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Fentanyl, Tilidin, Oxycodon: Mehr junge Menschen in Baden-Württemberg abhängig

News Fentanyl, Tilidin, Oxycodon: Mehr junge Menschen in Baden-Württemberg abhängig

Quelle: Alex Brandon/AP/dpa
dpa

Chemie im Labor, Gefahr auf der Straße: Im Südwesten seien mehr Menschen von synthetische Opioiden abhängig – und die Suchthilfe beklagt fehlende Mittel.

Fentanyl, Tilidin, Oxycodon – solche Drogen kann man heute einfach im Internet bestellen. Das kann mitunter einer der Gründe sein, weshalb immer mehr Menschen im Südwesten abhängig von sogenannten synthetischen Opioiden sind. Das sind im Labor hergestellte Drogen, die vor allem schmerzlindernd wirken. Die Landesstelle für Suchtfragen und ist wegen dieser Entwicklungen alarmiert. Besonders besorgniserregend sei dabei der wachsende Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – unter dem Abhängigen sowie den Toten. Bundesweit seien 2024 14 Prozent der Drogentoten unter 30 Jahre alt gewesen. Synthetischen Substanzen würden diese Situation verschärfen.

 

Suchthilfe beklagt fehlende Mittel

Auf einer Pressekonferenz in Stuttgart verlangte die Landesstelle für Suchtfragen deshalb eine vorausschauende Drogenpolitik und beanstandete fehlende Instrumente der Suchthilfe. Es seien etwa Naloxon-Nasensprays nicht ausreichend verfügbar, die bei einer Überdosis Leben retten können. Weiter gebe es zu wenige Drogenkonsumräume und Substitutionsärzte – insbesondere im ländlichen Raum.

Auch ein landesweites Monitoring- und Frühwarnsystem, um schnell zu erkennen, wenn neue psychoaktive oder synthetische Substanzen im Umlauf sind, gebe es nicht. Bei den im Labor hergestellten Drogen reiche eine kleine Veränderung der chemischen Struktur und schon gebe es eine neue Droge. Pro Jahr kommen laut dem Leiter der Substitutionsambulanz Karlsruhe, Christoph Stoll, etwa 50 solcher neuen psychoaktiven Substanzen auf den Markt.

Maßnahmen wie Drug-Checking, könnten ebenfalls helfen, neue Gefahren frühzeitig zu erkennen. Dabei können Drogenkonsumenten ihre Drogen in anerkannten Beratungsstellen prüfen lassen, damit sie keine verunreinigten oder potenziell tödlichen Stoffe zu sich nehmen. Eine Möglichkeit seine Drogen in Baden-Württemberg legal zu testen, gibt es bislang nicht.

 

Unsichere Finanzierung

Die Suchthilfe in Baden-Württemberg bangt, wie auf der Pressekonferenz erklärt, zusätzlich um ihre Finanzierung. Durch die kommunalen Sparzwänge seien den Suchtberatungsstellen 10 bis 20 Prozent der Mittel gekürzt worden. Die Landesstelle fordert deshalb eine strukturell abgesicherte Finanzierung der Suchthilfe. Die Landeszuschüsse für die Suchtberatung im Südwesten sind jedoch zuletzt gestiegen.

 

Mehr jüngere Betroffene

2025 gab es laut Kriminalitätsstatistik in Baden-Württemberg 191 Drogentote. Im Jahr zuvor waren es ähnlich viele Tote gewesen. Immer häufiger seien junge Erwachsene unter den Toten. Mischkonsum sei dabei die häufigste Todesursache. Unter den Toten durch Mischkonsum waren dabei auch 15 Heranwachsende und 2 Jugendliche, erklärte ein Sprecher der Landesstelle.

Die Landesstelle fordert deshalb einen Ausbau des Therapieangebots für Jugendliche. Junge Menschen würden durch etwa Trauma und Einsamkeit zu Opioiden greifen, wüssten dabei aber oft gar nicht, was sie dort überhaupt zu sich nehmen. Gleichzeitig seien Drogen durchs Internet heute viel leichter verfügbar und ihr Konsum werde in Jugendkultur verharmlost und glorifiziert.

 

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