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Leichtathletik in der Schule: Jugendspiele sollen wieder leistungsorientierter werden

Nachrichten Leichtathletik in der Schule: Jugendspiele sollen wieder leistungsorientierter werden

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
dpa

Selbst der Kanzler sprach sich bereits für einen stärkeren Wettkampf-Gedanken bei den Bundesjugendspielen aus. Kultusminister Jung spricht nun wieder von Urkunden in Gold, Silber und Bronze.

Die Bundesjugendspiele sollen nach den Plänen des neuen Kultusministers von Baden-Württemberg, Andreas Jung (CDU), wieder leistungsorientierter werden. Die Spiele sollen von Sommer nächsten Jahres an nach klaren Regeln ablaufen, sagte Jung dem SWR. Entscheidend sei: «Es gibt nur Gewinner – mit Urkunden in Gold, Silber und Bronze und mit landesweit verbindlichen Standards dafür.» Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte die Berichterstattung. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik an der Gestaltung der Bundesjugendspiele gegeben.

Zeitgleich entschied die Bildungsministerkonferenz in München ebenfalls, dass die Bundesjugendspiele an den Grundschulen wieder leistungsorientierter werden sollen – wenn die Schulen dies wünschen. In den 3. und 4. Klassen solle es wieder erlaubt sein, die Spiele in Leichtathletik und im Schwimmen im klassischen Wettkampfmodus durchzuführen.

Für Baden-Württemberg plant das Ministerium, dass Kinder im Bereich Leichtathletik ab der 3. Klasse wieder 50 Meter rennen, Weitsprung machen und Schlagball werfen müssen. Dafür sollen sie nach einem landesweiten System Punkte bekommen. Allerdings sagte ein Sprecher, sei noch zu entscheiden, wie verbindlich die Vorgaben für die Schulen sein würden.

 

Noch unklar, was mit dem Bereich Schwimmen ist

«Dazu wollen wir einen verbindlichen Rahmen zur jeweils altersgerechten Umsetzung geben, mit Spielraum der Schulen bei der Umsetzung», sagte Jung laut einer Mitteilung. Inwiefern der Bereich Schwimmen betroffen sein werde, sei noch im Zuge der Neukonzeption zu klären, sagte der Sprecher.

Der Minister möchte sich demnach «zeitnah» mit den Leichtathletik-Verbänden und anderen beteiligten Verbänden im Land austauschen. «Die Bundesjugendspiele im Land sollen Raum für Bewegung geben und die Freude am Wettkampf stärken», sagte Jung laut der Mitteilung.

 

Wandel vom Wettkampf zum Wettbewerb 2023

Ab dem Schuljahr 2023/2024 wurden die jährlich stattfindenden Spiele in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen für alle Grundschulkinder bis zur vierten Klasse nur noch als Wettbewerb und nicht mehr als Wettkampf organisiert. Davor war das nur in den ersten beiden Klassen der Fall.

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums ist ein Wettkampf nach klaren Regeln normiert, ein Wettbewerb nicht. So wurden die Punkte für Leistungen seither nicht mehr nach bundesweiten Normgrößen vergeben. Zudem sollten die Leistungen der Schüler nicht mehr mit der Stoppuhr oder zentimetergenau mit dem Maßband erfasst werden. Stattdessen gab es zum Beispiel beim Weitsprung oder Werfen verschiedene Zonen, in denen bestimmte Punkte vergeben wurden.

 

Spiele sollten durch Reform kindgemäßer werden

Ziel der Umstellung war damals, die Spiele kindgemäßer zu machen. Die Reform basierte auf einer Entscheidung des Ausschusses für die Bundesjugendspiele und der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2021.

Kritiker der Reform bemängelten in der Vergangenheit, dass man Kinder auch befähigen müsse, mit Niederlagen umzugehen. Zudem beklagten sie den Wegfall des Leistungsgedanken. Der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, sprach in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung von «Elend pur». Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte, er wolle, dass wieder an allen Schulen Bundesjugendspiele mit Siegerurkunden stattfänden – und nicht nur Teilnehmerurkunden. Derzeit treffen sich die Kultusminister der Länder zur Konferenz in München.

 

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