News aus Baden-Württemberg
Gewalt gegenüber Ärzten und Pflegern nimmt zu

News aus Baden-Württemberg Gewalt gegenüber Ärzten und Pflegern nimmt zu

Quelle: Marijan Murat/dpa
dpa

Knochenbrüche, Gehirnerschütterung, Platzwunden: Medizinisches Personal sieht sich verstärkt Übergriffen durch Patienten und deren Angehörige ausgesetzt. Die Gründe: Drogen, Ungeduld, Unverständnis.

Übergriffe auf Ärzte und Pfleger haben nach Angaben des Landeskriminalamtes im vergangenen Jahr zugenommen. 126 Körperverletzungen und tätliche Angriffe in Krankenhäusern wurden registriert, wie eine Sonderauswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigt. 2022 waren es demnach noch 115 gemeldete Fälle gewesen, im Jahr davor 89. Der deutlich größere Anteil der Angriffe richtete sich demnach gegen Pflegekräfte, der kleinere gegen Ärztinnen und Ärzte. Die Statistik erfasst nicht, wer die Angreifer sind.

Peter Bobbert vom Ärzteverband Marburger Bund sagte vor wenigen Wochen angesichts bundesweit gestiegener Zahlen, gerade in Rettungsstellen der Krankenhäuser gebe es viele Gewalterfahrungen. Oft spiele Alkohol eine Rolle bei gewalttätigen Patienten. Auch das Gewaltpotenzial von Familienangehörigen oder Bekannten der Patienten habe in erheblichem Umfang zugenommen. Auslöser für Gewaltsituationen könnten beispielsweise als zu lang empfundene Wartezeiten sein.

Der Mediziner sagte: «Leider sind es keine Einzelfälle und leider ist es auch keine gefühlte Wahrnehmung, denn die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von Gewalterfahrungen des pflegerischen und ärztlichen Personals in Krankenhäusern.» Er vermute, dass es ein großes Dunkelfeld gebe und viele Fälle verbaler Gewalt und Bedrohungen gar nicht erst erfasst würden.

Bobbert forderte unter anderem Deeskalationstrainings für Mitarbeiter und bessere Sicherheitsmaßnahmen in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen.

 

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