Letztes Baufeld ist vollständig unter Beschlag
Kombilösung Karlsruhe: Die Gleise am Karlstor sind schon abgebaut

Letztes Baufeld ist vollständig unter Beschlag Kombilösung Karlsruhe: Die Gleise am Karlstor sind schon abgebaut

Quelle: Kasig

Nur wenige Tage nach der Sperrung der Bahntrasse über das Karlstor sind die Gleise schon abgebaut. Auch an anderer Stelle geht es Schlag auf Schlag, wie der wöchentliche Bericht der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft beweist.

Karlstor ist nun endgültig eine einzige Baustelle

Seit Montag, 20. April 2020, ruht der Bahnverkehr in der Karlstraße zwischen Karlstor und Europaplatz. Der Platz wird benötigt für den Umbau der Kriegsstraße. Denn dort, wo bis Sonntag noch Bahnen gefahren sind, herrschen nun die rege Bautätigkeit. Unter der Kreuzung wird später ein Teil des Tunnels sein, während oberirdisch eine Gleiskreuzung dafür sorgt, dass die Bahnen auch in die Kriegsstraße abbiegen können.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt müssen zunächst die Gleise ausgebaut werden, bevor auch die Leitungen und Kanäle verlegt werden. Anschließend entsteht eine Bohrpfahlwand, welche die Baugrube nach Außen hin absichert. Nach der Kampfmitteluntersuchung können dann die Bauarbeiten am Tunnel so richtig starten.

 

Über Hilfsbrücken können Fußgänger die Kriegsstraße queren, während untendrunter gebaut wird. | Quelle: Kasig

 

Tunnelbauarbeiten schließen Lücken zu fertigen Abschnitten

Bis die Kreuzung wieder völlig frei von Baustellenabsperrungen sein wird, werden noch einige Monate ins Land ziehen. Während die Bahnen eine großräumige Umleitung fahren müssen, können die Autofahrer über sogenannte Wender über einen relativ kurzen Umweg die Kreuzung nutzen. Fußgänger und schiebende Radfahrer können eine Hilfsbrücke nutzen, die über das Baufeld W1 installiert wurde.

Während im Baufeld W2 der Tunnel bereits steht, laufen im Baufeld W3 Arbeiten an der Oberfläche: Hier fahren Autos und Radfahrer derzeit über der Mitte der Kriegsstraße auf dem bereits hergestellten Tunnelabschnitt, weil im Einmündungsbereich der Lammstraße bereits der Zuschnitt der endgültigen Kreuzung und Querung Kriegsstraße entsteht, nachdem im Vorfeld dort zahlreiche Leitungen neu verlegt wurden. Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor, im Baufeld W4, wächst der Tunnelrohbau derzeit Meter um Meter und schließt damit die Lücke zum Kombibauwerk an der Kreuzung Ettlinger Tor.

 

Teile der neuen Fahrbahn entstehen schon im Tunnel

Auf der anderen Seite der Kreuzung werden nun die letzten Reste der alten Unterführung abtransportiert. Weichen muss auch einiges an Erdreich, damit dort später der neue Tunnel gebaut werden kann. Weiter in Richtung Osten in den Baufeldern O 4 und O 3 vor dem Staatstheater und dem so genannten Meidinger Block beherrscht im Wesentlichen der Ingenieurbau die Baugrube: Tunnelsohle, Außen- und Mittelwand entstehen in Abschnitten. Nur in einem Teil des Baufelds O 3 wird in diesen Tagen noch das Planum angelegt, auf das die Bewehrung für die Tunnelsohle gelegt werden wird.

In den Baufeldern O2 und O1 steht der Tunnelrohbau bereits, hier sind vor allem die Arbeiten an der Oberfläche prägend. Auf der Nordseite der Kriegsstraße zwischen Fritz-Erler-Straße und Kapellenstraße werden Fahrbahnen für Autos und Radler sowie Gehwege angelegt. Weiter östlich, in der Mitte zwischen den Rampen für den Autotunnel, liegen bereits Gleise, die die noch zu bauende Trasse in der Kriegsstraße mit der schon bestehenden Trasse in der Ludwig-Erhard-Allee verbinden werden. Im Tunnelrohbau selbst werden Notgehwege und Abflussmöglichkeiten für Regenwasser geschaffen. In den Rampen wurde bereits mit dem Bau der zukünftigen Fahrbahn begonnen.

 

Handwerksbetriebe helfen sich gegenseitig mit Personal aus

Im Bahntunnel unter der Kaiserstraße mit einem Abzweig in die Karl-Friedrich-Straße steht der Innenausbau auf dem Programm. Die beteiligten Firmen trotzen dabei der Corona-Pandemie mit Solidarität: Firmen helfen sich fallweise gegenseitig, um Personalausfälle zu kompensieren. Dadurch wird verhindert, dass nicht nur das direkt betroffene Gewerk stockt, sondern auch die davon abhängigen Folgearbeiten.

 

Am Europaplatz wird ein gläserner Rauchschutz montiert – dahinter ist die helle Wand- und Deckenverkleidung zu sehen. | Quelle: Kasig

 

Aktuell laufen die Arbeiten zur Verkleidung der Haltestellen, aber auch zum Einbau der elektrischen Leitungen für Licht, Sensoren, Lautsprecher, Fahrtrichtungsanzeiger und viele Geräte mehr. Neben den Elektrikern sind immer wieder auch Trockenbauer oder die Handwerker für den Terrazzo-Fußboden und die Terrazzo-Treppenstufen zu sehen, die die vielen Quadratmeter Fläche in den endgültigen Zustand bringen.

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