News aus der Fächerstadt
„Jeder gefällte Baum tut weh“: OB Mentrup sprach mit Platanen-Aktivisten

News aus der Fächerstadt „Jeder gefällte Baum tut weh“: OB Mentrup sprach mit Platanen-Aktivisten

Quelle: Thomas Riedel

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hat sich am Dienstag, 29. August 2023, mit der Gruppe getroffen, die zuletzt mit der Besetzung von Bäumen für den Erhalt der Platanen in der Kaiserstraße demonstriert hat, wird in einer Pressemeldung der Stadt informiert.

OB Mentrup: „Wir sollten alle Kräfte bündeln“

Wie die Stadt informiert, fand am Dienstag, 29. August 2023, ein  „freundlichen und konstruktiven Gespräch“ zwischen Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Aktivistinnen und Aktivsten im Rathaus in Karlsruhe statt.

„Das Wissen um die Bedeutung von lokalem Klima- und Naturschutz eint uns“, so OB Mentrup. Er habe sich dafür eingesetzt, Klimaschutz als große gemeinsame Aufgabe zu verstehen und hier seine unterstützende Förderung bekundet. Dabei könnten die eingeschlagenen Wege durchaus unterschiedlich sein. „Wir sollten alle Kräfte bündeln, um den klimagerechten Umbau der Stadt zügig voranzubringen“, erklärt der OB.

Die gemeinsame Feststellung sei, dass nur gemeinsam mit möglichst vielen Menschen etwas erreicht werden könne, heißt es weiter. In den Bereichen Energie, Mobilität und Stadtbildgestaltung wurden Themen zur Zusammenarbeit ausgelotet.

 

Aus Protest gegen eine geplante Fällaktion von Platanen hat ein halbes Dutzend Aktivisten in Karlsruhes Fußgängerzone vier Bäume besetzt. Foto: Susanne Kupke-Flohr/dpa

 

Rahmenbedingungen für Platanen ungünstig

OB Mentrup hatte im Gespräch betont, dass dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung der Erhalt gewachsener Bäume und Grünstrukturen wichtig sei. Wichtig sei die Pflanzung von Bäumen mit guten Voraussetzungen für ein langes Leben. Nicht jeder Baum könne dabei erhalten werden – das treffe auf die Platanen in der Karlsruher Innenstadt zu.

In der Kaiserstraße seien die Rahmenbedingungen für die bestehenden Bäume schon jetzt ungünstig. Absehbar werden sich im Bauablauf für die Neugestaltung der Kaiserstraße, auch bei aller Vorsicht in der Ausführung, weitere Verschlechterungen für die Lebensbedingungen der Platanen ergeben. Der Gemeinderat hatte sich daher für die abschnittsweise Rodung und Ersatzpflanzungen entschieden.

 

„Jeder gefällte Baum tut weh“ so OB Mentrup

Ende September/Anfang Oktober 2023, werde die fachlich-politische Diskussion nach Vorliegen der sonographischen Auswertung sowie gutachterlichen Erkenntnisse im Zusammenhang mit den ersten gefällten Platanen fortgesetzt. Zugleich wird die Entscheidung über weitere geeignete Zukunftsbäume in der Fußgängerzone getroffen, erklärt die Stadt.

In die Planung für die Leitungsverlegung in der Kaiserstraße seien alle aktuellen Richtlinien einbezogen worden, unter anderem die DVGW Richtlinien (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches). Zum Thema Schwamm-Stadt sagte OB Mentrup der Platanen-Initiative sowie den ebenfalls am Gespräch teilnehmenden Vertretern des Klimabündnisses noch einmal einen vertiefenden fachlichen Austausch zu.

„Jeder gefällte Baum tut weh“, betont OB Mentrup, „aber die Kaiserstraße bis 2029 mit dann 86 Bäumen zukunftsfähig zu begrünen, ist ein gutes Ziel“.

 

Fällung der ersten Bäume im Januar 2023. | Quelle: Thomas Riedel

 

Weitere Informationen zur aktuellen Sachlage

Der Gemeinderat hat im Dezember 2022 für die Beibehaltung der vorliegenden Planung mit dem Entfall der Platanen und deutlich mehr Ersatzpflanzungen gestimmt. Im Februar hat er für den aktuell bearbeiteten Bauabschnitt mit sehr großer Mehrheit eine Vergabeentscheidung getroffen.

Die Planung zur zukünftigen Ausgestaltung der Kaiserstraße soll möglichst vielen Aspekte gleichzeitig gerecht werden. Dazu gehört auch eine viel bessere Starkregenvorsorge, eine dringend notwendige Erneuerung und räumliche Konzentration der benötigten Leitungen und Kanäle sowie mehr Bäume in deutlich besseren Rahmenbedingungen für ein langes Baumleben und eine ansprechende Gestaltung.

Das betrifft die generelle Widerstandskraft gegen Klimastress, aber auch Rahmenbedingungen wie größere Pflanzgruben und die Möglichkeit einer Bewässerung.

 

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