News
Jagdverband: Mehr Handhabe gegen wildernde Katzen nötig

News Jagdverband: Mehr Handhabe gegen wildernde Katzen nötig

Quelle: Stefan Sauer/dpa
dpa

Harmloses Haustier oder schädlicher Streuner? Die Meinungen über Katzen gehen mitunter auseinander. Immer wieder wird diskutiert, ob wildernde Katzen erlegt werden sollen. Doch die Hürden sind hoch.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg wünscht sich mehr Möglichkeiten, freilaufende Hauskatzen und verwilderte Katzen von Gebieten mit Artenschutzprojekten fernzuhalten. Das sei wichtig für bedrohte Arten wie Kiebitz, Rebhuhn oder Grauammer. Für sie seien neben der Verschlechterung der Lebensräume auch Fressfeinde ein Problem, sagte ein Verbandssprecher. Man könnte zum Beispiel in bestimmten Regionen über ein Konzept mit Lebendfallen nachdenken. «Mit dem Gießkannenprinzip in die Fläche zu gehen, ist aber nicht zielführend», sagte er.

 

Diskussion um Abschuss wildernder Katzen

In manchen Bundesländern gibt es immer wieder Diskussionen, ob wildernde Katzen oder Hunde abgeschossen werden sollten. In Baden-Württemberg sind die Hürden dafür nach Worten eines Sprechers des Landwirtschaftsministeriums aber sehr hoch. So dürften streunende Hauskatzen nur im Einzelfall und nur mit behördlicher Genehmigung getötet werden – «sofern der Schutzzweck es erfordert und andere mildere und zumutbare Maßnahmen nicht erfolgversprechend sind».

 

Katzen schaden dem Artenschutz massiv

Global gesehen seien streunende Hauskatzen wissenschaftlich belegt die schädlichste und am stärksten verbreitete gebietsfremde Art, sagte der Sprecher des Landesjagdverbandes. Sie fügten etwa der Population von Singvögeln und Bodenbrütern großen Schaden zu. Um Bodenbrüter wie die Haubenlerche zu schützen, war beispielsweise in Teilen von Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) wiederholt eine «Hausarrest» für Katzen verhängt worden. Bundesweit hatte dies für großes Aufsehen gesorgt.

 

Bringt Kastration und Sterilisation von Katzen was?

Wie viele wildernde Katzen im Südwesten jährlich erlegt werden, ist unklar, Zahlen gibt es nicht. Der Sprecher des Landesjagdverbandes warb für mehr Problembewusstsein bei Katzenbesitzern. Der Naturschutzbund Nabu hatte sich in der Vergangenheit für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen mit Freigang ausgesprochen. Außerdem müssten auch verwilderte Katzen kastriert beziehungsweise sterilisiert werden.

Laut Jagdverband ist aber auch die Kastration von Katzen kein Allheilmittel für den Artenschutz. Denn auch kastrierte Katzen würden in der Natur ja weiter fressen, sagte der Jagdverbandssprecher.

 

Weitere Nachrichten

Baden-Württemberg wählt: Diese Fakten zur Landtagswahl muss man kennen

Neuer Ministerpräsident, neues Wahlrecht, neue Parteien im Landtag? Bei der Landtagswahl am 8. März geht es im Südwesten um viel. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Baden-Württemberg wählt: Hagel, Özdemir und Co - das sind die Spitzenkandidaten

Sie begegnen den Wählerinnen und Wählern seit Wochen auf Wahlplakaten: die führenden Köpfe der Parteien im Südwesten. Wer steht zur Wahl, und wer sind die Spitzenkandidaten?

Analyse: 20 Prozent plus x? Darum ist die AfD im Südwesten so stark

Die Partei könnte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ein Rekordergebnis in Westdeutschland erzielen. Warum vor allem gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Verbrenner-Aus 2030? BGH in Karlsruhe prüft Klimaklagen gegen Autobauer

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Worauf sich die Kläger beim Bundesgerichtshof berufen.

Laut Statistik: So gefährlich sind die Bahnhöfe im Land

Bahnhöfe, das zeigt die Statistik, sind seit jeher keine ungefährlichen Orte. Zwar geht die Gesamtzahl erfasster Delikte zurück. Aber ein Blick in die Details dämpft die Freude



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.