News aus Baden-Württemberg
Kritik an Bund wegen Flüchtlingsunterkünften

News aus Baden-Württemberg Kritik an Bund wegen Flüchtlingsunterkünften

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Nach dem Flüchtlingsgipfel wollte der Bund den Kommunen und Ländern mit noch mehr eigenen Liegenschaften helfen. Eine Liste wurde zwar erstellt, aber in den Ländern erntete der Bund dafür nur Kopfschütteln. Zu klein, zu schlecht, nicht zu gebrauchen, hieß es.

Trotz der Ankündigung von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sind Baden-Württemberg keine neuen oder auch nutzbaren Bundesliegenschaften angeboten worden, in denen Flüchtlinge direkt nach ihrer Ankunft untergebracht werden könnten. Nach dem Flüchtlingsgipfel im Oktober seien Objekte oder Grundstücke in Heidelberg, Schwetzingen und Ludwigsburg, Breisach, Karlsruhe, Schwäbisch Hall, Kraichtal und Münsingen vorgeschlagen worden. «Sie sind in Bezug auf den Mangel an Unterbringungskapazitäten jedoch nicht geeignet, die rasch benötigte Abhilfe zu schaffen», teilte das Migrationsministerium am Dienstag mit.

Auf einer weiteren Liste seien im Februar Bundesliegenschaften vorgeschlagen worden, die unter anderem bereits genannt worden oder nicht geeignet gewesen seien. Baden-Württemberg nutzt aber auch überwiegend bereits seit 2015 mehrere Bundesimmobilien, vor allem ehemalige Kasernen. Zunächst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag) darüber berichtet.

Die vorgeschlagenen Bundesimmobilien seien als Hauptergebnis des ersten Flüchtlingsgipfels im vergangenen Jahr präsentiert worden, sie konnten aber schon rein zahlenmäßig nie mehr als «ein Tropfen auf dem heißen Stein» sein, sagte Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU). «Als dann beim zweiten Flüchtlingsgipfel erneut verkündet wurde, dass eine Liste mit Bundesimmobilien übersandt werden sollte, wirkte das völlig hilflos.» Aus Loreks Sicht sind Probleme «schlicht zu komplex, als dass sie sich durch ein paar Immobilien-Listen lösen ließen». Der Bund müsse sich das eingestehen.

Nach Angaben des Ministeriums sind die meisten vom Bund genannten Liegenschaften für die Erstaufnahme zu klein, um sie nutzen zu können. «Darüber hinaus handelt es sich im Wesentlichen um unbebaute und unerschlossene Grundstücke», hieß es weiter. Entweder müssten Flächen aufwendig erschlossen oder Container aufgestellt werden. Das sei aber auf unbefestigten Grundstücken nicht möglich. Die Vorschläge zu Heidelberg und Schwetzingen lägen zudem im Bereich von Liegenschaften, die durch die Landeserstaufnahmeeinrichtung bereits intensiv genutzt würden. Die Vorschläge der ersten Faeser-Liste seien auch für die nachgeordneten Ebenen der Flüchtlingsaufnahme – Landratsämter und Stadtkreise – nicht zu gebrauchen gewesen.

Angesichts der deutlich steigenden Flüchtlingszahlen hatte der Bund nach dem ersten Spitzengespräch im Oktober zugesagt, zusätzliche Bundesimmobilien für die Unterbringung von Tausenden von Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. Faeser hatte bereits damals eingeräumt, dass in der Regel vor einer Nutzung für Flüchtlinge Renovierungen notwendig seien.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar des vergangenen Jahres hat Baden-Württemberg mehr als 160.000 Menschen aus der Ukraine sowie rund 35.000 Asylsuchende und Tausende Menschen im Rahmen der humanitären Hilfe aufgenommen.

 

Weitere Nachrichten

Großbrand in Karlsruher Reifenlager

Meterhohe Flammen, dichter Rauch: In Karlsruhe geht ein Reifenlager in Flammen auf. Wie die Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte.

Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angst und Panik

Tausende Teenagerinnen in Baden-Württemberg wachen nachts schweißgebadet auf, weil Panikattacken sie quälen. Denn die Pandemie hat Folgen – besonders bei jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren.

Autos auf Fußballplatz "Drifter" ruinieren Sportplätze - Vereine sind frustriert

Tiefe Furchen, teure Schäden: Mehrere Sportplätze sind nach Auto-Stunts von Unbekannten kaum noch zu bespielen. Vereine bangen um ihren Saisonstart – und die Kommunen fürchten hohe Reparaturkosten.

Tourismus im Land: So viele Menschen planen 2026 eine Urlaubsreise

Die Wirtschaft in Deutschland strauchelt, viele Jobs stehen auf dem Spiel. Die Reiselust in Deutschland ist dennoch ungebrochen. Ein großer Teil der Menschen will 2026 in den Urlaub fahren.

Diese Acts wollen für Deutschland beim ESC antreten

Von Balladen bis Italo-Pop: Im deutschen ESC-Finale treten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland an. Wer schafft den Sprung nach Wien?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.