Polizei Karlsruhe
Karlsruher Verkehrsstatistik: Wieder mehr Unfälle im Stadt- & Landkreis

Polizei Karlsruhe Karlsruher Verkehrsstatistik: Wieder mehr Unfälle im Stadt- & Landkreis

Quelle: Thomas Riedel

In einer Pressemeldung wurde nun über die Verkehrsstatistik 2022 des Polizeipräsidiums Karlsruhe informiert. Demnach ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent auf 21.129 Unfälle angestiegen.

Rückgang bei den schwerverletzten Personen

Nach rückläufiger Entwicklung im Jahr 2021 ist die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Stadt- und Landkreis Karlsruhe im vergangenen Jahr 2022 um 6,4 Prozent auf 21.129 Unfälle angestiegen, was ein Plus von 1.278 Unfällen bedeutet. Landesweit nahmen die Unfallzahlen sogar um 7,1 Prozent zu, womit sich der Anstieg im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Karlsruhe etwas unter dem Landestrend bewegt.

„Erfreulich ist der Rückgang bei den schwerverletzten Personen um 2,7 Prozent“, so Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion beim Polizeipräsidium Karlsruhe.#

 

24 Menschen starben auf den Straßen in Karlsruhe

Leider konnten die historischen Tiefstwerte bei den Verkehrstoten aus den Jahren 2020 und 2021 im zurückliegenden Jahr nicht wieder erreicht werden. So kamen auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe im Jahr 2022 24 Menschen zu Tode, was gegenüber dem Jahr 2021 ein Anstieg um neun Todesfälle bedeutet.

Bei zehn Opfern handelte es sich um Insassen von Pkw. Häufigste Unfallursache hierbei war das Abkommen von der Fahrbahn. Vier der zehn tödlich Verunglückten waren nicht angegurtet.

 

Höchstwerte bei Unfällen mit Fahrradfahrenden

Vier Fahrrad- und zwei Pedelecfahrende verunglückten im Jahr 2022 bei Verkehrsunfällen tödlich. Vier von ihnen stürzten allein beteiligt, ein Unfall geschah beim Abbiegen und ein weiterer bei einem Überholvorgang.

Die Anzahl der Unfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrenden stieg im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe um 17 Prozent auf 1.133 und erreichte damit einen bisherigen Höhepunkt.

 

232 Motorradunfälle – vier getötete Fußgänger

Die Zahl der Motorradunfälle stieg im Jahr 2022 leicht auf 232 an. Dabei ereigneten sich im Landkreis Karlsruhe fast doppelt so viele Unfälle mit Motorrädern wie im Stadtkreis. Bei Motorradunfällen wurden 195 Personen verletzt, 50 davon schwer.

Wie schon im Jahr 2021 verunglückten letztes Jahr vier Kradfahrer tödlich. Ein Anstieg war bei den im Straßenverkehr getöteten Fußgängern zu verzeichnen, deren Zahl von einem im Jahr 2021 auf vier im Jahr 2022 anstieg.

 

1.078 Verkehrsunfälle mit Lkws im Jahr 2022

Bei Unfällen mit Beteiligung des Schwerlastverkehrs gab es im Stadt- und Landkreis Karlsruhe kaum Veränderungen im Vergleich zum Jahr 2021. Lediglich auf den Abschnitten der Bundesautobahnen 5 und 8, die durch den Präsidiumsbereich verlaufen, war ein Plus von 90 Unfällen zu verzeichnen.

Die Anzahl der Schwerverletzten bewegte sich jedoch auch hier von 61 auf 52 rückläufig. Insgesamt ereigneten sich 1.078 Verkehrsunfälle mit Lkw gegenüber 987 im Vorjahreszeitraum.

 

Häufigste Ursachen für Unfälle mit Personenschäden

Die häufigsten Ursachen für Unfälle mit Personenschäden im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Karlsruhe waren im vergangenen Jahr Vorfahrtsmissachtungen, Abstandsverstöße, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren sowie nicht angepasste Geschwindigkeit.

Daneben stieg im vergangenen Jahr die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen Unfallbeteiligte unter Alkoholeinfluss standen, im Vorjahresvergleich um rund 41 Prozent auf 349 Unfälle an. Auch diese Entwicklung dürfte im Kontext der pandemiebedingten Beschränkungen in der Gastronomie zu betrachten sein. Zuletzt gab es hier im Jahr 2016 vergleichbar hohe Werte.

 

2022 wurden fast 680 Führerscheine abgenommen

Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Karlsruhe stellten im Jahr 2022 bei Geschwindigkeitsmessungen 118.341 Verstöße fest. In 692 Fällen wurde die erlaubte Geschwindigkeit derart überschritten, dass die Betroffenen mit einem Fahrverbot zu rechnen hatten.

Ganz überwiegend erfolgten diese Messungen auf Strecken außerhalb geschlossener Ortschaften. Im Rahmen der zahlreichen Verkehrskontrollen mit Zielrichtung Verkehrstüchtigkeit fielen im Jahr 2022 zudem 2.203 Fahrzeugführende auf, die mutmaßlich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen. Dabei wurden 678 Führerscheine sichergestellt.

 

E-Scooter, Fahrrad- und Pedelecfahrende im Fokus

Ein besonderes Augenmerk der Verkehrsüberwachung legten die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Jahr 2022 auch auf E-Scooter. Insgesamt wurden bei E-Scooter-Fahrenden 617 Trunkenheitsfahrten und Fahrten unter Drogeneinfluss festgestellt und geahndet.

Über die Kontrollmaßnahmen im Rahmen der polizeilichen Streifentätigkeit hinaus führte die Karlsruher Polizei im vergangenen Jahr 163 gezielte Kontrollaktionen bei Fahrrad- und Pedelecfahrenden durch. Dabei mussten 1.391 Verstöße von Radfahrenden geahndet werden. Zudem wurden 103 Autofahrende wegen normwidrigen Verhaltens gegenüber Radfahrenden beanstandet.

 

Kontrollaktionen auf den Fernstraßen: 5.494 Verstöße

Zur Vorbeugung vor schweren Verkehrsunfällen auf den Fernstraßen führten Beamtinnen und Beamten der Verkehrspolizeiinspektion, regelmäßig auch im Zusammenwirken mit Polizeikräften aus anderen Bundesländern, im vergangenen Jahr 2.698 Kontrollen durch.

Dabei wurden 5.494 Verstöße festgestellt. Neben technischen Mängeln an den Fahrzeugen und beispielsweise unzureichender Ladungssicherung handelte es sich in 45 Prozent der Fälle um Missachtungen der gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten.

 

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