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Kürbisernte in Baden-Württemberg: Qualität gut, Menge sinkt

News Kürbisernte in Baden-Württemberg: Qualität gut, Menge sinkt

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

Blattläuse, Trockenheit und ungewöhnliche Farben: Was Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kürbiskauf in diesem Herbst erwartet – und warum grün-gescheckte Hokkaidos trotzdem schmecken können.

Kürbisfreunde in Baden-Württemberg können dieses Jahr nach Einschätzung von Fachleuten auf gute Qualität aus heimischem Anbau hoffen. Die Erntemenge könnte im Vergleich zum Vorjahr allerdings nach ersten Prognosen etwas sinken, wie das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart mitteilte. «Durch die Trockenheit im Sommer konnten nicht ganz die entsprechenden Zielgewichte pro Stück realisiert werden.»

Das gelte vor allem für die beliebten Hokkaido-Kürbisse, sofern die Flächen nicht im entsprechenden Zeitraum bewässert worden seien, teilte ein Sprecher mit. Auch beim Europawettbewerb im Kürbiswiegen habe der Gewinner dieses Jahr mit knapp unter 1.000 Kilogramm weniger auf die Waage gebracht als die Spitzenreiter der vergangenen Jahre, die über dieser Marke gelegen hätten.

Nicht von grünen Flecken abschrecken lassen

Zudem könnte mancher Kürbis nicht in makellosem Orange daherkommen, wie Julia Böhringer vom Gartenbaulichen Beratungsdienst für integrierten Gemüsebau Heilbronn sagte. «Dieses Jahr ist ein Virusjahr.» Durch ein starkes Aufkommen von Blattläusen als Virus-Überträger im Frühjahr seien auffällig mehr Kürbisse betroffen. Sichtbar werde das anhand von grünen Flecken.

«Das ist nicht gefährlich für den Menschen», betonte Böhringer. Grün-gescheckte Speisekürbisse könne man ohne Bedenken essen. Beim Kochen brauchten die Stellen vielleicht etwas länger, bis sie weich würden. «Oder man schneidet sie raus.» Dies gelte aber nur für Speisekürbisse, warnte die Expertin extra. Zierkürbisse seien generell nicht essbar.

Die gefragtesten Sorten

In Baden-Württemberg werden laut dem Ministerium vor allem Hokkaido, Butternut und Riesenkürbis angebaut. «Nachdem die Anbaufläche in Deutschland sich innerhalb der letzten 25 Jahren nahezu verdoppelt hat, ist mit solch enormen Wachstumsraten nicht mehr zu rechnen», hieß es weiter.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts wurden im vergangenen Jahr im Südwesten auf 759 Hektar Speisekürbisse angebaut. Rund 11.620 Tonnen wurden gemäß der Gemüseerhebung geerntet.

Ein Jahr zuvor waren es etwas weniger, das waren damals elf Prozent der deutschlandweiten Ernte. Die größte Produktion gab es demnach in Rheinland-Pfalz gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Bayern – und dann Baden-Württemberg.

Halloween spielt kaum eine Rolle

Der Hype um Halloween-Kürbisse sei mit Blick auf den gesamten Markt nur eine Randerscheinung, erklärte der Ministeriumssprecher weiter. Viele angebaute Sorten seien essbar und könnten je nach Nachfrage auch als Speisekürbis vermarktet werden. In kleineren und mittleren Betrieben mit Direktvermarktung vor Ort finde man oft eine Auswahl an unterschiedlichen Kürbissen.

Halloween wird am 31. Oktober gefeiert. Zu diesem Anlass schnitzen viele Menschen gruselige Gesichter in ausgehöhlte Kürbisse und dekorieren damit Haus und Garten. Aus dem Kürbisfleisch machen sie zum Beispiel Suppe.

 

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