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Krisen und Kriege – Was das Rote Kreuz jetzt fordert

Nachrichten Krisen und Kriege – Was das Rote Kreuz jetzt fordert

Quelle: Jens Kalaene/dpa
dpa

Die Krisen nehmen zu – doch die Vorsorge hält nicht Schritt. Das Deutsche Rote Kreuz warnt das Land vor, beim Bevölkerungsschutz zu wenig zu investieren. Es drohten spürbare Lücken im Ernstfall.

Hochwasserkatastrophen, Kriege und nicht zuletzt auch Sabotagen am Stromnetz wie in Reutlingen: Mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen rüstet sich Deutschland für den Ernstfall. Baden-Württemberg müsse mehr tun, damit das Land auf künftige Katastrophen vorbereitet sei und die Menschen gut unterstützt und versorgt werden könnten, warnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Es drohten gefährliche Lücken im Katastrophenschutz.

«Anspruch und tatsächliche Investitionen für eine resiliente Gesellschaft klaffen derzeit auseinander», kritisierten die beiden DRK-Landesverbände in Stuttgart. Das gelte für den Katastrophenschutz, aber auch für den Rettungsdienst und die soziale Versorgung. Finanzieller Einsatz, Logistik und auch das individuelle Engagement dürften nicht aus dem Blick verloren werden.

DRK: Nicht nur auf die Bundesbehörden achten

Ohne verlässliche Finanzierung seien die bestehenden Strukturen nicht dauerhaft zu halten. Aber: «Die Bevölkerung in Baden-Württemberg hat Anspruch auf einen leistungsfähigen Katastrophenschutz», sagte die Präsidentin des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, Barbara Bosch. «Statt Substanzverlust brauchen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte eine verlässliche Finanzierung der Strukturen.»

Für den Bevölkerungsschutz und die Hilfsorganisationen sind aus Sicht des DRK Investitionen von 0,5 Prozent des jährlichen Haushalts auf Landes- wie auch Bundesebene notwendig. Dabei dürfe nicht nur auf die Bundesbehörden geachtet werden. Zivilgesellschaftliche Träger wie das Rote Kreuz spielten im Ernstfall eine zentrale Rolle und dürften nicht geschwächt werden, sagte Bosch.

Verluste beim Rettungsdienst durch neue Gesetze

Auch der Rettungsdienst drohe, dauerhaft in die Verlustzone zu rutschen. «Die Pläne des Bundes in ihrer jetzigen Form führen zu einer Unterfinanzierung des Rettungsdienstes», warnte der Präsident des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz, Hanno Hurth. Zudem machten neue gesetzliche Vorgaben des Landes wie etwa schnellere Einsatzzeiten zusätzliche Standorte und mehr Personal erforderlich. «Ohne ausreichende Mittel zeichnet sich ein neuer Investitionsstau ab, der die Versorgung gefährden könnte», hieß es.

Hier sei das Land in der Verantwortung: «Wer im Rettungsdienstgesetz neue Anforderungen festlegt, muss auch deren Umsetzung ermöglichen», so Hurth.

Mehr Eigenvorsorge verlangt

Neben staatlichen Investitionen rückt das DRK auch die Bevölkerung stärker in die Pflicht. Kenntnisse in Erster Hilfe und Selbstschutz sollten dauerhaft vermittelt werden – in Schulen ebenso wie im Alltag. Programme wie der Schulsanitätsdienst oder Initiativen zur Wiederbelebung seien wichtige Bausteine.

Besondere Aufmerksamkeit brauche zudem die Unterstützung von Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf. Diese würden in bisherigen Planungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt.

Die beiden DRK-Landesverbände in Baden-Württemberg gehören zu den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege. Im Südwesten leistet das DRK nach eigenen Angaben etwa 75 Prozent des Rettungsdienstes und gewährleistet mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern den weit überwiegenden Teil des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes. Insgesamt hat das DRK in Baden-Württemberg mehr als 61.500 ehrenamtliche Aktive und 18.800 Hauptamtliche Mitarbeitende sowie 247 Rettungswachen.

 

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