Haltestellen der Kombilösung nehmen nach und nach Form an
Kombilösung Karlsruhe: Haltestellen werden immer weiter ausgestaltet

Haltestellen der Kombilösung nehmen nach und nach Form an Kombilösung Karlsruhe: Haltestellen werden immer weiter ausgestaltet

Quelle: Kasig

Die Blicke der interessierten Baustellenbeobachter ruhen aktuell vor allem auf den Baufeldern entlang der Kriegsstraße. Doch auch unter der Kaiserstraße geschieht viel – nur unter der Erde und abseits der Blicke. meinKA fasst den Baustand zusammen.

Innenausbau im Straßenbahntunnel ist bestimmendes Tagwerk

Nach Abschluss der Bauarbeiten zur Kombilösung Karlsruhe wird die Innenstadt nicht mehr so sein, wie sie war: Die Bahnen fahren nicht mehr durch die Fußgängerzone, sondern darunter. In der Kriegsstraße soll sich nach dem Verlegen der vielbefahrenen Straße unter die Erde ein Boulevard entwickeln, der durch seine Aufenthaltsqualität punktet.

Doch bis dahin ist es ein jahrelanger Weg – der sich aber mittlerweile in den Endzügen befindet. Im kommenden Jahr sollen die neuen Bauwerke in Betrieb gehen können. Bis es so weit ist, haben die Handwerker aber noch alle Hände voll zu tun: Der Tunnel der Kriegsstraße muss vollendet werden und der komplexe Innenausbau des Bahntunnels ist auch noch im Gange.

 

Erstes Gerüst wurde abgebaut, andere werden noch gebraucht

In der künftigen Haltestelle Durlacher Tor konnte das Raumgerüst mittlerweile abgebaut werden. Es ermöglichte den Arbeitern die Montage der Deckenverkleidung, während auf den Gleisen darunter Material transportiert werden konnte. Diese Haltestelle ist die erste, wo der Abbau vollzogen werden konnte und ist damit im Vergleich am weitesten ausgebaut bislang. Hier ist mittlerweile der Haltestellenraum komplett mit den hellen Betonwerksteinen und Verkleidungselementen ausgestattet. Zudem sind bereits elektrische Kabel, Sensoren, Lautsprecher und andere Geräte eingebaut.

Das heißt aber nicht, dass hier keine Aufgaben mehr anstehen, doch es fehlen noch immer viele Kabel. In Bahnsteigen und in den Notwegen in den Tunnelabschnitten werden diese gerade von den Arbeitern verlegt – ein großer Aufwand, wie die Karlsruher Schienen-Infrastrukurgesellschaft (Kasig) es in ihrer wöchentlichen Pressemeldung beschreibt. Immerhin steckt hinter der elektrotechnischen Ausrüstung ein komplexes System, das der Sicherheit dienen wird.

 

Deckenarbeiten am Europaplatz

Die Fugen an der Decke werden am Europaplatz gerade verspachtelt, anschließend folgt ein Akustikputz. | Quelle: Kasig

 

In der Kombilösung Karlsruhe ist die Beton-Optik bestimmend

Blickt man auf die anderen unterirdischen Haltestellen, so sieht man dort die Arbeiter, die noch mit dem Einbau der Wand- und Deckenverkleidung beschäftigt sind. So werden derzeit an den Haltestellen Marktplatz, Europaplatz und Kongresszentrum die bis zu 70 Kilogramm schweren Betonwerksteine an die Wände gebracht, an den Haltestellen Kronenplatz, Lammstraße und Europaplatz werden die Decken verkleidet und an den Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum die dazu notwendigen Montageschienen angebracht. Hier überall steht das Raumgerüst noch, das am Durlacher Tor bereits gewichen ist.

