produzieren.

«Ohne die Beschneiung mit Schneekanonen und Schneilanzen wäre kein Wintersport über eine längere Zeit hinweg mehr möglich», sagte die Hochschullehrerin mit Blick auf den Schwarzwald. Das gelte sowohl für höher gelegene Gebiete wie den Feldberg als auch für niedriger gelegene Gebiete wie Seibelseckle. Falls sich der Trend fortsetze, erwarte sie, dass der Winter immer kürzer und «löchriger» werde. «Man kann die Wintersaison nicht als Erfolg definieren, wenn sie nicht durchgehend ist.»

De Jong machte auf die Umweltauswirkungen von Speicherbecken aufmerksam, die für eine großflächige künstliche Beschneiung nötig seien. Das Wasser dafür komme häufig aus weiten Entfernungen, das Hochpumpen verursache hohe Energiekosten. «Die Speicherbecken in den Alpen mit Kapazitäten von bis zu 400.000 Kubikmetern sind überdimensioniert, da lokal nie genug Wasser zur Verfügung steht», sagte die Expertin für Hydrologie (Wasserkunde). Ein neuer Trend sei, sogar das Grundwasser anzuzapfen.

Der Bund Naturschutz in Bayern hatte bereits Ende November angesichts der Energiekrise an die Betreiber appelliert, auf den Einsatz von Schneekanonen ganz zu verzichten. Die bayerische Staatsregierung solle keine weiteren Genehmigungen für den Betrieb erteilen, lautete eine weitere Forderung. Dafür solle sich Bayern auch mit Österreich und der Schweiz abstimmen, um eine Lösung für den gesamten Alpenraum zu erzielen.

De Jong wies darauf hin, dass in Frankreich mancherorts bereits ein neuer Kurs eingeschlagen werde. Im südlich gelegenen Département Drôme solle beispielsweise nicht mehr in Kunstschnee investiert werden. Grund dort sei vor allem der Schutz der Wasserressourcen. Stattdessen werde der Vier-Jahreszeiten Tourismus gefördert. «Für diesen Tourismus sind viel weniger Investitionen nötig.» Das könne sich lohnen – auch wenn Gäste im Sommer weniger Geld ausgeben.

 

Weitere Nachrichten

Landeskultusministerin Schopper sieht Hybridunterricht als Ansatz

Fehlende Lehrkräfte sind ein Dauerthema in der Bildungspolitik. Experten erwarten noch ganze zwei Jahrzehnte Durststrecke und machen nun Vorschläge zur Entspannung der Lage. Vor allem einer stößt auf das Interesse der Kultusministerin - sehr zum Ärger der Gewerkschaft.

INIT INDOOR MEETING in Karlsruhe: Olympiasiegerin Mihambo besser als 2022

Weitspringerin Malaika Mihambo ist mit dem Start in das WM-Jahr zufrieden. Die Olympiasiegerin sprintet beim Karlsruher Meeting zwar nicht ins Finale, ist aber schneller als vor zwölf Monaten.

Schutzstreifen für Radfahrer sollen außerorts möglich sein

Für Fahrradfahrer im Südwesten könnte es künftig auch vermehrt Schutzstreifen auf Land- und Bundesstraßen geben.

Krankenstand in Baden-Württemberg klettert auf Rekordhoch

Der Krankenstand hat im Südwesten nach Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit ein Rekordniveau erreicht. Die meisten Ausfälle gingen demnach auf Atemwegserkrankungen zurück.

Heidelberg: Mann flüchtet vor Alkoholkontrolle in den Neckar

Bei der Flucht vor einer Alkoholkontrolle ist ein junger Mann in den Neckar in Heidelberg gesprungen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.