News
Karlsruher Zoodirektor zieht Hyazinth-Ara-Küken von Hand auf

News Karlsruher Zoodirektor zieht Hyazinth-Ara-Küken von Hand auf

Quelle: Zoo Karlsruhe, Timo Deible

Karlsruhes Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt gilt als einer der renommiertesten Papageienexperten. Ein besonderes Händchen hat er auch für die Aufzucht von Papageien, die nicht von den Elterntieren versorgt werden. Nun hat er einen neuen Schützling.

Zoodirektor zieht Hyazinth-Ara-Küken von Hand auf

Hunderte Vögel hat Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt bereits gerettet – aktuell ist er wieder Ziehvater. Aus den 26 Gramm Schlupfgewicht soll einmal ein etwa 1,5 Kilogramm schwerer Hyazinth-Ara werden, die größte flugfähige Papageienart der Welt.

Geschlüpft ist der kleine Ara am Anfang Mai im Tiergarten Nürnberg. Normalerweise legen Hyazinth-Aras zwei Eier. Falls daraus jeweils ein Küken schlüpft, können diese von den Eltern aufgezogen werden. Wird jedoch ein drittes Ei gelegt und aus allen Eiern schlüpft jeweils ein Jungvogel, hat das dritte Tier das Nachsehen, teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit.

„Ein drittes Ei ist in der Natur immer nur als Reserve vorgesehen. Und so hart uns Menschen das erscheinen mag, es werden einfach nur die zuerst geschlüpften Küken versorgt. In einem Zoo muss man sich dann entscheiden, ob der Natur ihr Lauf gelassen wird, oder ob der Jungvogel von Hand aufgezogen wird“, erläutert Reinschmidt.

Da er bereits zwei Hyazinth-Aras aus Nürnberg im Zoo Karlsruhe aufgezogen hat – die zu großer Bekanntheit als Henry und Indigo gelangt sind –, hat der Papageienexperte auch diesmal zugesagt, das Küken zu übernehmen.

 

| Quelle: Zoo Karlsruhe, Timo Deible

 

Küken wird auch nachts alle zwei Stunden gefüttert

Für den Zoodirektor bedeutet dies, in der ersten Phase alle zwei Stunden zu füttern. Mit einer Spritze wird der Nahrungsbrei in den Schnabel gegeben und in den Kropf abgeschluckt. Von dort geht dann automatisch immer wieder ein Teil der Nahrung weiter in die Verdauung, bis der Kropf nach rund zwei Stunden leer ist und wieder von Menschenhand nachgefüttert werden muss.

„Das Küken nehme ich jeden Tag mit auf die Arbeit und abends wieder mit nachhause. Es ist immer in einer Wärmebox mit 36 Grad untergebracht, da es die Temperatur noch nicht selbst halten kann. Das regelmäßige Füttern ist ein großer Aufwand, vor allem nachts sehr anstrengend, weil man ständig den eigenen Schlaf unterbrechen muss. Trotzdem lohnt es sich“, betont Reinschmidt.

Bis das kleine Küken sein Höchstgewicht erreicht, werden 100 Tage vergehen. „Von Hand gefüttert werden sie aber gut ein Jahr. Und die Geschlechtsreife erreichen sie erst mit fünf bis sechs Jahren“, erklärt der Zoodirektor. Möglichst bald soll das Jungtier an die beiden bereits im Zoo lebenden Artgenossen herangeführt werden.

 

Henry und Indigo | Quelle: Zoologischer Stadtgarten / Timo Deible

 

„Gefährdet“ – die Hyazinth-Aras sind stark bedroht

Wie alle Großpapageien sind auch die Hyazinth-Aras stark bedroht. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt auf der Roten Liste die Art als „gefährdet“ ein. Weniger als 5.000 Tiere soll es in der Natur noch geben, dabei sind die Bestände nach Schätzung der IUCN rückläufig.

Massiver Lebensraumverlust und illegaler Fang setzen der Art zu. Im Europäischen Zooverband EAZA gibt es für Hyazinth-Aras ein Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das im Zoo Zürich geführt wird.

 

Weitere Nachrichten

Neue Wohnungen: Landkreis Karlsruhe verkauft Grundstück auf dem Landratsamt-Areal

Der Landkreis Karlsruhe treibt die Entwicklung des Neubauprojekts KARLA am Ettlinger Tor voran: So wurde der Verkauf der unbebauten Fläche an der Seite der Tiefgarageneinfahrt sowie der darüberliegenden Freifläche an die weisenburger-Gruppe beschlossen.

Von Schutz bis Spende: Zu Besuch beim Gnadenhof in Karlsruhe-Neureut

Im Karlsruher Stadtteil Neureut gibt es den Gnadenhof für Tiere e.V.: Hier finden alte, kranke oder heimatlose Pferde, Ponys, Ziegen, Schafe und mehr ein liebevolles Zuhause. meinKA durfte den ehrenamtlichen Verein und seine tierischen Bewohner besuchen.

Karlsruhe lässt 80 Spielplätze zurückbauen: Diese 20 Standorte kommen zuerst weg

Über dreihundert Spielplätze gibt es in Karlsruhe. Um den Großteil davon in Zukunft erhalten zu können, müsse sich die Stadt in den nächsten fünf Jahren von 80 Spielflächen trennen – diese 20 Spielplätze sollen als erstes zurückgebaut werden.

Redaktionstipp

Diese Karlsruher Veranstaltungen warten am letzten August-Wochenende auf euch!

Der August neigt sich dem Ende zu - zuvor wird gefeiert: Mittelalterstimmung beim Ritterfest, noch einmal baden gehen im Rheinstrandbad oder lieber verschiedene Biere im Schlossgarten testen? Das und noch mehr findet ihr in der meinKA-Eventsübersicht.

Südtangente mit Hitzeschäden: Fahrstreifen beim Kühlen Krug kurzzeitig gesperrt

Durch die hohen Temperaturen der letzten Wochen kam es auf der Südtangente in Karlsruhe, auf Höhe der Ausfahrt Kühler Krug, zu Hitzeschäden. Betroffen hiervon sei der rechte Fahrstreifen in Fahrtrichtung Westen, teilt die Stadt Karlsruhe mit.

Traurige Zwischenbilanz: Mehr Fundtiere seit Beginn der Sommerferien in Karlsruhe

Wie fast jeden Sommer kommt es zu vermehrten Fundmeldungen von Tieren. Beim Tierschutzverein Karlsruhe und Umgebung e. V. wurden seit Ende Juli fünf Katzen, fünf Hunde, drei Schildkröten und zwei Ziervögel aufgenommen, informiert die Stadt Karlsruhe.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.