Auch die Zugänge zu den Haltestellen werden derzeit gestaltet. Dazu wird auf den Böden ein flüssiger Belag aufgebracht, der im Anschluss dann abgeschliffen wird. Die Treppen kommen bereits als vorgefertige Teile und werden einfach in die dafür vorgesehenen Öffnungen platziert. Farblich werden sich die Fahrgastebenen in einem Bereich von beige-grau halten und sich auch an den aufgerauten Betonwänden orientieren.

 

Treppen werden eingebaut

Stufe für Stufe werden die Treppen aus Terrazzo aktuell in der Haltestelle Europaplatz montiert. | Quelle: Kasig

 

Tunnelbau in der Kriegsstraße läuft

Ortswechsel: In der Kriegsstraße ist zwar der Innenausbau bei Weitem nicht so umfangreich, doch dafür ist hier der Rohbau noch nicht abgeschlossen. Das heißt, dass in vielen Fällen noch Elemente betoniert werden müssen. Die einzelnen Baufelder sind dabei unterschiedlich weit in ihrem baulichen Zustand. Doch der Reihe nach.

Wer auf der Ludwig-Erhard-Allee in Richtung Innenstadt fährt, der passiert zunächst die Baufelder O1 und O2, die sich bis zum Mendelssohnplatz erstrecken. Hier ist der Tunnelbau sehr weit: In den Röhren läuft bereits der Innenausbau mit Gehwegen und Schlitzrinnen, die dem Wasserablauf dienen. An der Oberfläche wird hier ebenfalls gearbeitet: Auf der Südseite entsteht die künftige Straße sowie die Rad- und Gehwege. Vorbereitet werden auch Bereiche, die für etwas Grün entlang der Straße sorgen werden.

 

Arbeiter kümmern sich um Betonbau und Erdaushub

Im nächsten Baufeld O3 zwischen Mendelssohnplatz und Kreuzstraße wird die Baugrube noch von den Betonbauern vorbereitet. Die Spundwände werden mit Spritzbeton geglättet und dienen so als rückwärtige Wand des Tunnels. In dieser Baugrube läuft zudem noch der Aushub der Erde, weshalb es hier ab kommender Woche auch zu einer Verkehrsbehinderung kommt: Von Donnerstag, 27. Februar, bis Montag, 9. April, ist in dem Bereich in Fahrtrichtung Osten nur ein Fahrstreifen frei.

Weiter in Richtung Osten, im Baufeld O4 zwischen Kreuzstraße und Ettlinger Tor, läuft bereits in Teilen der Tunnelbau. An der Kreuzung am Ettlinger Tor, im Baufeld O5, wird die Weichgelsohle eingebaut. Dieser Schritt erfolgte in allen Baugruben in der Kriegsstraße und soll verhindern, dass Grundwasser in die Baustelle eindringt.

 

Vollsperrung am Sonntag für den Bau eines Krans

Auf der anderen Seit der Kreuzung am Ettlinger Tor, im Baufeld W4, aber auch direkt in der Nachbarschaft im Baufeld W3 läuft der Tunnelbau bereits. Im August, so der Plan, soll die Tunneldecke hergestellt werden und so eine Verbindung zum bereits bestehenden Bauwerk unter der Kreuzung am Ettlinger Tor entstehen. Viel fehlt dann auch nicht mehr bis zu einer Verbindung ins Baufeld W2, wo ebenfalls bereits ein Tunnelabschnitt steht. Im Baufeld W1 am Karlstor läuft in Teilbereichen ebenfalls der Tunnelbau. Direkt an der Kreuzung zum Karlstor wird hingegen aktuell noch das Baufeld vorbereitet: Alte Bauwerke müssen in Teilen weichen.

Und noch eine weitere Ankündigung für eine Verkehrsbehinderung: Am Sonntag, 23. Februar 2020, wird zwischen der Adlerstraße und der Rüppurrer Straße ein Kran aufgestellt. Dazu wird auch eine Vollsperrung eingerichtet. Der Verkehr in Richtung Osten wird ab der Ettlinger Straße über die Baumeisterstraße zur Rüppurrer Straße und zum Mendelssohnplatz umgeleitet.

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