News aus Baden-Württemberg
Kriegsfolgen: Bauwirtschaft rechnet erst ab nächstem Jahr mit Erholung

News aus Baden-Württemberg Kriegsfolgen: Bauwirtschaft rechnet erst ab nächstem Jahr mit Erholung

Quelle: Melanie Hofheinz
dpa

Die Bauwirtschaft im Südwesten kämpft mit den Folgen des Ukraine-Kriegs. Erholung ist nach Verbandsangaben erst 2024 in Sicht. Die Branche fordert von der Politik weniger Regulierung – und will mehr Frauen in die Betriebe holen.

Teure Rohstoffe, eine hohe Inflation und steigende Bauzinsen: Die Folgen des Ukraine-Kriegs haben nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr die Aussichten für die Bauwirtschaft im Südwesten getrübt. Auch Entscheidungen der Politik, etwa bei Förderprogrammen, dämpften die Erwartungen. 2022 sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um sieben Prozent gesunken, sagte der Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Markus Böll, am Mittwoch in Stuttgart. Angesichts der großen Hoffnung der Branche für 2022 sei das eine «dramatische Entwicklung». Dem Optimismus zu Jahresbeginn sei Ernüchterung zum Jahresende gefolgt, hieß es laut Mitteilung.

Für das laufende Jahr prognostizierte der Verbandspräsident ein preisbereinigtes Umsatzminus von acht Prozent. Er geht davon aus, dass sich der Bau erst ab 2024 von dieser «konjunkturellen Delle» erholen werde. Der Bedarf an Wohnraum und an Investitionen in die Infrastruktur sei gewaltig.

Die Preisentwicklung sei sehr oft bei den Unternehmen hängen geblieben, weil Preise mit den Bauherren bereits vereinbart wurden und Bauprojekte schon in der Ausführung waren. Dies habe bei verschiedenen Projekten zu erheblichen Defiziten in den einzelnen Unternehmen geführt, sagte Böll. Insgesamt habe sich die Versorgungslage beim Baumaterial mittlerweile aber deutlich entspannt. Auch bei den Preisen scheine die Spitze erreicht, dennoch blieben die Preise auf einem hohen Niveau.

Um das Bauen attraktiver zu machen, forderte Böll die Vorschriften abzuspecken: «Diese Überregulierung schnürt allen die Luft ab.» Die Politik dürfe nicht noch mehr Vorgaben machen, die das Bauen verteuerten.

Die Branche kämpfe zudem mit dem Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren durch den Abgang der Babyboomer-Jahrgänge weiter verschärfen könnte. Deshalb wolle die Branche künftig auf deutlich mehr Frauen in den Betrieben setzen. «Das Gesicht der Bauwirtschaft muss weiblicher werden», sagte Böll. In den Unternehmen müsse deshalb umgedacht werden. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ortsnahe Baustellen und ein Betriebsklima ohne Diskriminierung seien wichtige Aspekte, um den Bau für Frauen attraktiver zu machen. «Hier haben wir noch ein gutes Stück Arbeit vor uns», sagte Böll.

 

 

 

Weitere Nachrichten

Landkreis Karlsruhe: Ein Mann kommt bei Feuer in Haus ums Leben

Beim Brand eines Mehrfamilienhauses in Oberderdingen (Kreis Karlsruhe) ist am Montagabend ein Mann ums Leben gekommen.

Deutsche Wetterdienst: Trübes Januarwetter in Baden-Württemberg

Schon wieder viel zu warm: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, zählt der Januar in diesem Jahr wieder zu den zehn wärmsten in Deutschland seit 1881.

Frauen in Baden-Württemberg verdienen deutlich weniger als Männer

Frauen haben 2022 im Südwesten weiterhin deutlich weniger verdient als Männer. Brutto erhielten sie im vergangenen Jahr im Durchschnitt 20,60 Euro je Stunde, wie das Statistische Landesamt am Montag in Stuttgart mitteilte.

Autohändler in Baden-Württemberg sind für 2023 zurückhaltend

Der Autohandel im Südwesten sieht sich nach wie vor tief in einer «Stückzahlenkrise».

Pflege-Pioniere starten Bewegung für die Pflege von morgen

Überbordende Bürokratie und Personalmangel, gepaart mit inzwischen hohem Frust im Beruf - das Pflegesystem steht kurz vor dem Kollaps. Bevor es ganz zusammenbricht, will eine neue Bewegung die Pflege von morgen genauer unter die Lupe nehmen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

0%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.