News aus Baden-Württemberg
Hitze förderte Entwicklung der Asiatischen Tigermücke

News aus Baden-Württemberg Hitze förderte Entwicklung der Asiatischen Tigermücke

Quelle: Helmut Fricke/dpa
dpa

Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke am Oberrhein hat der heiße Juni die schnelle Entwicklung des aggressiven Insekts erheblich begünstigt.

«Die hiesigen Populationen konnten durch die warmen Temperaturen früh eine höhere Dichte erreichen», teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer mit. «Früher bedeuteten trockene Sommer für die Kabs wenig Arbeit. Seit es sich die Asiatische Tigermücke am Oberrhein gemütlich gemacht hat, sieht das anders aus», sagte der wissenschaftliche Kabs-Direktor Dirk Reichle der Deutschen Presse-Agentur.

In diesem Jahr sei die exotische Stechmücke in 20 Kabs-Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen bekämpft worden. «Mehr als 150 Menschen sind an den regelmäßig erfolgenden Einsätzen beteiligt – und selbst mit dieser großen Zahl an Mitarbeitenden ist die Kabs an ihrer Kapazität angelangt», sagte Reichle. «Sollten Populationen bei weiteren Mitgliedern auftreten, gibt es nicht mehr genug Personal, um in dieser Saison dort noch aktiv zu werden.» Denn auch die einheimischen Auwald-Stechmücken erforderten Aufmerksamkeit.

Hier habe es seit den Hochwasserwellen im Mai keine größeren Einsätze gegeben. «Zum ersten Mal in der Kabs-Geschichte wurden im Mai drei Helikopter am gleichen Tag eingesetzt», erklärte Reichle. Die logistische und personelle Herausforderung habe sich gelohnt. «Trotz großer Überschwemmungsflächen und sehr hohen Larvendichten konnte die Stechmückenbelästigung in den Siedlungsgebieten vermieden werden.»

Die Tigermücke stammt aus Südostasien. Eigentlich ist ihr Stich eher harmlos und führt zu Juckreiz und Schwellungen. Jedoch kann sie bei sehr warmen Temperaturen Erreger wie das Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus übertragen. In Deutschland wurde die relativ kleine Stechmücke mit den weißen Streifen erstmals 2007 dokumentiert.

In der Kabs mit Sitz in Speyer – einem eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Verein – haben sich mehr als 90 Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen.

Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Stechmücken tötet.

 

Weitere Nachrichten

Weinbauverband erwartet "qualitativ hervorragenden Jahrgang"

Der Weinbauverband rechnet mit einem Spitzenjahrgang - doch die Branche steht unter Druck. Der Verband fordert politische Entlastung für die Betriebe.

Futtermangel wegen Hitze: Erste Bauern geben Tiere zum Schlachter

Winterreserven sind schon aufgebraucht, die Preise explodieren: Landwirte kämpfen mit dramatischen Folgen der Hitze. Und nicht selten greifen sie zum letzten Mittel, um ihre gesunden Tiere zu retten.

Roter Panda-Nachwuchs "Zuko" im Zoo Heidelberg

Im Zoo Heidelberg wächst wieder ein seltener Roter Panda heran. Weniger als 10.000 Exemplare seiner Art leben noch in freier Wildbahn.

Niedrigwasser in Zukunft: Was tun, wenn der Rhein zur Rinne wird?

Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter? Sagt sich leicht, doch in Zukunft soll extremes Niedrigwasser häufiger vorkommen. Was Natur und Schifffahrt helfen kann.

Schlosslichtspiele: Warum sich jetzt ein Besuch in Karlsruhe besonders lohnt

Lichtkünstler verwandeln das Karlsruher Schloss und weitere Gebäude in beeindruckende Leinwände. Was Besucher bei den Schlosslichtspielen erwartet.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.