News aus Baden-Württemberg
Weltkirchenrat will aus Karlsruhe wichtige Impulse senden

News aus Baden-Württemberg Weltkirchenrat will aus Karlsruhe wichtige Impulse senden

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Krieg in der Ukraine, spürbare Folgen des Klimawandels und Hunger auf der Welt: Die drängenden Probleme beschäftigen auch die christlichen Kirchen. In Karlsruhe hat nun ein wichtiger Kongress begonnen, an den die Verantwortlichen große Erwartungen stellen.

Über 4000 Christen und Christinnen verschiedener Strömungen aus aller Welt wollen in den kommenden Tagen in Karlsruhe richtungsweisende Entscheidungen für ihre weitere Arbeit treffen. Am Mittwoch begann die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) – eine Gemeinschaft von rund 350 Kirchen, die weltweit mehr als 580 Millionen Menschen vertreten. ÖRK-Generalsekretär Ioan Sauca sprach von einer «Zusammenkunft von historischer Bedeutung». Die Beschlüsse der Vollversammlung bestimmten die Arbeit des ÖRK.

Die christliche Gemeinschaft müsse neu zusammenfinden und sich zu wichtigen gesellschaftlichen Themen positionieren, sagte Sauca. Als Beispiele nannte er Klimagerechtigkeit, Rassismus und Hungersnot. «Menschen sterben», betonte er. «Karlsruhe wird ein neuer Anfang sein.» Die Corona-Pandemie habe bei vielen Menschen das Bedürfnis nach Versöhnung gestärkt. Bischöfin Petra Bosse-Huber von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sagte, vielleicht sei die ÖRK-Vollversammlung nie wichtiger gewesen als in diesen Zeiten.

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des ÖRK und findet in der Regel alle acht Jahre statt. Zum ersten Mal gastiert sie in Deutschland. Das Motto für die elfte Ausgabe lautet: «Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt.» Für Mittwochnachmittag wurden noch eine Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Grußworte des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann erwartet.

Die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus hofft auf ein klares Zeichen für Frieden: «Christi Liebe duldet keinen Angriffskrieg», sagte sie in ihrem Grußwort. «Die Liebe Christi ist keine Gefühlsduselei.» Sie sei eine Praxis – tatkräftig, verwegen, mutig, widerständig.

Sauca kündigte an, elf Ukrainer sollten an dem Kongress teilnehmen – ebenso eine Delegation aus Russland. Der Krieg werfe einen Schatten auf die Vollversammlung, sagte der Generalsekretär. Aber der ÖRK verstehe sich als freien Raum für den Dialog. Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn sollten Vertreter beider orthodoxer Strömungen in Karlsruhe aufeinandertreffen. Ein anderes strittiges Thema ist ein israelkritischer Antrag der anglikanischen Kirche von Südafrika.

Im ÖRK sind orthodoxe, anglikanische, baptistische, lutherische, methodistische und reformierte sowie unabhängige Kirchen vertreten. Er beschreibt die Vollversammlung als «umfassendste Zusammenkunft von Christinnen und Christen weltweit». Die katholische Kirche ist kein ÖRK-Mitglied. Sie nimmt nur als Gast an der Vollversammlung teil.

Bis zum 8. September debattieren die Kirchenvertreter zu den diversen Themen. Darüber hinaus gibt es viele Anlässe für gemeinsame Gebete. Unter anderem steht auf dem Festplatz nahe dem Zoo ein 17 Meter hoher sogenannter Magic Sky mit einem Durchmesser von 42 Metern. Er soll einen offenen Raum für Gebete und Begegnungen schaffen.

Interessierte, die zu keiner Delegation gehören, können entweder Livestreams im Internet verfolgen oder für ein Tagesticket im Wert von 64 Euro teilnehmen. Darin ist auch Verpflegung enthalten.

Für Bürgerinnen und Bürger sind laut der evangelischen Landeskirche in Baden etwa 250 Veranstaltungen in der Innenstadt geplant, wie Konzerte, Workshops und Diskussionsrunden – allesamt kostenlos. Die meisten Veranstaltungen sind den Angaben nach in englischer Sprache geplant. Wo möglich, soll eine deutsche Übersetzung angeboten werden.

 

Weitere Nachrichten

Karlsruhe besonders betroffen: Invasive Ameise Tapinoma in 90 Kommunen nachgewiesen

Im Südwesten treiben invasive Ameisen Kommunen sowie Anwohner zur Verzweiflung. Immer mehr Kommunen sind betroffen. Warum eine Ausrottung kaum möglich ist und die Bekämpfung teuer.

Grippesaison steht an - So steht es um den Impfstoff im Land

Die Grippe kann alles andere als harmlos verlaufen. Bald dürften die ersten Influenza-Erreger wieder unterwegs sein. Wem eine Impfung empfohlen wird – und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.

Tarifkonflikt: Weitere Warnstreiks bei SWEG - drei Tage lang

Verdi fordert Schutz vor Kündigungen und erhöht den Druck: Ab Mittwoch bis Freitag sollen SWEG-Busse in zahlreichen Städten nicht fahren.

Wasen und Wiesn: So ist die Regel fürs Rauchen im Festzelt

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Knapp 10.000 Rufnummern von Cyberkriminellen abgeschaltet

Mit internationalen Partnern gehen Ermittler aus Baden-Württemberg und Deutschland gegen betrügerische Anrufe und manipulierte Handelsplattformen vor. Welche Maßnahmen wurden ergriffen?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.