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Hitze treibt Ozonbelastung – Vorsicht am Abend

Nachrichten Hitze treibt Ozonbelastung – Vorsicht am Abend

Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa
dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg schwitzen nicht nur – die hohe Sonneneinstrahlung lässt auch die Ozonwerte steigen. Was Experten raten.

Wegen hoher Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung warnt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vor erhöhten Ozonkonzentrationen in weiten Teilen Baden-Württembergs.

«Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen», sagte der Präsident der LUBW, Ulrich Maurer. Am Spätnachmittag und Abend seien die Ozonkonzentrationen besonders hoch. Mit abnehmender Bewölkung und abnehmendem Wind verstärkten sich die Konzentrationen.

 

Heftige Kopfschmerzen und Husten

Ab einem Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird Kindern, Jugendlichen sowie entsprechend empfindlichen Menschen von körperlicher Betätigung im Freien abgeraten. Ab einem Wert von 240 Mikrogramm wird dies allen Menschen empfohlen und es wird Ozon-Alarm ausgerufen. Solche hohen Spitzenkonzentrationen wurden letztmals im Jahr 2015 von der LUBW registriert.

Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist laut LUBW individuell unterschiedlich. In höherer Konzentration verursacht das Gas zahlreiche Probleme für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei den Pflanzen beeinträchtigt eine erhöhte Ozonkonzentration das Wachstum. Das Reizgas Ozon kann etwa heftige Kopfschmerzen verursachen und auch die Atemwege schädigen.

Viele Menschen leiden nach Auskunft des Bundesumweltamtes an Tagen mit hoher Ozonkonzentration an Reizungen der Augen und Schleimhäute (Husten) sowie − verursacht durch Begleitstoffe des Ozons − an Kopfschmerzen. «Diese Reizungen sind von der körperlichen Aktivität weitgehend unabhängig. Ihr Ausmaß wird primär durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt», erklärt die Behörde auf ihrer Homepage. Eine Risikogruppe lasse sich nicht eingrenzen. Man gehe davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung besonders empfindlich auf Ozon reagieren.

 

Atemwege sind besonders betroffen

Neben Reizungen der Schleimhäute in den oberen Atemwegen kann Ozon bei tiefer oder häufiger Einatmung – etwa bei körperlicher Aktivität – stärker bis in die tiefen Lungenabschnitte gelangen. Dort kann es Gewebe schädigen und entzündliche Prozesse auslösen, wie das Bundesumweltamt weiter schreibt. Bei Schulkindern und Erwachsenen sei vor allem nach intensiver körperlicher Aktivität im Freien eine verminderte Lungenfunktion nachgewiesen worden.

 

Ozon hat eine doppelte Aufgabe

Ozon spielt in der Erdatmosphäre laut der LUBW eine Doppelrolle: Als natürliche Ozonschicht oberhalb von etwa 20 Kilometern Höhe schützt es die Erdoberfläche vor schädlicher Ultraviolettstrahlung der Sonne. Rund 90 Prozent des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe ist Ozon ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Seine natürliche Hintergrundkonzentration liegt bei etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Die erste Überschreitung des Informationsschwellenwertes im Jahr 2026 trat am 29. Mai während der ersten längeren Hitzeperiode des Jahres an der Messstation Heidelberg auf, wie die LUBW mitteilte. Dort wurde ein Ozonwert von 182 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen.

 

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