News
Gute Erfahrungen im Landkreis Karlsruhe: So lässt sich die Arbeitspflicht für Geflüchtete umsetzen

News Gute Erfahrungen im Landkreis Karlsruhe: So lässt sich die Arbeitspflicht für Geflüchtete umsetzen

Quelle: Annette Riedl/dpa
dpa

Der Landkreis Karlsruhe meldet Erfolge. Und könnte Vorbild für andere Regionen sein.

Bei der Ausweitung der Arbeitspflicht für Geflüchtete hat der Landkreis Karlsruhe gute Erfahrungen mit gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten gemacht. Dies kann nach Einschätzung von Landratsamt und Migrationsministerium für andere Regionen in Baden-Württemberg und darüber hinaus als Vorbild dienen. «Die Einsatzbereiche sind vielfältig und reichen von Grünpflege und Bauhofarbeiten über Unterstützung in kommunalen Einrichtungen bis hin zu Hilfsdiensten in sozialen Bereichen», hieß es.

 

Bei Ablehnung drohen Leistungskürzungen

Seit Herbst 2024 hätten 368 Geflüchtete an Informations- und Auswahlverfahren für solche Arbeitsgelegenheiten teilgenommen. Nur 59 lehnten den Angaben nach eine Tätigkeit ohne triftigen Grund ab oder brachen sie ab. Ihnen seien wie gesetzlich vorgesehenen Leistungen gekürzt worden.

Das Landratsamt koordiniert den Angaben nach die Arbeitsgelegenheiten, berät Kommunen und gemeinnützige Träger. Zudem arbeite der Landkreis mit der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft BEQUA zusammen. «Dort nehmen monatlich rund zehn Geflüchtete an Arbeitsgelegenheiten teil und erhalten bei Bedarf Sozialberatung oder Jobcoaching, um den Übergang in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.»

 

Kommunen entlastet, Geflüchtete in Arbeitsmarkt gewechselt

Die Bilanz zeige, dass sich Arbeitsgelegenheiten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz rechtssicher, praktikabel und mit hoher Akzeptanz umsetzen ließen – insbesondere außerhalb der Unterkünfte. Einzelne Geflüchtete seien in reguläre Beschäftigung mit Ausbildungsperspektive gewechselt. Auch die Rückmeldung der Kommunen sei positiv, viele Stellen hätten mehrfach nachbesetzt werden können. Sechs Städte im Kreis hätten Arbeitsgelegenheiten eingerichtet. Weitere bereiteten den Einstieg vor.

«Der Landkreis Karlsruhe zeigt, dass das Prinzip Fördern und Fordern in der Praxis funktioniert», erklärte Migrationsministerin Marion Gentges (CDU). «Arbeitsgelegenheiten strukturieren den Alltag, fördern Eigenverantwortung und unterstützen Integration.» Landrat Christoph Schnaudigel (CDU) betonte: «Arbeitsgelegenheiten schaffen sinnvolle Strukturen, fördern Eigeninitiative und geben Geflüchteten die Chance, Verantwortung zu übernehmen und Kontakte in die Gesellschaft zu knüpfen.» Integration gelinge dann am besten, wenn sie mit praktischen Möglichkeiten zur Teilhabe verbunden sei.

 

Weitere Nachrichten

Seit sechs Jahren verschwunden: Suchhunde schlagen an - neue Spur von vermisster Scarlett?

Sechs Jahre nach dem Verschwinden von Scarlett Salice schlagen Suchhunde an einem Felsen im Wehratal mehrfach an. Was ihr Vater und die Helfer nun vermuten, und warum die Suche gefährlich bleibt.

Europa-Park zum elften Mal "bester Freizeitpark der Welt"

Wieder einmal darf sich der Europa-Park über die Auszeichnung zum «besten Freizeitpark der Welt» freuen. Dabei setzt er sich erneut gegen namhafte Konkurrenz durch.

Warum das Land bei einer Bildungsstudie gut abschneidet

Zuletzt gab es bei Studien und Leistungstests für den Südwesten immer wieder Tiefschläge. Eine arbeitgebernahe Studie sieht dagegen eine Reihe positiver Punkte. Ist das ein Widerspruch?

Großübung "Badischer Sturm": Über 500 Soldaten proben ABC-Einsatz

Die Bundeswehr übt die ABC-Abwehr. Denn sie will für den Ernstfall gewappnet sein. Was bedeutet die erhöhte Präsenz militärischer Fahrzeuge für Autofahrende?

Laut Umfrage: Klimaneutral bis 2045? Immer mehr Firmen geben auf

Immer weniger Unternehmen in Baden-Württemberg glauben einer Umfrage zufolge, bis 2045 klimaneutral werden zu können. Woran hapert es aus Sicht der Betriebe?

Lebensmittel mit Insekten: Warum gibt es keine Insekten auf unseren Tellern?

Insekten kann man in Deutschland auch als Lebensmittel verzehren. Aber wer macht das und warum setzen sich die kleinen Tierchen als Lebensmittel nur schwer durch?






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.